Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nanocellulose, Bio-Marker und Polysaccharide präsentiert

24.10.2005


Exponate der Universität Jena auf der "Biotechnika" stark nachgefragt

... mehr zu:
»BASYC »Bio-Marker »Eiweiß

Zufrieden sind Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena aus Hannover zurückgekehrt. Auf der Fachmesse "Biotechnika" haben sie drei Highlights aus der Biotechnologie-Forschung, die an der Jenaer Universität betrieben wird, präsentiert. "Das Interesse insbesondere der Besucher aus den Bereichen Forschung, Medizin- und Labortechnik sowie Business-Management war sehr hoch", hat der Ausstellungs-Verantwortliche Dr. Michael Achard erlebt.


Biotechnologisch geformte Nanocellulose für medizinische Anwendungen



Das bakteriell synthetisierte Biomaterial namens BASYC (Bacterial Synthesized Cellulose) ist das Ergebnis einer erfolgreichen interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Chemikern und Chirurgen an der Universität Jena. "Das neuartige und an Ratten bereits experimentell erprobte Hydrogel - etwa für Wundfolien als Trägergerüst für die Zellzüchtung - soll zukünftig auch menschliche Blutgefäße ersetzen können", beschreibt der Chemiker Prof. Dr. Klemm die Zukunft von BASYC. Dieses weltweit einzigartige Material ist unter anderem durch eine hohe mechanische Stabilität, Wasserrückhaltevermögen, eine günstige Oberflächenbeschaffenheit sowie eine tierexperimentell belegte vollständige Integration in den Körper gekennzeichnet. Der Chirurg Prof. Dr. Dr. Dieter Schumann berichtet: "Aus BASYC hergestellte Blutgefäße erhalten den Blutstrom, wobei bislang keine Thrombosebildung festgestellt werden konnte. Das macht BASYC für die Medizin hochinteressant."

Erforschung neuer Eiweiße als Bio-Marker

Als so genannte Bio-Marker liefern Eiweiße im Blut wichtige Informationen für die Bestimmung von Krankheiten und deren Heilung. Bis heute sind jedoch nicht alle Eiweiße im Blutserum bekannt. Das Aufspüren bislang unentdeckter Bio-Marker stellt für die Entwicklung neuer Diagnose- und Therapieansätze in der Medizin eine zentrale Aufgabe dar. Dazu entwickelte die Arbeitsgruppe Analytik am Institut für Biochemie I des Jenaer Universitätsklinikums ein eigenes Verfahren. "Serum-Eiweiße werden in ihrer natürlichen Form in mehrere Tausend Fraktionen separiert", beschreibt die Leiterin der Arbeitsgruppe PD Dr. Heidrun Rhode die Methode der so genannten mehrdimensionalen Eiweiß-Trennung. "Die Eiweiß-Fraktionen werden anschließend mit massenspektrometrischen oder anderen biochemisch-analytischen Verfahren untersucht". Gemeinsam mit der Cybio AG Jena, einem regionalen Industriepartner, wurde für das Trennverfahren eine automatische Plattform entwickelt.

Polysaccharide in der Biotechnologie

Polysaccharide haben aufgrund ihres Eigenschaftsprofils für verschiedene Anwendungen in biomedizinischen Bereichen hervorragende Einsatzpotenziale. "Insbesondere sind Polysaccharide biokompatibel und nicht toxisch", hebt Dr. Stephanie Hesse, Mitarbeiterin am Kompetenzzentrum Polysaccharidforschung, zwei besondere Eigenschaften hervor. Anhand von Ergebnissen zur Trennwirkung von neuartigen Filtermaterialien aus Polysaccharid-Membranen beschreibt Dr. Hesse die interessante Multifunktionalität und Modifizierbarkeit. "Die Selektivität des Polysaccharid-Filtermaterials kann genau auf das spezifische Trennproblem abgestimmt werden. Eine maßgeschneiderte größenselektive Trennung von Substanzgruppen, z. B. Proteinen, wird genauso ermöglicht wie eine ionenselektive Separation."

Kontakt:
Dr. Michael Achard
Büro für Forschungsförderung und -transfer der Universität Jena
Fürstengraben 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 931077
E-Mail: Michael.Achard@zuv.uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

Weitere Berichte zu: BASYC Bio-Marker Eiweiß

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Boden – Grundlage des Lebens / Bodenforscher auf der Internationalen Grünen Woche
16.01.2018 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

nachricht EMAG auf der GrindTec 2018: Kleine Bauteile – große Präzision
11.01.2018 | EMAG GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie