Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Damit das Farbspiel auf Stahl nicht vom Zufall abhängt

16.09.2004


Beispiel für die Farbschattierungen, die mit Bunthärten erreicht werden. (Foto: Weber/Uni Jena)


Materialwissenschaftler der Universität Jena stellen auf der Messe Materialica vom 21.-23.09. in München neue Erkenntnisse zum Bunthärten von Stahl vor

Bunthärten ist ein historisches thermochemisches Verfahren, mit dem auf Stahloberflächen farbige Marmorierungen erzeugt werden und eine bessere Verschleißfestigkeit erreicht wird. Das Farbspiel reicht von blau über braun und gelb bis hin zu Rottönen. Die rein empirischen Erfahrungen der Bunthärter wurden von Generation zu Generation nur mündlich weitergegeben. "Welche chemischen und physikalischen Vorgänge ablaufen war nicht bekannt und aufgrund der vielfältigen Einflussfaktoren war das Ergebnis oft nicht reproduzierbar", berichtet PD Dr. Jürgen-Dieter Schnapp. Der Materialwissenschaftler von der Universität Jena hat nun mit seinen Mitarbeitern in Kooperation mit einem Thüringer Unternehmen erstmals das Verfahren wissenschaftlich untersucht. Daher können jetzt die technologischen Parameter zielgerichtet gewählt werden. Die neuen Ergebnisse zum "alten" Verfahren werden vom 21.-23. September auf der Messe Materialica in München präsentiert (Halle C1, Stand 202/Nr.19).

"Das gewonnene Wissen über den Bunthärte-Prozess kommt direkt unserem Industriepartner, der Firma Schilling Spezialbeschichtungen GmbH in Zella-Mehlis, zugute", berichtet Dr. Schnapp. Das mittelständische Thüringer Unternehmen ist eine von weltweit wenigen Härtereien, die dieses Spezial-Verfahren anbieten.



Das Bunthärten ist kein Härteverfahren im üblichen Sinne. Die Stahloberfläche wird dabei unter definierten Wärmebehandlungsbedingungen mit verschiedenen Elementen angereichert und anschließend in einem Wasserbad mit speziellen Zusätzen abgeschreckt. Ziel des Verbundprojektes, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit gefördert wurde, war es, die dabei entstehenden farbigen Schichten zu charakterisieren und zu bestimmen, bei welchen Temperaturen, Einwirkzeiten sowie Zusätzen im Aufkohlungsmittel und im Wasserbad, welche Ergebnisse erzielt werden können.

"Dieses wissenschaftliche Know-how geben wir unserem Industriepartner an die Hand", verdeutlicht Dr. Schnapp. "Mit den Forschungsergebnissen kann das Unternehmen nun zielgerichtet die von den Kunden gewünschten Stahlbauteile mit den farbigen Marmorierungen produzieren und die Qualität ist reproduzierbar", freut sich der Werkstoffwissenschaftler von der Jenaer Universität.

Kontakt:

PD Dr. Jürgen-Dieter Schnapp
Institut für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie
der Universität Jena
Löbdergraben 32, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 947793 oder 947794
E-Mail: juergen.dieter.schnapp@uni-jena.de

Stefanie Hahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Diamantlinsen und Weltraumlaser auf der Photonics West
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht COMPAMED 2017 zeigte neue Fertigungsverfahren für individualisierte Produkte
06.12.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik