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Mikro-Nase und Haldenigel

07.04.2004


Die Universität Kassel auf der Hannover-Messe 2004

Mit einer künstlichen Nase und einem Haldenigel präsentiert sich die Universität Kassel (UNIK) in diesem Jahr auf der Hannover-Messe. Vom 19. bis zum 24. April stellen das Institut für Mikrostrukturanalyse (IMA) und das Fachgebiet Landschaftsökologie und Naturschutz der UNIK auf dem Gemeinschaftsstand des Technologie-Transfer-Netzwerks (TTN) Hessen (Halle 11, Stand D15) ihre neuesten Entwicklungen vor.

Mit der künstlichen Nase ist den Wissenschaftlern des IMA gelungen, einen Sensor im Mikromaßstab zu entwickeln, mit dessen Hilfe Gase in schon geringsten Konzentrationen nachgewiesen werden können. Herzstück des Sensors ist ein winziger Biegebalken, ein sogenannter Cantilever. Setzt sich ein Gasatom oder -molekül auf dem Cantilever ab, krümmt sich der Balken in einem bestimmten Maß – abhängig vom spezifischen Gewicht des Gases – und zeigt den Wissenschaftlern so an, um welches Gas es sich handelt. In anderen Sensoren reagiert der Biegebalken auf physikalische Größen wie Temperatur, elektrische Ladung oder Strahlung. Wird der Cantilever dann über Oberflächen geführt, erhalten die Physiker anhand der mechanischen Reaktion des Balkens zum Beispiel Informationen über die Feinstruktur der Oberfläche oder elektrische Ströme, die dort möglicherweise fließen. So können unter anderem Mikrochips auf ihre Funktionstüchtigkeit untersucht werden.

Der Haldenigel, eine Entwicklung aus dem Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der UNIK, soll dabei helfen, Abraumhalden wieder zu begrünen. Viele Halden sind mit einer festen, auskristallisierten Deckschicht überzogen, die es Pflanzen nahezu unmöglich macht, dort zu wurzeln. Mit dem Igel, einer mit dicken, hohlen Stacheln bewehrten Walze, können die Deckschicht aufgebrochen und Saatgut und Dünger durch die hohlen Stacheln in den Boden eingebracht werden - ohne die Oberfläche vollständig aufzulockern. Wird die kristalline Schicht nämlich komplett aufgerissen, wie es bei anderen Methoden zur Haldenbegrünung geschieht, können die oftmals sehr steilen Böschungen statisch instabil werden und abrutschen. Der Haldenigel kann auch zur Begrünung von Böschungen im Straßenbau und zur Rekultivierung von Skipisten eingesetzt werden.



Universität Kassel

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Prof. Dr. Rainer Kassing
Institut für Mikrostrukturtechnologie und Analytik (IMA)
Fachbereich Naturwissenschaften

tel (0561) 804 4532/4586
fax (0561) 804 4136
e-mail kassing@pysik.uni-kassel.de

Dr. Ivo Rangelow
tel (0561) 804 4507
fax (0561) 804 4136
e-mail rangelow@uni-kassel.de

Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften
Prof. Dr. Helge Schmeisky
tel (05542) 98 1660/1262
fax (05542) 98 1662
e-mail fgoen@uni-kassel.de

| Universität Kassel
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de/presse/pm/

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