Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sprengstoff auf Mikrochips lässt Airbag schneller explodieren

05.04.2004


Nahaufnahme einer Siliziumstruktur zur Vibrationsmessung. Foto: ZfM/TU Chemnitz


Chemnitzer Forscher stellen auf der Hannover Messe 2004 Mikrotechnologien fürs Auto vor


Bei einem Frontalaufprall eines Autos mit 40 Kilometern pro Stunde muss ein Airbag nach sieben Hundertstelsekunden aufgeblasen sein, um den Fahrer optimal zu schützen. Die Zeit ist so kurz, dass dem Crashpiloten nicht einmal Zeit zum Schreien bleibt. Dennoch laufen in dieser Spanne komplexe Operationen zwischen Sensor, elektronischer Steuerung und Airbagzündung ab. Moderne Autos haben bis zu acht Luftsäcke, die in dieser winzigen Reaktionszeit unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden müssen. Für die Hersteller von Seitenairbags erweisen sich dabei neue Zünder von großem Interesse. Chemnitzer Forscher entwickelten gemeinsam mit Industriepartnern sprengstoffbeschichtete Mikrochips, die Airbags deutlich schneller "explodieren" lassen als herkömmliche Lösungen. "Unser mit sehr niedriger Energie zündendes Element lässt sich hervorragend in ein Konzept integrieren, bei dem alle sicherheitsrelevanten Systeme im Auto über ein so genanntes Bussystem miteinander kommunizieren", erläutert Mario Baum. Er ist Mitglied einer Forschungsgruppe des Fraunhofer-Institus für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) und des Zentrums für Mikrotechnologien (ZfM) an der TU Chemnitz. Diese und weitere innovative Lösungen aus der Sensorik und der Mikrosystemtechnik präsentieren die Wissenschaftler beider Forschungsteams vom 19. bis 24. April 2004 auf der Hannover Messe (Halle 14, Stand G 62 "µtec-SAXONY").

Die Welt der von Professor Dr. Thomas Geßner geleiteten Einrichtungen wird von winzigen Siliziumchips bestimmt. Auf deren Basis entwickeln die 65 Wissenschaftler komplette Mikrosysteme sowie Fertigungs- und Simulationsverfahren für mehr Komfort, Sicherheit und Sauberkeit im Auto. So entstand beispielsweise ein High-Tech-Sensorchip, der auf Grund einer speziellen Titanoxidbeschichtung sofort anschlägt, wenn sich die Anteile an Kohlenmonoxid, Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen im Abgas nur um wenige Millionstel ändern. Und das bei Betriebstemperaturen von mehreren hundert Grad Celsius.


Ein weiteres Beispiel ist eine Technologieentwicklung zur Strukturierung von Silizium, die es ermöglicht, winzige bewegliche Teile herzustellen. Mit diesen "beweglichen Massen" können Beschleunigungen, Kreisbewegungen, Neigungen und Vibrationen gemessen werden. In der Kombination mit Mikroarrays entstehen so Vibrationsdetektoren, die einfacher und kostgünstiger arbeiten als die bislang vorwiegend eingesetzten breitbandigen Piezo-Aufnehmer mit Fourier-Transformation. Mit der neuen Technologie erschließt sich ein breites Feld, um beispielsweise den Verschleißzustand von Motoren, Maschinen und Anlagen zu messen.

Für ihre Forschungsaktivitäten, die sich oft auf die Kombination von Silizium-Mikromechanik mit traditioneller Feinwerktechnik konzentrieren, arbeiten die Wissenschaftler mit zahlreichen kompetenten Industriepartnern zusammen. Sowohl große internationale Konzerne als auch kleine und mittelständische Unternehmen gehören zu den Auftraggebern.

Wichtiger Hinweis für die Medien: In der Pressestelle der TU Chemnitz können themenbezogen Fotos honorarfrei angefordert werden.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Thomas Geßner, TU Chemnitz, Zentrum für Mikrotechnologien, 09107 Chemnitz, Telefon (03 71) 5 31 - 31 30, Fax (03 71) 5 31 - 31 31, E-Mail thomas.gessner@zfm.tu-chemnitz.de oder Mario Baum, Telefon (03 71) 53 97 - 9 26, E-Mail mario.baum@zfm.tu-chemnitz.de , Internet: http://www.zfm.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach | idw
Weitere Informationen:
http://www.zfm.tu-chemnitz.de

Weitere Berichte zu: Airbag Mikrochip Mikrotechnologie Sprengstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Boden – Grundlage des Lebens / Bodenforscher auf der Internationalen Grünen Woche
16.01.2018 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

nachricht EMAG auf der GrindTec 2018: Kleine Bauteile – große Präzision
11.01.2018 | EMAG GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungen

Transferkonferenz Digitalisierung und Innovation

22.01.2018 | Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
Weitere B2B-VideoLinks
Aktuelle Beiträge

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Forschungsteam schafft neue Möglichkeiten für Medizin und Materialwissenschaft

22.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Ein Haus mit zwei Gesichtern

22.01.2018 | Architektur Bauwesen