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Flugsimulation für die Psychotherapie von Panikstörungen

17.11.2000


In der Psychotherapie bei Flugangst werden

zunehmend Computer und virtuelle Welten genutzt


Der Blick des Patienten kann sich frei

durch die dreidimensionale Simulation des Flugzeuginnenraums

bewegen


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»Flugsimulation »MUL »Psychotherapie
Medizinische Uni Lübeck auf der Medica 2000

Mit einem virtuellen Flug, der in der Psychotherapie von Panikstörungen genutzt wird, und drei weiteren Exponaten präsentiert sich die Medizinische Universität auf der Medica 2000. Die weltgrößte Fachmesse für High-Tech in Klinik und Praxis findet vom 22. - 25. November in Düsseldorf statt.
Neben der Flugsimulation für die Psychotherapie ist die MUL auf der diesjährigen Medica mit den Themen "Neue optische Diagnoseverfahren in der Medizin" (Medizinisches Laserzentrum Lübeck und Uniklinik für Dermatologie und Venerologie), "Behandlung von Knorpeldefekten durch Chondrozytenimplantation" (Uniklinik für Orthopädie) und "Neue Methode zur Kalibration von Pulsoximetern" (Institut für Medizintechnik der MUL) vertreten. Die Lübecker Exponate sind auf der Medica in Messehalle 14 am Stand E 03 zu finden.
In der Psychotherapie wird mehr und mehr auch auf Computer und virtuelle Welten zurück gegriffen. Erste erfolgreiche Behandlungen haben Ende der 90er Jahre stattgefunden, vor allem in Bezug auf Höhen- und Spinnenangst.
Das Fliegen in einem Flugzeug ist oft so stark angstbesetzt, dass die Betroffenen sich nicht überwinden können, ein Flugzeug zu besteigen. Daher haben die Medizinisch-Psychosomatische Klinik Bad Bramstedt (in Kooperation mit der MUL), die Universitätsklinik für Psychiatrie in Graz und die Firma Insight Instruments (Wien) eine Software entwickelt, die einen Flug von Hamburg nach München simuliert.
Im Gegensatz zu früheren Geräten, die das Tragen eines schweren Helmes notwendig machten, haben die Patienten eine leichte Brille auf. Es erscheint ein dreidimensionales Bild aus dem Inneren eines Verkehrsflugzeuges. Rechts neben seinem Sitz sieht der Patient ein Fenster, durch das er zu Beginn das Flughafengebäude und später, nach dem Start, die Landschaft erkennt. Die virtuelle Realität gestattetes ihm, den Kopf zu drehen, zu heben und zu senken, so dass er auch seine Umgebung betrachten kann und nicht nur ein starres dreidimensionales Bild vor sich hat. Der Patient sitzt auf einem Original-Flugzeugsitz, über den Kopfhörer werden Triebwerkgeräusche und Unterhaltungen der Mitreisenden eingespielt, um die Situation in einer Passagiermaschine möglichst naturgetreu wiederzugeben. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase mit Brille und Kopfhörer, den Sicherheitsanweisungen der Flugbegleiter und dem Anschnallen startet der virtuelle zwanzigminütige Flug.
Damit die Patienten überprüfen können, ob sie nach der Therapie tatsächlich - oft erstmals nach vielen Jahren wieder - angstfrei fliegen können, wurden der Medizinisch-Psychosomatischen Klinik dankenswerter Weise dreißig Freiflüge von Hamburg nach München und retour zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Rüdiger Labahn | idw

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