Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Weg der Flaschen

10.09.2003


Altglas, Plastik und Dosen sind wertvolle Sekundärrohstoffe. Deshalb werden sie gesammelt und recycelt. Ein wesentlicher Kostenfaktor beim Recycling ist der Transport. Ziel ist es daher, optimale Rückführungssysteme zu planen und aufzubauen. Mit dem Programm WinESDR können die Logistik-Experten vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML die Fahrten eines Rückführungssystems optimieren. Vom 23. bis 27. September 2003 stellen die Wissenschaftler auf der Messe ENTSORGA in Köln in Halle 12.2, Stand F40 neue Lösungsansätze vor.



Im vergangenen Jahr haben Verbraucher in Deutschland rund 2,45 Millionen Tonnen Altglas in Containern entsorgt. "Altglas wird bundesweit flächendeckend in etwa 300 000 Glascontainern an rund 100 000 Standorten gesammelt. Lkws holen das Glas auf festgelegten Routen ab und bringen es zu den 23 Aufbereitungsanlagen. Dort wird es nach Farben sortiert, zerkleinert, gewaschen und wieder aufbereitet. Anschließend kommt das Material zu den 28 Glashütten, die Altglas annehmen und zu neuen Flaschen verarbeiten. Schließlich müssen sie von hier zu den Getränkeherstellern transportiert werden, die sie wieder befüllen", beschreibt Eike Michaelis vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund den Weg der Flaschen. Solche mehrstufigen Transportprobleme sind ein Fall für die Dortmunder Logistiker. Speziell dafür haben sie das Computerprogramm WinESDR entwickelt. Die Software hilft dabei schnell optimale Transportwegenetze zu errechnen.

... mehr zu:
»Aufbereitungsanlage »IML »WinESDR


Eine erste Bewährungsprobe hat WinEDSR bereits bestanden: Es war im Einsatz, als das IML zusammen mit der Gesellschaft für Glasrecycling und Abfallvermeidung mbH GGA eine neue Zuordnung für Altglasrecycling geplant hat. Mit Hilfe des Computerprogramms gelang es den Fraunhofer-Experten, die Transportwege so zu optimieren, dass rund 30 Prozent der Kosten eingespart werden konnten. Die Problematik im Recyclingzyklus vom Container zur neuen Flasche ist vielschichtig: Die Container müssen geleert werden, bevor sie überquellen. Auch Leerfahrten kosten Geld. Die Auslastung der Aufbereitungsanlagen und Glashütten ist ebenso ein Kostenfaktor wie die Transporte zwischen den Containerstandorten, den Aufbereitungsanlagen, den Glashütten und den Getränkeherstellern.

WinESDR könnte auch dabei helfen, die Entsorgungslogistik für Einwegverpackungen zu planen: Seit der Einführung des Dosenpfandes zum 1. Januar 2003 gibt es - so die Glasindustrie - noch kein flächendeckendes Rücknahmesystem für Einwegflaschen und Dosen. In diesem Jahr, so schätzt die GGA, wird rund 15 Prozent weniger Altglas in den Containern gesammelt, denn die Verbraucher geben die Pfandflaschen zurück und immer mehr Getränke werden in PET-Flaschen abgefüllt. Durch den Rückgang der Recyclingquoten gehen wertvolle Primärrohstoffe des Glases - Quarz, Sand, Soda und Kalk - unwiederbringlich verloren. Szenarien für neue Recyclingnetze gibt es bereits. So könnten die Flaschen in den Geschäften gesammelt, von dort zu Sammelpunkten und weiter in Aufbereitungsanlagen gebracht werden. "Mit WinESDR ließe sich hierfür ebenso wie für das Recycling von Aludosen ein flächendeckendes Wegenetz entwickeln", sagt Michaelis.

Kontakt: Dipl.Wirt.Math. Eike Ernst Michaelis, Tel. 0231 - 9743-359, Fax -77359, e.michaelis@iml.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iml.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/presseinfo
http://www.fraunhofer.de/german/events/exhibitions/ent03_m02.html

Weitere Berichte zu: Aufbereitungsanlage IML WinESDR

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Digitalisierung von HR-Prozessen – tisoware auf der Personal Nord und Süd
21.03.2017 | tisoware Gesellschaft für Zeitwirtschaft mbH

nachricht Hochauflösende Laserstrukturierung dünner Schichten auf der LOPEC 2017
21.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise