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Funktionsuntersuchung des Gehirns auch während Hirnoperationen möglich

28.10.2002


Die operative Entfernung von Hirntumoren führt noch heute oftmals zu schweren, nicht vorhersehbaren Funktionsstörungen und Beeinträchtigungen, darunter Halbseitenlähmungen oder Sprachverlust, bei den Patienten. Eine vom Klinikum Essen neu entwickelte und exklusiv hier angewandte Untersuchungsmethode ermöglicht es nun, dem Neurochirurgen sowohl im Vorfeld als auch im Verlauf der Operation konkret zu prüfen, welche Folgen die radikale Entfernung des Tumorgewebes haben wird.


Für die Betroffenen wie den Operateur stellt dies eine wichtige Entscheidungshilfe dar.

Im Gegensatz zu der bislang angewendeten funktionalen Magnetresonanztomographie (fMRT), die der Patient wach und aktiv durch Übungen unterstützen musste, ist es durch das nun vorgestellte passive Paradigma (StimuLINK) möglich, auch bereits Gelähmte oder Bewusstlose zu untersuchen. Bei diesem Verfahren erhält der Betroffene mit Hilfe eines auch im Kernspintomografen einsetzbaren Kabels milde elektrische Reize/Impulse in definierter Form an Hand- und Fußgelenke. Die dabei gemessene regionale Sauerstoffkonzentrationsveränderung in der Zentralregion gibt Aufschluss über das beeinträchtigte Gehirnareal und erlaubt die Abgrenzung des Tumors. Dies bedeutet, das der Operateur vor bzw. beim Eingriff erkennen kann, welche Funktion das betroffene Gewebe wahrnimmt.


Die Besonderheit des neu entwickelten Verfahrens ist dessen neuartige Form der Abschirmung der durch den elektrischen Reiz auftretenden elektromagnetischen Felder im Kernspintomografen. Besonders hervorzuheben sind dabei eine von der Uniklinik Essen speziell entwickelte Elektrodenabschirmung sowie ein masseabgeschirmter Koaxialleiter.
Das Verfahren markiert damit den Beginn einer intraoperativen fMRT-Untersuchung, an deren klinischem Einsatz derzeit weltweit geforscht wird.

Universität Essen
Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie
Prof. Dr. Dietmar Stolke
Dr. med. Thomas Gasser
Hufelandstr. 55, 45122 Essen
Tel.: 0201-7231201, Fax: 0201-7235909
E-Mail: neurochirurgie@uni-essen.de

Prof. Dr. Dietmar Stolke | Universität Essen
Weitere Informationen:
http://www.uni-essen.de/neurochirurgie

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