Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fachmesse SIT 2008: Gas geben mit gestickter Sensorik

11.06.2008
Leichter, weniger Bauteile, geringere Kosten: Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der TU Chemnitz präsentiert in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Strukturleichtbau e. V. vom 26. bis zum 28. Juni auf der SIT 2008 den Einsatz neuartiger Materialien

Sticken ist mehr als eine beliebte Handarbeitskunst: Die Wissenschaftler der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der TU Chemnitz und des Kompetenzzentrums Strukturleichtbau e. V. (SLB) sticken Sensoren.

Welche Vorteile diese Technologie bietet und welche Nutzen der Einsatz von Faserverbundkunststoffen bringt, zeigen sie auf der SIT, der Sächsischen Industrie- und Technologiemesse, vom 26. bis zum 28. Juni 2008. Auf der Messe Chemnitz am Stand D2 in Halle 1 werden sie ihre Forschung anhand von vier Exponaten vorstellen: einem Joystick, einem Gaspedal, einer Momentenstütze und einer Maschineneinhausung.

Wo aus Bewegungen Signale abgeleitet werden sollen, kommen zurzeit häufig Dehnungsmessstreifen zum Einsatz. Im Leichtbau müssen diese von Hand aufgetragen werden, Massenproduktion ist nicht möglich. Deshalb suchten die Chemnitzer Forscher eine Lösung, um die Sensorik direkt in ihre Grundmaterialien einzubringen - und entwickelten den weltweit ersten Sticksensor in Leichbauverbundstrukturen.

... mehr zu:
»SIT »Sensor »Sensorik »Strukturleichtbau

Im Leichtbau werden Textilien - ob Vliese, Gewebe aus Glasfasern oder andere innovative Faserverbundwerkstoffe - als Verstärkungsmaterial eingesetzt. Direkt in dieses Textil sticken die Wissenschaftler einen Draht ein, der als Sensor dient. Er besteht aus dem selben Material, aus dem auch die Dehnungsmessstreifen hergestellt werden - aus Konstantan, das eine Formänderung in eine elektrische Widerstandsänderung umsetzt, die als Signal verwertet werden kann. Eingesetzt werden kann der Sticksensor überall, wo aus Bewegungen Signale gewonnen werden sollen.

Beispielsweise bei einem Joystick - einen solchen zeigen die Chemnitzer Forscher auf der SIT. Hier werden Betätigungsgriff und Gehäusering durch vier Federelemente aus Faserverbundwerkstoffen verbunden, in die die Sensorik eingestickt ist. "Dadurch benötigen wir weniger Bauteile und haben somit auch weniger Teile, die von Verschleiß betroffen werden können. Auch die Montagevorgänge werden weniger, die Herstellungskosten sinken", fasst Holg Elsner, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung, die Vorteile zusammen. Diese gelten auch für das elektronische Gaspedal, das die TU-Wissenschaftler auf der Messe präsentieren.

Dieses besteht aus lediglich drei Teilen - neben Gewicht werden dabei auch Kosten gespart, und das bis zu 50 Prozent. Auch hier wird die Sensorik direkt in das Festkörpergelenk integriert. Ein Produkt, dass die Chemnitzer zur Massenproduktion führen wollen - dafür verknüpfen sie großseriennahe Einzeltechnologien zu einer durchgängigen Prozesskette, die eine Massenfertigung erlaubt. Gestickte Sensoren können auch in einer Momentenstütze zum Einsatz kommen, die ebenfalls auf der SIT am Stand der Professur zu sehen ist. Diese Stützen werden im Motorraum von Fahrzeugen eingesetzt und können mit Hilfe der integrierten Sensorik Überbelastungen feststellen sowie geeignete Gegenmaßnahmen auslösen.

Als viertes Exponat wird eine Maschineneinhausung aus Faserverbundkunststoffen präsentiert. Diese Werkstoffe kennzeichnen sich durch hohe Festigkeit bei gleichzeitig geringem Gewicht und eigenen sich deshalb für den Einsatz im Leichtbau. Die Wissenschaftler der TU und des SLB haben ein Verfahren entwickelt zur Herstellung modular aufgebauter Verkleidungselemente. Sie ersetzen so die bisher verbreiteten Maschineneinhausungen aus Metall durch energieeffizientere Konstruktionen aus Faserverbundwerkstoffen. Auf der SIT zeigen sie eine Reinigungskabine, in der Werkstücke gesäubert werden können. In den Verbundwerkstoff sind in diesem Fall Glasfasern eingearbeitet. Gegenwärtig laufen die Vorbereitungen zur Einführung einer Serienfertigung dieser Kabine mit den beteiligten Entwicklungspartnern für 2008.

Weitere Informationen erteilten Prof. Dr. Lothar Kroll, Telefon 0371 531-35706, E-Mail lothar.kroll@mb.tu-chemnitz.de, und Holg Elsner, Telefon 0371 531-38154, E-Mail holg.elsner@slb.tu-chemnitz.de.

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de/

Weitere Berichte zu: SIT Sensor Sensorik Strukturleichtbau

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Digitalisierung von HR-Prozessen – tisoware auf der Personal Nord und Süd
21.03.2017 | tisoware Gesellschaft für Zeitwirtschaft mbH

nachricht Hochauflösende Laserstrukturierung dünner Schichten auf der LOPEC 2017
21.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen