Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Automobile Software - kommunikativ, vernetzt, selbstorganisierend

22.12.2008
Neueste Forschungsergebnisse rund um die Automobil-Software präsentiert die Fraunhofer ESK auf dem Gemeinschaftsstand des Fraunhofer-Verbundes Informations- und Kommunikationstechnik IuK (Halle 11, Stand 11-102) auf der Fachmesse Embedded World 2009.

Software ist für zahlreiche sicherheitsrelevante und komfortable Funktionen im Auto unerlässlich. Softwareentwickler stehen vor der Herausforderung, die vielen Funktionen im Fahrzeug ressourceneffizient und situationsoptimiert zu vernetzen. Dabei ist künftig nicht nur der interne Informationsaustausch zwischen den Steuereinheiten relevant, sondern auch die Kommunikation mit der Fahrzeugumgebung.

Car-to-Roadside Communication

Mit einem Modell präsentiert die Fraunhofer ESK auf der Messe, wie die Fahrzeug-Umwelt-Vernetzung in Zukunft aussehen kann: Fest installierte Roadside Units (RSU) und On-Board Units sammeln und filtern die Informationen von Location Based Services und leiten die intelligente Auswahl direkt ins Cockpit. Insbesondere die Sicherheit und Effizienz im Straßenverkehr, aber auch der Fahrtkomfort wird so verbessert. Das Spektrum der Informationen reicht vom Erkennen von Gefahren und der Warnung anderer Verkehrsteilnehmer, über die aktuellen Spritpreise der nächsten Tankstellen bis zum Bestellen und Bezahlen im Vorbeifahren. Die Forscher der Fraunhofer ESK setzen Linux-basierte Standardkomponenten für die Entwicklung der Roadside Units (RSU) ein. Sie garantieren die Nutzbarkeit der Systeme durch verschiedene Fahrzeughersteller und Fahrzeugtypen. Besonders ist die WLAN-basierte Funkvernetzung der RSUs, bei der die Wissenschaftler der Fraunhofer ESK ein ausfallsicheres Mesh-Netz nutzen, das die Selbstkonfiguration und Selbstheilung des Systems erlaubt.

Dynasoft - Automobilsoftware dynamisch aktiviert

Auf selbstorganisierende Software setzen die Wissenschaftler der ESK auch, um die zunehmende Komplexität in der Vernetzung der ECUs (electronic control units) innerhalb des Autos zu beherrschen. Rund 70 ECUs realisieren im Premiumsegment die Fahrzeugfunktionen. Nicht nur durch die Nachfrage nach sparsamen und Ressourcen schonenden Automobilen können die Hersteller die Anzahl der ECUs nicht beliebig steigern.

Die Fraunhofer ESK hat deshalb mit Dynasoft eine neue Software-Architektur für automobile Steuergeräte entwickelt, mit der Hersteller trotz zunehmender Funktionsvielfalt sogar weniger ECUs einsetzen können. Schwerpunkt der Softwareplattform ist die Dynamisierung und Flexibilisierung: Die vorhandenen ECUs werden kontextsensitiv mit Softwarekomponenten beladen. Momentan nicht benötigte Funktionen bleiben inaktiv. Das spart Ressourcen und verspricht neben dem optimalen Zusammenspiel der Funktionen in jeder Fahrsituation auch mehr Sicherheit, da das System den Ausfall einer Hardware-Komponente vorübergehend kompensieren kann (Self-healing). Zudem muss mit dem Dynamisierungs-Paradigma die Integration der Steuergeräte nicht mehr händisch erfolgen, sondern läuft automatisiert ab (Self-configuration). Basierend auf der Architektursprache EAST-ADL2 bietet die Werkzeugkette die Möglichkeit, Dynamik schon im Entwurfsprozess zu berücksichtigen. Ein virtueller Prototyp simuliert dabei, wie sich die Software in der Laufzeit verhält und extrahiert die Parameter für die Laufzeitumgebung. Diese fließen wiederum in die Entwicklung ein, so dass sich das System in einem iterativen Prozess laufend selbst verbessert. Das dynamische, selbst organisierende System erleichtert auch die Wartung der Fahrzeuge oder die problemlose Integration externer Consumer-Geräte. Interessierte können die verschiedenen Optionen und Möglichkeiten der Dynasoft-Plattform am Stand der Fraunhofer ESK kennen lernen.

CAMoS und MoTeF: Maßgeschneiderte Lösungen für die Softwareentwicklung
Neue Funktionen müssen Software-Entwickler in immer kürzerer Zeit realisieren und greifen deshalb auf Werkzeuge für die modellbasierte Software-Entwicklung zurück. Nicht aufeinander abgestimmte Werkzeuge für Spezifikation, Simulation, Prototyping, die Seriencode-Erstellung und nicht zuletzt den Test der Software führen zu Brüchen in der Prozesskette. Das erschwert die Arbeit der Entwickler und führt zu einer hohen Fehleranfälligkeit.

Die Fraunhofer ESK stellt eine neue Werkzeugplattform vor, die den Entwurf und die Absicherung von Software- und Steuerungssystemen im Automobil von der frühen Entwicklungsphase bis zur Serieneinführung vereinfacht. Durch das CAMoS Framework wird der Anwender in die Lage versetzt, alle Phasen der Softwareentwicklung mit nur einem einzigen Werkzeug auf Basis des Standard-Werkzeugs Telelogic Rhapsody und der allgemein anerkannten Sprache UML/SySML zu bearbeiten. In jeder Phase kann er Kommunikationsmechanismen in der entsprechenden Abstraktion abbilden und den Kommunikationsfluss zunächst skizzieren, später simulieren oder im Prototypen über ein reales Netzwerk erproben.

Um die Arbeit der Softwaredesigner zusätzlich zu erleichtern haben die Wissenschaftler der Fraunhofer ESK das modulare Testgenerierungsframework MoTeF entwickelt: Statt Testfälle für die Software von Hand zu generieren erstellt MoTeF automatisch formale Testfall-Spezifikationen aus UML-System- und Softwaremodellen. Beide Frameworks senken die Fehleranfälligkeit, verbessern die Qualität des Endproduktes entscheidend und beschleunigen die Entwicklung. Die Fraunhofer ESK bietet damit eine effizientere Entwicklung automobiler Software für Fahrzeughersteller an, da die modularen Frameworks die Anpassung an die vom Hersteller genutzten Werkzeuge problemlos ermöglichen. Auf der Messe demonstrieren die Wissenschaftler die Optionen und Vorteile der Frameworks mit Hilfe eines Entwicklungs-Modells.

Die Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK

Die Fraunhofer ESK betreibt angewandte Forschung und gliedert sich in die Geschäftsfelder Enterprise & Carrier Communications, Automotive und Industrial Communications. Ihren Kunden - Unternehmen der Telekommunikationsbranche, Anwendern von Kommunikationslösungen und Automobilherstellern und Zulieferern - bietet sie F&E-Dienstleistungen basierend auf den Kompe-tenzfeldern Adaptive Communication Systems und Software Methodology.

Kontakt:
Susanne Baumer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer ESK
Tel.: 089 / 547088 353
Fax: 089 / 547088 220
susanne.baumer@esk.fraunhofer.de

Susanne Baumer | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.esk.fraunhofer.de
http://www.esk.fraunhofer.de/press/pm0813embeddedworld.jsp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Solarkollektoren aus Ultrahochleistungsbeton verbinden Energieeffizienz und Ästhetik
16.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht Energieeffizienter Gebäudebetrieb: Monitoring-Plattform MONDAS identifiziert Einsparpotenzial
16.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

Multiregional brain on a chip

16.01.2017 | Power and Electrical Engineering

New technology enables 5-D imaging in live animals, humans

16.01.2017 | Information Technology

Researchers develop environmentally friendly soy air filter

16.01.2017 | Power and Electrical Engineering