Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Anuga FoodTec 2012: Erste Hilfe für Winzer

01.03.2012
Ob ein Wein so erstklassig wird, wie die Winzer sich dies wünschen, hängt ab von der Qualität der Hefen. Sie steuern den Gärprozess und schaffen den unverwechselbaren Geschmack. Mit einem neuen Sensor können Forscher noch vor der Gärung feststellen, ob der Traubenmost die richtigen Mikroorganismen enthält.

Ein guter Wein ist unverkennbar: Er hat einen ganz besonderen Geschmack, ein charakteristisches, einzigartiges Aroma. All das ist kein Zufall: Die Herstellung von Qualitätsweinen ist eine Kunst für sich.

Der Winzer muss die richtige Rebsorte an-bauen, im richtigen Moment ernten und pressen und den Traubensaft zum Vergären richtig lagern. »Selbst wenn alle Randbedingungen stimmen, gibt es immer noch ein Risiko«, erklärt Dr. Mark Bücking vom Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME. Verantwortlich für das gewisse Etwas sind nicht nur Lage, Traubensorte und Reifegrad, sondern auch die Hefen, die während des Gärprozesses aktiv werden. Diese Hefen sind Mikroorganismen, die natürlicherweise im Umfeld der Weinproduktion vorkommen, jeder Weinberg hat eine ganz charakteristische Population. Sie geben dem Wein seine spezielle Note. Nur Winzer, die diese Wildhefen für die Spontanvergärung verwenden, haben eine Chance, einen echten Spitzenwein zu gewinnen, der von Weinkennern entsprechend prämiert und goutiert wird.

Doch die Spontanvergärung ist riskant: Nicht alle Wildhefen sind gut für die Entwicklung des Weins. Es gibt »Böse Buben«, die unangenehme Aromastoffe erzeugen oder sogar die Gärung verhindern. Erfahrene Winzer überwachen den Prozess daher sehr genau, um notfalls Zuchthefen zugeben zu können. »Durch solche Zusätze verliert der Wein allerdings an Qualität, er ist dann nur noch Mittelmaß«, so Bücking. Der Forscher ist nicht nur Weinkenner, sondern auch Spezialist für Analytik. Zusammen mit seinem Team hat er den Prototypen eines Geräts erarbeitet, mit dem Winzer innerhalb kurzer Zeit feststellen können, ob die Hefen im Most die richtigen sind. Auf der Anuga FoodTec vom 27. bis 30. März in Köln stellen die Experten ihre Entwicklung vor.

Der Detektor ist nicht größer als ein Mobiltelefon und passt in jede Hosentasche. In seinem Inneren stecken zehn Plexiglasröhrchen, die mit Antikörpern beschichtet sind. Füllt der Winzer mit einer Pipette Traubenmost in die Röhrchen ein, bleiben genau die Hefen an den Wänden des Röhrchens kleben, die auf einen passenden Antikörper treffen. Die biochemische Reaktion erzeugt einen Farbumschlag, der leicht zu erkennen ist: Das Röhrchen wird blau. »Bereits mit diesem Prototypen können wir innerhalb kurzer Zeit ein halbes Dutzend verschiedener Hefen detektieren«, erläutert Bücking. »Je nach Wunsch des Winzers, lassen sich entweder die gewünschten >gutenbösen

Außer zum Bestimmen von »Bösen Buben« lässt sich die Analysetechnik auch nutzen, um Pilze, Bakterien und Viren zu detektieren, die beispielsweise Pflanzenkrankheiten auslösen. Bisher konnten nur große Labors solche mikrobiologischen Analysen durch-führen. Bis die Proben dorthin geschickt und untersucht wurden, verging viel Zeit. Mark Bücking: »Mit dem neuen Antikörper-Test-Set geht alles viel schneller: Man kann die Untersuchung vor Ort durchführen und wertvolle Zeit sparen.«

Dr. Mark Bücking | Fraunhofer Mediendienst
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2012/maerz/erste-hilfe-fuer-winzer.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht OLED-Produktionsanlage aus einer Hand
29.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Digitalisierung von HR-Prozessen – tisoware auf der Personal Nord und Süd
21.03.2017 | tisoware Gesellschaft für Zeitwirtschaft mbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten