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Siemens gründet Sierra, eine neue Initiative zur Dosisreduktion in der Computertomografie

29.06.2010
Experten-Panel unterbreitet bereits erste Vorschläge

Bei Siemens haben Patientensicherheit und Strahlungsreduktion in der Computertomografie höchste Priorität. Deshalb hat Siemens Healthcare kürzlich die Initiative Sierra (Siemens Radiation Reduction Alliance) gegründet und ein zugehörendes Experten-Panel etabliert, das die Dosisreduktion in der Computertomografie vorantreiben soll.

Mitglieder des neuen Low Dose Expert Panel sind fünfzehn Spezialisten für Radiologie, Kardiologie und Physik, die durch ihre Veröffentlichungen zur Dosis in der CT international anerkannt sind. Das Gremium soll Vorschläge dazu entwickeln, was einerseits technisch auf Seiten der Hersteller und andererseits auf Seiten der Anwender getan werden kann, um die Dosis in der CT weiter zu senken. Auf der ersten Sitzung des Low Dose Expert Panel im Mai 2010 war man sich darüber einig, dass umgehend Maßnahmen zu ergreifen sind, die die Ärzte anregen, die bereits vorhandenen Technologien zur Dosisreduktion voll auszuschöpfen.

„Als Innovationsführer in der Computertomografie ist es unser Ziel, die Strahlenexposition für alle typischen CT-Untersuchungen unter zwei Millisievert zu senken. Das ist der Bereich, in dem die jährliche natürliche Umgebungsstrahlung liegt. Wir sehen uns außerdem in der Pflicht, alles uns Mögliche zu tun, um unseren Kunden zu helfen, die Dosis in der CT zu senken, ohne dass sie Kompromisse bei der diagnostischen Qualität der Bilder eingehen müssen“, sagte Dr. Sami Atiya, CEO Computertomografie bei Siemens Healthcare.

„Deshalb möchten wir mit Experten konkrete Vorschläge zur Dosisreduktion für die Branche entwickeln und haben dazu die Siemens Radiation Reduction Alliance, Sierra, ins Leben gerufen.“

Exzellente Bildqualität ist eine wesentliche Anforderung in der Computertomografie (CT). Gleichzeitig soll die Strahlenexposition für den Patienten so niedrig wie möglich sein. Siemens Healthcare hat schon viele Maßnahmen ergriffen, um seinen Kunden zu helfen, die Röntgendosis konsequent zu senken. Nun möchte Siemens sein Engagement für die Dosisdiskussion in der CT erweitern. „Das Low Dose Expert Panel soll unter anderem konkrete Maßnahmen vorschlagen, wie bereits vorhandene Techniken zur Dosisreduktion noch besser in die klinischen Praxis integriert werden können. Außerdem soll es Empfehlungen für die Hersteller geben, um weitere Innovationen zur Dosisreduktion zu entwickeln“, sagte Dr. Sami Atiya. Die Experten-Gruppe hat bei ihrer ersten Diskussionsrunde im Mai 2010 bereits mehrere Maßnahmen vereinbart:

Für die zehn häufigsten Indikationen in der CT sollen Dosisempfehlungen entwickelt werden. Dazu möchte das Low Dose Expert Panel ein internationales Dosisregister etablieren, in dem die Dosiswerte für die wichtigsten CT-Indikationen unter den teilnehmenden Kliniken gesammelt werden. Daraus sollen Referenzwerte abgeleitet werden, die wesentlich niedriger sein sollen, als die bisher üblichen Werte.

Die Institutionen der Sierra-Mitglieder werden ihre Scan-Protokolle der zehn häufigsten CTUntersuchungen auf einer Webseite öffentlich zur Diskussion und Verwendung zur Verfügung stellen, um auch anderen Institutionen Anregungen zur Dosisreduktion in ihren Standardprotokollen zu geben.

In Zusammenarbeit mit den Mitgliedern von Sierra wird Siemens ein Ausbildungsprogramm zur Senkung der Dosis entwickeln. Speziell geschulte Trainer werden mit Anwendern beim Kunden zusammenarbeiten, um deren Scan-Protokolle in Hinblick auf geringst mögliche Dosis zu optimieren.

„Während Strahlung in der Medizin schon seit längerem in Europa öffentlich diskutiert wird, schenkt man ihr in vielen Teilen der Welt erst jetzt Beachtung. Unter anderem deshalb kann Siemens einen langjährigen Vorsprung an Erfahrung bei der Implementierung von Techniken zur Dosisreduktion vorweisen. Siemens hat bereits eine ganze Reihe innovativer Technologien entwickelt, mit denen sich die Dosis in der CT senken lässt, ohne dass man Abstriche an die Bildqualität machen muss. Viele technische Leistungsmerkmale zur Dosisreduktion, die Siemens- Computertomografen schon seit Jahren standardmäßig bieten, hat die Regulierungsbehörde für Medizintechnik in den USA inzwischen in ihren Anforderungskatalog für CT-Scanner aufgenommen. Ich freue mich sehr, dass ich an der neuen Siemens-Initiative teilnehmen und dazu beitragen kann, dass das Leistungsvermögen dieser Werkzeuge auch wirklich ausgeschöpft wird.

Wir werden der Fachwelt zeigen, dass man tatsächlich die Dosis erheblich senken kann, ohne dabei die diagnostische Qualität der Bilder zu vermindern“, sagte Dr. U. Joseph Schoepf, Arzt an der Medical University of South Carolina, USA.

„Ich beobachte immer wieder, dass in der alltäglichen Anwendung der CT nicht alle vorhandenen Funktionen voll genutzt werden, um die optimale Balance zwischen bestmöglicher Bildqualität bei gleichzeitig geringst möglicher Dosisapplikation zu erzielen. Hier sehe ich einen hohen Schulungsbedarf. Ich möchte mich in diesem Panel dafür einsetzen, die Trainingsprogramme so zu verbessern, dass das Fachpersonal an immer mehr klinischen Einrichtungen befähigt wird, alle Optionen bestmöglich zu nutzen“, sagte Dr. Cynthia McCollough, Ärztin an der Mayo Clinic in Rochester, USA.

„Die Kinderradiologie verzeichnet zwar bereits große Fortschritte bei der Dosisreduktion, wir müssen aber weiterhin daran arbeiten, die Werte zu senken. Denn die CT entwickelt sich technisch und damit auch hinsichtlich der Diagnosemöglichkeiten weiter. Deshalb wird es laufend neue Scan-Protokolle geben und die Anwender werden sich entsprechend fortbilden müssen. Unsere Zusammenarbeit mit der Industrie soll uns helfen, die CT für Kinder zu verbessern. Ich freue mich darauf, innerhalb der Siemens-Initiative neue Protokolle zu entwickeln und neue Technologien in die klinische Praxis zu integrieren“, sagte Dr. Marilyn Siegel vom Mallinckrodt Institute of Radiology, USA.

Das Low Dose Expert Panel wird sich zwei Mal im Jahr treffen, um neue Ideen zu diskutieren und zu prüfen, ob die beschlossenen Maßnahmen bereits umgesetzt wurden. Siemens wird die Ergebnisse nutzen, um neue Leistungsmerkmale für seine CT-Scanner und Trainingsprogramme für seine Kunden zu entwickeln.

Panel-Mitglieder sind:

Dr. Hatem Alkadhi, Universitätshospital Zürich, Schweiz
Dr. Christoph Becker, Ludwig Maximilian Universität, Deutschland
Dr. Elliot Fishman, Johns Hopkins University, USA
Dr. Donald Frush, Duke University, USA
Dr. Jörg Hausleiter, Deutsches Herzzentrum München, Deutschland
Dr. Willi Kalender, Universität Erlangen, Deutschland
Dr. Harold Litt, University of Pennsylvania, USA
Dr. Cynthia McCollough, Mayo Clinic, USA
Dr. Alec Megibow, NYU-Langone Medical Center, USA
Dr. Michael Recht, NYU-Langone Medical Center, USA
Dr. Dushyant Sahani, Harvard Medical School, Massachusetts General Hospital, USA
Dr. U. Joseph Schoepf, Medical University of South Carolina, USA
Dr. Marilyn Siegel, Mallinckrodt Institute of Radiology, USA
Dr. Aaron Sodickson, Brigham and Women's Hospital, USA
Dr. Kheng-Thye Ho, Tan Tock Seng Hospital, Singapur
Der Siemens-Sektor Healthcare ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen und führend in der medizinischen Bildgebung, Labordiagnostik, Krankenhaus-Informationstechnologie und bei Hörgeräten. Siemens bietet seinen Kunden Produkte und Lösungen für die gesamte Patientenversorgung unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Durch eine Optimierung der klinischen Arbeitsabläufe, die sich an den wichtigsten Krankheitsbildern orientiert, sorgt Siemens zusätzlich dafür, dass das Gesundheitswesen schneller, besser und gleichzeitig kostengünstiger wird. Siemens Healthcare beschäftigt weltweit rund 48.000 Mitarbeiter und ist rund um den Globus präsent. Im Geschäftsjahr 2009 (bis 30. September) erzielte der Sektor einen Umsatz von 11,9 Milliarden Euro und ein Ergebnis von rund 1,5 Milliarden Euro.

Marion Bludszuweit | Siemens Healthcare
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/healthcare

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