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Neue Technologien erleichtern Diagnose und Nachsorge bei Brustkrebs

14.05.2010
„Breast Care Solutions“ von Siemens auf dem Deutschen Röntgenkongress

„Breast Care Solutions“ von Siemens auf dem Deutschen Röntgenkongress Neue Technologien erleichtern Diagnose und Nachsorge bei Brustkrebs Siemens Healthcare präsentierte auf dem Deutschen Röntgenkongress in Berlin unter dem Namen „Breast Care Solutions“ seine neuesten Lösungen zur Früherkennung und Behandlung von Brustkrebs.

Diese umfassen eine Kombination verschiedener bildgebender Verfahren wie Ultraschall, Mammographie und Magnetresonanztomographie (MRT), die durch Informationstechnik und Lösungen aus der Labordiagnostik ergänzt werden. Dabei setzt Siemens besonders auf die dritte Dimension: Die dreidimensionalen Darstellungen (3D) der weiblichen Brust sind vor allem mithilfe der beiden neuen Siemens- Technologien, dem Ultraschallsystem Acuson S2000 Automated Breast Volume Scanner (ABVS) und der 3D-Tomosynthese des digitalen Mammographiesystems Mammomat Inspiration möglich. Damit erkennt der Arzt mehr Details als bisher.

Erste Radiologen und Krankenhäuser in Europa und Asien arbeiten bereits mit diesen neuen Technologien. Auf einem eigenen Siemens-Symposium zum Thema „Breast Care“ berichten Experten von den innovativen Diagnose-Möglichkeiten und ihren ersten Erfahrungen damit. Ziel ist es, auf der einen Seite Diagnosen präziser und schneller zu stellen, auf der anderen Seite die Untersuchungsqualität und den Therapieablauf für die Patientinnen zu verbessern.

Die Kombination verschiedener bildgebender Verfahren wie Ultraschall, Mammographie, Magnetresonanztomographie, aber auch die molekulare Bildgebung finden in der Brustmedizin (Senologie) bei Ärzten immer mehr Zuspruch. Die neuen Technologien führen unter anderem zu einer verbesserten Bildqualität und optimieren Arbeitsabläufe, die den Arzt bei seiner Arbeit unterstützen. Dadurch können mehr Patientinnen in kürzerer Zeit untersucht werden. Die Innovationen helfen außerdem, die Anzahl der Biopsien zu verringern oder eventuelle Operationen besser als bisher zu planen. Immundiagnostische Tests liefern ergänzend Hinweise über den Verlauf einer Therapie. Nachfolgend die aktuellen Entwicklungen für „Breast Care“ im Einzelnen:

Digitales Mammographiesystem Mammomat Inspiration

Das digitale Vollfeldsystem Mammomat Inspiration mit der Basis-Funktion für Screening ist seit Ende 2007 auf dem Markt und in über 500 Krankenhäusern und Praxen weltweit im Einsatz. Viele neue Komponenten liefern dem Arzt bessere Aufnahmen der weiblichen Brust als bisher und erleichtern damit die Diagnosestellung. Gleichzeitig macht eine so genannte MoodLight-Funktion am Gerät die Untersuchung für Frauen angenehmer als herkömmliche Mammographiegeräte. Weitere technische Details sorgen dafür, dass die Strahlenbelastung bei dem Untersuchungsverfahren individuell auf die Frau abgestimmt und somit so gering wie möglich ist. Ergänzend kann der Arzt mit einer optionalen Biopsie-Einheit am Mammomat Inspiration stereotaktische Biopsien automatisiert durchführen.

Bei der 3D-Brust-Tomosynthese, der Weiterentwicklung der digitalen Mammographie, bewegt sich die Röntgenröhre des Mammomat Inspiration um die komprimierte Brust. Dabei werden 25 Niedrigdosisaufnahmen mit bis zu zwei Bildern pro Sekunde akquiriert. Anschließend werden die Daten in einen 3D-Volumendatensatz umgerechnet. Mit dieser Technologie können jetzt auch Tumoren dargestellt werden, die bei der herkömmlichen Mammographie durch überlappendes Gewebe verdeckt sein könnten. Auf diese Weise wird die Diagnose genauer als bisher und reduziert die Anzahl von so genannten „Falsch-positiv-Befunden“. In Europa und Asien wurden mittlerweile diverse Mammomat-Systeme mit Tomosynthese installiert.

Als erste Radiologin in Deutschland arbeitet Dr. Renate Tewaag von der Radprax-Gruppe, einem Praxisverbund für Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie in Wuppertal, seit einigen Monaten mit der 3D-Tomosynthese von Siemens. „Damit erleben wir die faszinierende Weiterentwicklung der digitalen Mammographie. Diese 3D-Technologie bietet beeindruckende Verbesserungen der Detailerkennbarkeit, wodurch Patientinnen und Radiologen gleichermaßen profitieren: Wir gewinnen mehr Sicherheit in der Diagnostik, während die untersuchten Frauen nicht mehr verunsichert werden“, sagte Tewaag. „Durch die Tomosynthese wird die Mammographie für Arzt und Patientin stressfreier. Nach den bisherigen ersten Eindrücken können Zusatzuntersuchungen und Interventionen mit gutem Gewissen vermieden werden. In dichtem Drüsengewebe versteckte Läsionen werden frühzeitiger entdeckt.“

Neben der 3D-Tomosynthese bietet Siemens Syngo MammoReport, den Multi-Modality- Arbeitsplatz für Breast Care, an. Damit lassen sich erstmals Bilder aus den Modalitäten 3DTomosynthese, 3D-Ultraschall und Magnetresonanztomographie auf einer Workstation darstellen und gemeinsam zur Befundung heranziehen.

Ultraschall in der Brustkrebsfrüherkennung

Das Siemens-Ultraschallsystems Acuson S2000 Automated Breast Volume Scanner (ABVS) unterstützt den Arzt vor allem bei der Diagnose von sehr dichtem Brustgewebe durch die genauere dreidimensionale Aufnahmetechnik. Die ersten Geräte dieses neuen Ultraschall- Brustscanners sind seit Kurzem bei Radiologen sowie Gynäkologen in Kliniken und Praxen in Deutschland und Europa im Einsatz. Dr. Frank Stöblen vom Diavero Diagnosezentrum in Essen ist einer der ersten Ärzte, der die neue Ultraschalltechnologie einsetzt. „Das ABVSSystem ist eine faszinierende Weiterentwicklung zu der bisherigen Methode der handgeführten Ultraschalluntersuchung. Die Automatisierung erlaubt unabhängig vom Untersucher immer die gleiche Aufnahmequalität.“

Mit dem Acuson S2000 ABVS hat Siemens Healthcare als Erster einen multifunktionalen Ultraschall-Brust-Scanner vorgestellt, der automatisch Volumendarstellungen der weiblichen Brust akquiriert. Die benutzerunabhängige und standardisierte Untersuchung gewinnt dadurch einen neuen Stellenwert. Der Radiologe und Miteigentümer des Diavero Diagnosezentrums in Essen, Dr. Frank Stöblen, ist sich sicher, dass das neue Ultraschallsystem mit ABVS bei der Brustkrebsdiagnose immer bedeutsamer wird: „Diese Technik wird für die Früherkennung sehr wichtig werden. Sie kann auch zur Untersuchung von Hochrisikopatienten angewendet werden, zum Beispiel bei erblicher Vorbelastung oder während beziehungsweise nach Krebsbehandlungen." Außerdem kann mithilfe dieser 3DAufnahmen auch die koronale Ebene der Brust (von Brustwarze bis zur Brustwand) schichtweise dargestellt werden, die mit herkömmlicher Ultraschallbildgebung bisher nicht erfasst werden konnte. Diese koronale Ansicht erleichtert sowie beschleunigt die Diagnose und ist ein wertvolles Instrument bei der OP-Planung.

Eine weitere Ultraschall-Untersuchungsmethode ist die sogenannte Elastographie. Die Technologie mit dem Namen „eSie Touch Elasticity Imaging“ beruht auf dem Prinzip der Elastizitätsbildgebung und stellt die unterschiedlichen Druckeigenschaften von Gewebe dar. Nach Angaben der American Cancer Society erweisen sich 80 Prozent aller biopsierten Brustläsionen als gutartig. Mediziner hoffen, mit dieser Methode die Anzahl von unnötigen invasiven Brustbiopsien verringern zu können. Die neue Applikation erlaubt dem Arzt eine höhere Genauigkeit bei der Charakterisierung von Brustläsionen, da die fehlende Komprimierbarkeit von Gewebe als Indikator für bösartige Veränderungen angesehen wird. Der Ultraschall ist in Verbindung mit der Mammographie die Methode der Wahl bei Frauen mit dichtem Brustgewebe; in Europa und Nordamerika ist das bei zwei von fünf Frauen der Fall.

Innovationen in der Magnetresonanztomographie (MRT) für die Brustkrebsvorsorge Auffälligkeiten im Brustgewebe lassen sich auch mit einer MRT-Untersuchung abklären. Diese bietet mehrere Vorteile: Sie stellt keine Strahlenbelastung für die Patientin dar. Außerdem zeigt die MRT im Gegensatz zu anderen Modalitäten neben den verschiedenen Gewebearten der Brust auch die Tumorangiogenese (neugebildete Blutgefässe zur Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen, die der Tumor zum Wachstum benötigt). MRT eignet sich besonders für junge Frauen mit dichtem Brustgewebe, Frauen mit Brustimplantaten, mehrfach voroperierten Frauen und zur Erkennung des Frühkarzinoms DCIS (Duktales Carcinom In Situ).

Siemens bietet mit seiner Magnetresonanztomograph-Familie Magnetom ein umfangreiches Produktportfolio von 1,5-Tesla- und 3-Tesla- Scannern mit einer Vielzahl von speziellen Applikationen und Spulen für Brustaufnahmen. Zusätzlich hat Siemens einen dedizierten Scanner für die Brustbildgebung entwickelt: das Magnetom Espree-Pink. Besonders für übergewichtige und klaustrophobe Patientinnen werden Untersuchungen dank der großen Magnetöffnung von 70 Zentimetern angenehmer als mit bisherigen Geräten oder sie werden damit überhaupt erst möglich. Die Patientinnen können je nach Bedarf mit den Füßen oder dem Kopf voran positioniert werden. Für Patientinnen, die in bisherigen Geräten ein Gefühl der räumlichen Enge empfunden haben, ist die Bauweise des Magnetom Espree-Pink ein enormer Vorteil. Eine sogenannte Spule kann an unterschiedliche Brustgrößen angepasst werden. Ergänzend sind auch an diesem MRBrustscanner Biopsien möglich. Weitere Software-Anwendungen ermöglichen eine dreidimensionale Nachverarbeitung der Daten oder sorgen für klare Aufnahmen, selbst wenn sich die Patientin leicht bewegt.

Zur Unterstützung des Arztes bei der Diagnose wurden außerdem spezielle Softwarepakete für die MR-Brustbildgebung entwickelt. Dazu gehört etwa die neue Befundungssoftware Syngo BreVis. Sie zeigt auf einen Blick alle Untersuchungsergebnisse einer Patientin – so etwa neben Magnetresonanz- auch Ultraschall- oder Röntgenbilder – was mit der bisherigen Technik nicht möglich war. Ergänzend kann der Arzt mittels der ebenfalls neuen Interventionssoftware Syngo BreVis Biopsy im Bedarfsfall sofort eine Biopsie planen und ausführen. Dies erfolgt weitgehend automatisch gesteuert und wesentlich schneller als bisher. Somit ist diese einfache und effiziente Anwendung für Patientinnen und Anwender ein großer Fortschritt.

"Normalerweise brauche ich bis zu 20 Minuten, um eine Brustaufnahme beurteilen zu können. Mit der neuen Software Syngo BreVis brauche ich gerade fünf Minuten, um den Fall einschätzen zu können. Als ich es damit das allererste Mal versuchte, ging es so schnell, dass ich mich sogar fragte, ob ich etwas falsch eingestellt hätte. Ich fühlte mich so unwohl, dass ich all meine Patientenfälle noch einmal mit der herkömmlichen Methode beurteilte, um wirklich sicher zu sein. Ich kam zu genau den gleichen Ergebnissen und habe nichts übersehen. Syngo BreVis ist brillant und verbessert die Arbeitsabläufe erheblich. Es hilft mir und meinen Patienten, Zeit zu sparen und gibt mir gleichzeitig die gleiche Qualität bei der Befundung", sagte Dr. Marie-Anne Labaisse, Radiologin im Krankenhaus Centre Hospitalier de Wallonie picarde, Tournoi in Belgien.

Molekulare Bildgebung in der Brustkrebsdiagnose

Siemens zeigt auf dem Deutschen Röntgenkongress die Einsatzmöglichkeiten verschiedener Verfahren der molekularen Bildgebung bei der Diagnose und Therapie eines Mammakarzinoms. Viele Krebsarten – wie auch das Mammakarzinom – neigen zu regionalen Absiedelungen in Lymphknoten, weil über die Lymphbahnen in die nähere Umgebung des Ersttumors Tumorzellen wandern und sich ansiedeln können. Eine Lymphabflussszintigraphie mit dem SPECT/CT-System (Single Photon Emission Computertomographie / Computertomographie) Symbia erlaubt das Aufspüren der sogenannten Wächterlymphknoten mit Hilfe radioaktiv markierter Substanzen, die sich darin anreichern. Die präzise Lokalisation dieser Lymphknoten gelingt auch in komplizierter Lage, da die anatomischen Leitstrukturen mittels einer CT-Aufnahme dargestellt werden können. Die Laboruntersuchung dieser Wächterlymphknoten kann vielen Patientinnen die Entfernung sämtlicher Achsellymphknoten mit den daraus resultierenden Komplikationen ersparen. Auch das neueste System von Siemens – der molekulare Computertomograph Biograph mCT – hilft bei der genauen Diagnose von Brustkrebs. Dabei ist das System sowohl in radiologischen als auch in nuklearmedizinischen Abteilungen einsetzbar und eignet sich sowohl für PET/CT (Positronen-Emissions-Tomographie) als auch für reine CT-Untersuchungen. Verschiedene Biomarker helfen hier bei der Lokalisierung von Fernmetastasen in Knochen und anderem Gewebe und helfen damit dem Arzt, die nachfolgende Therapie genauer zu planen.

Therapiemonitoring - Fortschritte in der Immundiagnostik

Neuere Entwicklungen in der Immundiagnostik führten zu einem Biomarker, der den Arzt bei Entscheidungen über den Einsatz der verschiedensten zur Verfügung stehenden Medikamente unterstützen kann – insbesondere, wenn es sich um eine metastasierende Erkrankung handelt. Die Konzentration dieses Biomarkers mit der Bezeichnung HER-2/neu wird im Blut der Patientin bestimmt. HER-2/neu ist ein Onkoprotein, das eine Schlüsselrolle bei einer bestimmten aggressiven Form von Brustkrebs spielt. Der Serumtest auf HER-2/neu von Siemens Diagnostics ist der erste und bisher einzige von der Food and Drug Administration (FDA) zugelassene Bluttest zur Bestimmung der HER-2/neu-Proteine im Blut von Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs. Im Verlauf der Erkrankung gemessene HER-2/neu-Werte liefern aufschlussreiche Informationen über den Verlauf einer Therapie sowie das Therapieansprechen. Dies erlaubt dem behandelnden Arzt, die Therapie gegebenenfalls anzupassen. Außerdem kann der Serumtest Hinweise zur Prognose der Erkrankung liefern.

Der Siemens-Sektor Healthcare ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen und führend in der medizinischen Bildgebung, Labordiagnostik, Krankenhaus-Informationstechnologie und bei Hörgeräten. Siemens bietet seinen Kunden Produkte und Lösungen für die gesamte Patientenversorgung unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Durch eine Optimierung der klinischen Arbeitsabläufe, die sich an den wichtigsten Krankheitsbildern orientiert, sorgt Siemens zusätzlich dafür, dass das Gesundheitswesen schneller, besser und gleichzeitig kostengünstiger wird. Siemens Healthcare beschäftigt weltweit rund 48.000 Mitarbeiter und ist rund um den Globus präsent. Im Geschäftsjahr 2009 (bis 30. September) erzielte der Sektor einen Umsatz von 11,9 Milliarden Euro und ein Ergebnis von rund 1,5 Milliarden Euro.

Die hier genannten Produkte sind in einigen Ländern noch nicht käuflich zu erwerben. Aufgrund von medizinprodukterechtlichen Vorgaben kann die zukünftige Verfügbarkeit in keinem Land zugesagt werden. Detaillierte Informationen hierzu erhalten sie von ihrer Siemens Organisation vor Ort. Aussagen von Kunden sind keine Garantie dafür, dass andere Kunden dieselben Ergebnisse erzielen werden.

Bianca Braun | Siemens Healthcare
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/healthcare

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