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Neuartiges Großgerät zur Steigerung der Präzision bei Bestrahlungen von Tumoren

17.02.2016

Uniklinikum Tübingen erfolgreich im DFG-Wettbewerb um neuartiges Großgerät zur Steigerung der Präzision bei Bestrahlungen von Tumoren - DFG fördert Technologie für kombinierte Strahlentherapie mit rund 9 Mio Euro

Die Radioonkologische Universitätsklinik Tübingen gehört weltweit zu den ersten klinischen Anwendern, die Zugang zu der neuen Technologie aus der Kombination von Magnetresonanztomografie (MRT) und der bildgeführten Strahlentherapie bekommt.


Die erfolgreichen Wettbewerbsteilnehmer: Prof. Daniel Zips, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Radioonkologie und Prof. Daniela Thorwarth, Leiterin Forschungssektion Biomed. Physik

Universitätsklinikum Tübingen

Das Team um Prof. Daniel Zips, Ärztlicher Direktor der Radioonkologie und Professorin Daniela Thorwarth, Expertin für Biomedizinische Physik, konnte sich im Wettbewerb der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als einer von zwei Standorten für das neuartige Großgerät durchsetzen.

Insgesamt 10 Standorte hatten sich für die neue Technologie beworben. Die im Rahmen einer Großgeräteinitiative der DFG bewilligten zwei neuartigen Geräte werden am Uniklinikum Tübingen und Heidelberg zum Einsatz kommen. Sie kombinieren mit der Magnetresonanz-tomografie und der bildgeführten Strahlentherapie eine vielseitige medizinische Bildgebungstechnik mit einer wirksamen modernen Krebsbehandlung.

Zur Technologie

Die im Klinikalltag heute bereits eingesetzten Bestrahlungsgeräte erlauben es, die Lagerung des Patienten und dadurch die Position des Tumors bei der Bestrahlung zu bestimmen und anzupassen. Für eine noch genauere Positionierung des zu bestrahlenden Tumors insbesondere bei beweglichen Tumoren soll die Magnetresonanztomografie (MRT) sorgen:

Die neuen Geräte kombinieren daher ein Bestrahlungsgerät mit einem Magnetresonanztomografen. Sie ermöglichen es nicht nur, den Tumor räumlich genau zu erfassen sondern geben auch Auskunft über dessen biologische Eigenschaften und seine Strahlenempfindlichkeit.

Der besondere Vorteil der Kombination der Bestrahlung mit einem Magnetresonanztomografen ist, dass sie ohne Strahlenbelastung auskommt und daher wiederholt und ohne möglichen Nachteil für den Patienten angewendet werden kann.

Durch die Magnetresonanztomografie lassen sich Tumorbewegungen z.B. beim Atmen während der Bestrahlung mehrmals pro Sekunde exakt erfassen und ausgleichen. Zusätzlich könnten Veränderungen des Tumors unter der Bestrahlung früh erkannt und zur Steuerung der Therapie herangezogen werden.

Forschungssektion und Ärzteteam arbeiten Hand in Hand

Die hauptsächlich aus Physikern bestehende Forschungssektion untersucht und entwickelt neue Ansätze zur Integration von anatomischen und funktionellen Bilddaten zur weiteren Steigerung der Präzision der Strahlentherapie sowie deren biologischer Wirksamkeit.

In enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit dem Ärzteteam der Radioonkologie werden diese neuen Therapieansätze zur biologisch individualisierten Strahlentherapie im Rahmen von klinischen Studien implementiert und evaluiert.

Die Forschungsarbeiten rund um das neue DFG-finanzierte Großgerät zur MR-gestützten Strahlentherapie und zur biologisch individualisierten, MR-geführten Radioonkologie gehören zum Forschungsschwerpunkt der Klinik für Radioonkologie und der Sektion für Biomedizinische Physik und werden gemeinsam von Mitarbeitern der Forschungssektion für Biomedizinische Physik unter Leitung von Prof. Daniela Thorwarth und Ärzten bzw. Wissenschaftlern der Universitätsklinik für Radioonkologie (Ärztlicher Direktor Prof. Daniel Zips) durchgeführt.

Medienkontakt

Universitätsklinikum Tübingen
Klinik für Radioonkologie
Sektion Biomedizinische Physik
Prof. Dr. rer. nat. Daniela Thorwarth, Sektionsleitung
Tel. 07071/29-86055
E-Mail Daniela.Thorwarth@med.uni-tuebingen.de

Weitere Informationen:

http://www.medizin.uni-tuebingen.de/Patienten/Kliniken/Radioonkologie.html Universitätsklinik für Radioonkologie
http://www.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/2016/info_wissenschaft_16_05/inde... Pressemeldung der DFG

Dr. Ellen Katz | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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