Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Multimediadienst unterstützt ChirurgInnen bei der Auswertung von endoskopischen Videos

21.05.2012
Ein Forschungsprojekt in den Lakeside Labs und am Institut für Informationstechnologie der Alpen-Adria-Universität beschäftigt sich damit, wie Videos von endoskopischen Untersuchungen und Operationen (von den sogenannten „Knopfloch“-Eingriffen) so gesammelt und aufbereitet werden können, dass ChirurgInnen weltweit ihre Daten und ihr Wissen miteinander teilen können.

Soziale Webplattformen, die ein großes multimediales Informationssystem zur Verfügung stellen, erfreuen sich großer Beliebtheit. Seiten wie Wikipedia, YouTube und Flickr haben großen Zulauf und bereiten auf Basis des Prinzips der „Weisheit der Massen“ („Wisdom of Crowds“) Wissen selbstorganisiert auf. Das Wesen dieses Prinzips ist, dass durch Teilung des Wissens die Ebene des Gesamtwissens erhöht wird.


Endoskopische Operationen und Untersuchungen
Foto: KARL STORZ GmbH & Co. KG

„Dieses Prinzip funktioniert gut, wenn es sehr viele Benutzerinnen und Benutzer gibt. Kritisch wird es, wenn das Thema nur für ein eingeschränktes – aber nichtsdestotrotz sehr wichtiges – Klientel interessant ist“, so Laszlo Böszörmenyi, der mit Klaus Schöffmann, Manfred del Fabro und Mathias Lux (Lakeside Labs und Institut für Informationstechnologie) nun an themenspezifischen, multimedialen Informationssystemen mit vergleichsweise geringer Nutzerzahl arbeitet. Der Titel des mit knapp einer Million Euro dotierten Projekts lautet CODE-MM (Community of Domain Experts in Medical Multimedia).

Im Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen KARL STORZ GmbH & Co. KG, einem der weltweit führenden Hersteller für endoskopische Geräte, arbeiten die Forscher an einem konkreten Anwendungsfall. „Diese Eingriffe werden mithilfe von modernster Videotechnologie durchgeführt und viele Ärzte und Ärztinnen speichern Videoaufnahmen bzw. Teile davon ab. Für die nachträgliche Benutzung und Teilung solcher Videos, z. B. in der Forschung, in der Ausbildung aber auch in der Diagnose, besteht zwar ein großer Bedarf. Bisher gibt es aber keine Systeme, die diesen Bedarf abdecken“, erklärt Böszörmenyi.

Ziel ist es, ein intelligentes, verteiltes, multimediales Informationssystem für Endoskopievideos zu entwickeln, das ChirurgInnen auf der ganzen Welt bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen kann. Dabei sollten nicht nur Videos aufgenommen und gespeichert, sondern Hinzufügungen, automatische Analyse, Bedienung von Suchabfragen, der Austausch von Daten und die Unterstützung von professionellem Diskurs ermöglicht werden. Laszlo Böszörmenyi fasst zusammen: „Wir untersuchen, wie die Selbstorganisation innerhalb von Gruppen von ExpertInnen durch automatisierte Verfahren unterstützt werden kann und wie innovative Multimediadienste zur professionellen Nutzung realisiert werden können.“ Die Forschungsziele sind in vier Teile gegliedert: Erkenntnisse zu (1) „Benutzerintentionen“, (2) „Inhaltsanalyse“ und (3) „Datenverteilung“ werden schließlich (4) in einem realen Anwendungsfall zusammengefasst.

Langfristiges wirtschaftliches Ziel ist ein von KARL STORZ (teil-)finanziertes Kompetenzzentrum für multimediale, medizinische Informationssysteme oder ein eigenes Unternehmen zur Weiterentwicklung der entstehenden Technologien im Raum Klagenfurt zu gründen. Laszlo Böszörmenyi blickt dem Vorhaben positiv entgegen: „Durch dieses Projekt möchten wir die Kompetenz im Bereich medizinischer Videoanalyse und multimedialer, medizinischer Informationssysteme in Kärnten stärken und ausweiten.“

Dr. Romy Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.aau.at/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Markerfreies Verfahren zur Schnelldiagnose von Krebs
22.05.2018 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Klare Empfehlungen für künstliches Kniegelenk
18.05.2018 | Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics