Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ganzkörperscreening in der Strömungsmechanik?

24.08.2015

Forscher Prof. Grundmann will an der Fakultät für Maschinenbau der Uni Rostock Kernspintomographie etablieren

Moderne bildgebende Verfahren mit Hilfe der Kernspintomographie ermöglichen bislang ungeahnte Einblicke in den menschlichen Körper. Der neu berufene Professor für „Strömungsmechanik“ an der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Universität Rostock, Sven Olaf Grundmann, setzt für sein Fachgebiet ebenfalls auf die dreidimensionale Bildgebung mit Hilfe der Kernspintomographie.


Professor Sven Grundmann hat sich an der Stanford University in den USA mit der Kernspintomographie im Maschinenbau vertraut gemacht.

(Foto: Julia Tetzke/ Uni Rostock)

Die Uni Rostock könnte so die erste Maschinenbaufakultät in Deutschland sein, die mit Hilfe eines eigenen Kernspintomographen ingenieurswissenschaftliche Problemstellungen erforscht.

Fachlich fit hat sich der 39-Jährige dafür während eines längeren Forschungsaufenthaltes an der Stanford University in den USA gemacht. Er ist in Deutschland einer der ersten Forscher, der in der Lage ist, einen Kernspintomographen zur Untersuchung technischer Strömungen zu nutzen.

Ein Ganzkörperscreening in der Strömungsmechanik also? „Ja“, sagt der junge Wissenschaftler fest überzeugt. Er hat sein Diplom im Studiengang Maschinenbau an der Technischen Universität Darmstadt abgelegt, promovierte dort und habilitierte sich 2014 im Fach Strömungsmechanik, ebenfalls an der Uni Darmstadt.

Mit Hilfe der Kernspintomographie lassen sich für komplizierte Strömungen, wie sie beispielsweise in Flugzeugtriebwerken, Motorkühlsystemen oder in der Aerodynamik vorkommen, ungewöhnlich schnell detaillierte Datensätze gewinnen, die man mit keiner anderen strömungsmechanischen Messtechnik erreichen kann“, sagt Prof. Grundmann.

Er strebt an der Uni Rostock eine fächerübergreifende Kooperation mit Physikern, Biologen, Elektrotechnikern, Mathematikern, Medizinern und Chemikern an, um das Potenzial für die strömungsmechanische Anwendung voll auszuschöpfen. Durch diese Kooperationen könne die Kernspintomographie als exzellente Messmethode aber auch von allen genannten Disziplinen genutzt werden.

Grundmann, der Vater zweier Söhne ist und mit einer Mediengestalterin verheiratet ist, gibt sich überzeugt: „Mit Hilfe der Kernspintomographie könnten in naher Zukunft ganz neue Bauteile entwickelt werden, die zu beachtlichen Energieeinsparungen führen werden“.

Der Dekan der Fakultät für Maschinenbau, Professor Egon Hassel, sagt: „Mittelfristig werden wir die Möglichkeit haben, einen Kernspintomographen anzuschaffen. Es gäbe bereits Kontakte zu anderen Fachgebieten, die ebenfalls interessiert seien und Zusammenarbeit signalisiert hätten.

„Ein spannendes Gebiet“, sagt Prof. Hassel. Und auch Uni-Rektor Prof. Wolfgang Schareck freut sich, wie er sagt, „dass der Lehrstuhl für Strömungsmechanik mit solch einem engagierten und enthusiastischen Forscher besetzt werden konnte“. Er hoffe, dass Möglichkeiten gefunden werden, um die notwendige Ausstattung durch gute Vernetzungsmöglichkeiten innerhalb der Uni für Prof. Grundmann zu bekommen.

Der wiederum hat den Ehrgeiz, dass die Uni Rostock die erste Maschinenbaufakultät in Deutschland wird, die mit Hilfe eines eigenen Kernspintomographen ingenieurswissenschaftliche Problemstellungen erforscht. Beispielsweise freut sich der Chefradiologe der Unimedizin Rostock, Prof. Karl-Heinz Hauenstein, auf eine Forschungskooperation mit Prof. Grundmann. „Wir ergründen am Kernspintomographen beispielsweise Blut-Kreislaufmodelle.“ Er sehe da gewisse Parallelen für die Forschung im Maschinenbau. Text: Wolfgang Thiel

Kontakt:
Prof. Dr Sven Grundmann
Institute of Fluid Mechanics
University of Rostock, Germany
Albert-Einstein-Str. 2
18051 Rostock
Fon +49 (0) 381 498 - 93 11
sven.grundmann@uni-rostock.de

Ingrid Rieck | Universität Rostock
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Extrem schnelle Erfassung und Visualisierung von Tumorgrenzen während der Operation
15.01.2018 | Universität zu Lübeck

nachricht Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen
12.01.2018 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungen

Transferkonferenz Digitalisierung und Innovation

22.01.2018 | Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Forschungsteam schafft neue Möglichkeiten für Medizin und Materialwissenschaft

22.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Ein Haus mit zwei Gesichtern

22.01.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics