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Früherkennung von Prostatakrebs - Neue Ultraschalltechniken ergänzen Diagnostik

11.10.2011
Prostatakrebs ist mit jährlich etwa 64.000 Neuerkrankungen in Deutschland die häufigste Krebserkrankung beim Mann. Über 80 Prozent aller Männer, bei denen Prostatakrebs festgestellt wird, sind älter als 60 Jahre.

Früh erkannt, ist er gut behandel- und heilbar. Männer über 40 Jahre sollen deshalb Untersuchungen zur Früherkennung wahrnehmen. Die Sonografie als medizinisch am häufigsten angewendetes bildgebendes Verfahren kann zur Feststellung und Beurteilung von Gewebeveränderungen maßgeblich beitragen. In einer Pressekonferenz am 13. Oktober 2011 in Berlin diskutieren Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) neueste Entwicklungen.

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, zählt zu den männlichen Fortpflanzungsorganen. Sie wiegt etwa 20 bis 40 Gramm, liegt unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhre. Entartet das Gewebe, kann ein Karzinom entstehen. Männer, deren nahe Verwandte wie zum Beispiel Vater oder Bruder bereits von Prostatakrebs betroffen sind, haben ein höheres Risiko, selbst daran zu erkranken.

Im frühen Stadium macht Prostatakrebs keine Beschwerden. Erst fortgeschrittene Tumoren verursachen Symptome wie Störungen beim Wasserlassen, Schmerzen in der Prostata oder Blut im Urin. „Männer über 40 Jahre sollen daher über die Möglichkeiten der Früherkennung informiert werden“, sagt Professor Dr. med. Hans Heynemann, stellvertretender Leiter der Sektion Urologie der DEGUM und stellvertretender Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Urologie des Universitätsklinikums Halle/Saale. Denn solange ein Karzinom ausschließlich in der Drüse selbst und noch nicht im umliegenden Gewebe herangewachsen ist, sind die Behandlungs- und Heilungschancen am größten. Je später Prostatakrebs diagnostiziert wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Krebszellen schon Metastasen in anderen Körperregionen gebildet haben, etwa in Knochen, Leber oder Lunge.

„Männer, mindestens über 40 Jahre, sollen über die Möglichkeiten der Früherkennung – Bestimmung des PSA und die digitale rektale Untersuchung informiert werden“, so Professor Heynemann. Vom After aus ist die Prostata gut tastbar. „Es reicht aber eine alleinige digital-rektale Untersuchung ohne PSA-Bestimmung zur Früherkennung eines Prostatakarzinoms nicht aus“, erklärt der Urologe. Ist der PSA-Wert erhöht, müssen Gewebeproben aus der Drüse entnommen und feingeweblich untersucht werden. Dazu führt der Arzt die Biopsienadel zusammen mit dem Ultraschallkopf in den Enddarm ein. Unter Ultraschallsicht steuert er die Biopsienadel durch die Darmwand in die Prostata. „Die Sonografie sichert dabei nicht nur die exakte Probenentnahme. Sie liefert durch technisch immer besser werdende Bilder wertvolle zusätzliche Informationen zu krebsverdächtigen Arealen, vor allem in Hinsicht auf die Erkennung umschriebener pathologischer Gewebeveränderungen und deren Durchblutung in der Prostata“, sagt Professor Heynemann.

Über neue Techniken zur Früherkennung von Prostatakrebs berichtet Professor Heynemann auf einer Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) am 13. Oktober 2011 in Berlin.

Themen und Referenten:

Prostatakrebs sicher und schnell diagnostizieren:
Wie Urologen mit Ultraschall Tumoren aufspüren – neue Techniken zur Früherkennung

Professor Dr. med. Hans Heynemann, Stellvertretender Leiter der Sektion Urologie der DEGUM, Stellvertretender Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Urologie des Universitätsklinikums Halle/Saale

Gesundes Prostatagewebe von krankem unterscheiden:
Weich oder hart – Ultraschallbasierte Elastografie erkennt Verhärtungen
Privatdozent Dr. med. Georg Salomon, Leitender Arzt der Martini-Klinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Der Blick in die Prostata:
Tumoren mit Kontrastmittel im Ultraschall sichtbar machen (CEUS)
Privatdozent Dr. med. Michael Seitz, Leitender Oberarzt der Urologischen Klinik und Poliklinik des Klinikums der Universität München
Wie gewährleistet die DEGUM eine qualifizierte Ultraschalldiagnostik?
Dr. med. Hans-Peter Weskott
Vorstandsmitglied der DEGUM, Leiter Zentrale Sonografie Abteilung, Klinikum Siloah, Klinikum Region Hannover
Ihr Pressekontakt für Rückfragen:
Deutsche Gesellschaft für
Ultraschall in der Medizin (DEGUM)
Pressestelle
Anna Voormann
Julia Hommrich
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-423
Fax: 0711 8931-167
hommrich@medizinkommunikation.org

Anna Julia Voormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.degum.de/

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