Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsnetzwerk Nationale Kohorte setzt für Bevölkerungsstudie auf Siemens-MRT

30.06.2014
  • Studienzentren in Augsburg, Berlin, Essen, Mannheim und Neubrandenburg werden mit Siemens-Magnetresonanztomographen ausgestattet
  • 30.000 Menschen erhalten eine Ganzkörper-Untersuchung im besonders schnellen und leistungsfähigen 3-Tesla-System Magnetom Skyra
  • Studie soll Erkenntnisse über die Entstehung von Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Demenz liefern

Nationale Kohorte e.V. – ein Netzwerk 23 deutscher Forschungseinrichtungen aus Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und verschiedenen Universitäten – hat sich in Vorbereitung einer breit angelegten Bevölkerungsstudie für fünf Magnetresonanztomographen (MRT) von Siemens entschieden.


In den Studienzentren Augsburg, Berlin, Essen, Mannheim und Neubrandenburg werden ab Mitte des Jahres rund 30.000 Menschen eine Ganzkörper-MRT-Untersuchung mit 3-Tesla-Scannern vom Typ Magnetom Skyra erhalten.

Die Forscher erwarten sich davon Aufschluss über die Entstehung wichtiger Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Demenz.

Ausschlaggebend für den Erwerb der Siemens-Systeme waren zum einen deren kurze Untersuchungsdauer, zum anderen der standardisierte Workflow, der eine bessere Vergleichbarkeit der gewonnenen Daten untereinander ermöglicht.

Die MRT-Scans sind Teil der größten deutschlandweiten Langzeitstudie „Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft – Die Nationale Kohorte (NaKo)“, in die insgesamt 200.000 Menschen zwischen 20 und 69 Jahren einbezogen werden. Gefördert wird die auf 20 bis 30 Jahre angelegte Studie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 14 Bundesländern und der Helmholtz-Gemeinschaft.

Das Forschungsprogramm beinhaltet regelmäßige Befragungen zur Lebenssituation, medizinische Untersuchungen und die Entnahme von Bioproben wie Blut und Urin. In fünf der 18 Studienzentren erhalten 30.000 der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zudem eine Ganzkörper-MRT-Untersuchung.

MRT-Scans sollen Aufschluss geben über Krankheitsentstehung und -risiken

Die MRT-Untersuchungen umfassen eine detaillierte Darstellung des Gehirns, des Herz-Kreislauf-Systems, der Brust- und Bauchorgane sowie der Hüfte und Wirbelsäule. Die Bildgebung soll wertvolle Erkenntnisse darüber liefern, wie genetische Faktoren, Umweltbedingungen und Lebensgewohnheiten bei der Entstehung von Erkrankungen zusammenwirken.

Insbesondere interessieren dabei subklinische Ergebnisse, also Ergebnisse, die noch nicht mit Beschwerden einhergehen, aber ein mögliches Vorstadium von Erkrankungen darstellen können. Langfristig sollen mit Hilfe der gesammelten Daten neue Methoden entwickelt werden, um Krankheiten vorzubeugen oder in frühen Stadien zu erkennen, Risikofaktoren zu identifizieren und eine gezieltere Behandlung zu ermöglichen. Überdies könnte der Untersuchungsaufwand langfristig reduziert werden, indem überflüssige Untersuchungen zukünftig vermieden werden.

Auf die Studie zugeschnittener Workflow mit verkürzter Scan-Dauer

Siemens Healthcare liefert nicht nur die fünf Magnetresonanztomographen vom Typ Magnetom Skyra an die Studienzentren in Augsburg, Berlin, Essen, Mannheim und Neubrandenburg, die MRT-Studie wird darüber hinaus im Rahmen eines engen Kooperationskonzepts begleitet: So wurde der Workflow der 3-Tesla-MRT eigens für die Nationale Kohorte optimiert und die Untersuchungsdauer damit pro Ganzkörper-Scan von etwa eineinhalb auf unter eine Stunde reduziert.

Dies ist besonders wichtig, um die große Zahl von Probanden untersuchen zu können. Zusätzlich wurde der Scanablauf so standardisiert und automatisiert, dass unabhängig vom Untersucher gleichbleibende Bildqualität und hohe Reproduzierbarkeit über einen langen Zeitraum hinweg möglich sind – und dies ohne jede Software-Änderung.

Diese Dot (Day optimizing throughput)-Technologie des Magnetom Skyra, die Schritt für Schritt durch die Untersuchungen führt, trägt ebenfalls dazu bei, die Untersuchungsqualität hoch zu halten, wenn an den fünf deutschen Studienzentren viele verschiedene klinisch-wissenschaftliche Mitarbeiter MRT-Scans durchführen, die miteinander vergleichbar sein sollen. Das regelmäßige Training der Systemanwender gehört zum umfassenden Servicevertrag zwischen dem Nationale Kohorte e.V. und Siemens.

Grundlage für personalisierte Behandlung und Vorbeugung

Was sich die Forscher von der MRT-Studie für viele Krankheitsbilder erhoffen, macht das Beispiel der Fettleber klar: Schon heute ist bekannt, dass Fetteinlagerungen in der Leber ein späteres Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellen. Dieses erhöhte Risiko gilt aber nicht für alle Menschen. Die große Anzahl der in der Nationalen Kohorte untersuchten Personen und die umfangreichen Informationen aus den MRT- und anderen Untersuchungen sollen es erlauben, genau jene Gruppen zu identifizieren, die ein besonders hohes oder auch ein besonders geringes Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Vorliegen einer Fettleber aufweisen. Auf dieser Basis ließen sich gezielte, personalisierte Behandlungs- und Vorbeugungsansätze entwickeln. Gleichzeitig erlaubt die MRT-Untersuchung eine präzise Aussage zum Fettgehalt der Leber, so dass erforscht werden kann, wie viel Fett eingelagert werden muss, bevor das Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt.

Der Siemens-Sektor Healthcare ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen und führend in der medizinischen Bildgebung, Labordiagnostik, Krankenhaus-Informations-technologie und bei Hörgeräten. Siemens bietet seinen Kunden Produkte und Lösungen für die gesamte Patientenversorgung unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Durch eine Optimierung der klinischen Arbeitsabläufe, die sich an den wichtigsten Krankheitsbildern orientiert, sorgt Siemens zusätzlich dafür, dass das Gesundheitswesen schneller, besser und gleichzeitig kostengünstiger wird. Siemens Healthcare beschäftigt weltweit rund 52.000 Mitarbeiter und ist rund um den Globus präsent. Im Geschäftsjahr 2013 (bis 30. September) erzielte der Sektor einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro und ein Ergebnis von rund 2,0 Milliarden Euro. Weitere Informationen unter: http://www.siemens.com/healthcare

Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft – das ist der Leitgedanke der Nationalen Kohorte (NaKo), der größten Studie dieser Art in Deutschland. Ziel der Studie ist die Erforschung von Ursachen und Risikofaktoren für die Entstehung von Volkskrankheiten sowie die Möglichkeit ihrer Vorbeugung und Früherkennung. Bundesweit werden 200.000 Menschen zwischen 20 und 69 im Rahmen der NaKo untersucht. Die voraussichtliche Laufzeit der Studie beträgt 20 bis 30 Jahre. Für die Durchführung der Studie haben sich 13 Universitäten, vier Helmholtz-Zentren, vier Leibniz-Institute und zwei Ressortforschungseinrichtungen zum Verein Nationale Kohorte e. V. zusammengeschlossen.

In 18 Studienzentren werden die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer befragt und untersucht. Das Untersuchungsprogramm umfasst Befragungen zur Lebenssituation, medizinische Untersuchungen und die Entnahme von Bioproben. Nach 5 Jahren werden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer zweiten Untersuchung eingeladen. Im Rahmen der Studie wird größter Wert auf die Einhaltung von ethischen und datenschutzrechtlichen Bestimmungen, die Wahrung der Privatsphäre sowie die Vertraulichkeit der Daten gelegt.

Gemeinsame Presseinformation von Siemens und Nationale Kohorte e.V.

Siemens AG

Wittelsbacherplatz 2

80333 München

Nationale Kohorte e.V.

Im Neuenheimer Feld 581

69120 Heidelberg

Informationsnummer: RC-DE_20140630_DE

Ansprechpartner für Journalisten:

Siemens AG

Ulrich Künzel, Tel.: +49 9131 84-3473

E-Mail: Ulrich.Kuenzel@siemens.com

Nationale Kohorte e.V., Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Julia Geulen, Tel.: +49 6221 42-3155

E-Mail: J.Geulen@nationale-kohorte.de

Pressebilder finden Sie unter www.siemens.com/healthcare-bilder/nationale-kohorte

Weitere Informationen unter www.nationale-kohorte.de

Folgen Sie uns auf Twitter: www.twitter.com/siemens_press

Die Verfahren wurden mit dem Bundesdatenschutzbeauftragtem und den Ethikkommissionen abgestimmt. Gefördert wird die Studie vom Bund, den Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft. Weitere Informationen unter www.nationale-kohorte.de

Ulrich Künzel | Siemens AG

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung
27.02.2017 | Universität Ulm

nachricht Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger
27.02.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger

27.02.2017 | Medizintechnik

Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung

27.02.2017 | Medizintechnik