Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erstmals im Klinikbetrieb: Exakte 3D-Darstellung von Gefäßen dank neuester Robotertechnik in Jena

06.05.2014

Uniklinik Jena setzt als erste Klinik in Deutschland neue Angiographieanlage ein

Schnellere Diagnosen, exaktere Eingriffe, weniger Strahlenbelastung: Das Universitätsklinikum Jena (UKJ) geht neue Wege in der Darstellung von Gefäßen (Angiographie). Am Thüringer Universitätsklinikum wurde heute (6. Mai) die erste roboterarm-gestützte Angiographieanlage für die Patientenversorgung in Deutschland offiziell in Betrieb genommen.


Radiologie-Direktor Prof. Dr. Ulf Teichgräber und Privat-Dozent Dr. René Aschenbach (rechts) setzen die neue Angiographieanlage nun in der Patientenversorgung des UKJ ein. Foto: UKJ/Radiologie.

Foto: UKJ/Radiologie


Grit Wenzel, leitende MTRA des Bereichs Angiographie, demonstriert die Funktionsweise des neuen Gerätes am Thüringer Universitätsklinikum.

Foto: UKJ/Szabo

Das neue Gerät liefert gestochen scharfe 3D-Bilder, auf denen z.B. Verengungen in kleinsten Blutgefäßen dargestellt werden können. Das Besondere: Die Anlage lässt sich dank des Einsatzes eines Roboterarms flexibel um den Patienten positionieren.

Dadurch können innere Organe leichter und schneller von verschiedenen Seiten betrachtet werden. Das behandelnde Ärzteteam wird nicht im Behandlungsablauf gestört. Die Strahlendosis kann um etwa die Hälfte gesenkt werden.

Prof. Dr. Klaus Höffken, Medizinischer Vorstand des Thüringer Universitätsklinikums: „Mit der neuen Anlage haben wir die Diagnostik- und Therapieangebote für unsere Patienten erweitert. Das gilt speziell für Tumor- oder Gefäßerkrankungen. Mit den neuen, präziseren Darstellungsmöglichkeiten leisten wir auch einen zusätzlichen Beitrag für mehr Patientensicherheit.“

Insgesamt wurden für die neue Anlage, die Baumaßnahmen für den angrenzenden Aufwachraum für die Patienten sowie die weitere technische Ausstattung rund 1,6 Millionen Euro investiert. Es ist die erste Anlage dieser Art in Deutschland, die im klinischen Betrieb eingesetzt wird.

„Gerade der Zugang zum medizinischen Fortschritt für alle Patienten ist eine der wichtigsten Aufgaben der deutschen Hochschulmedizin“, betont Prof. Höffken.

Genutzt wird die raumfüllende Anlage (die genaue Bezeichnung lautet: „Siemens Artis Zeego Q“) im Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie (IDIR) des UKJ am Klinikstandort in Jena-Lobeda. Prof. Dr. Ulf Teichgräber, Direktor der Radiologie am UKJ, nennt einen weiteren anschaulichen Vorteil der neuen Technik am UKJ: „Für die Aufnahmen kreist das System am Roboter-Arm um den Patienten. Durch diese schnelle 3D-Rotation verkürzt sich der Zeitraum, in dem der Patient die Luft anhalten muss, so dass dies für jeden Patienten leicht möglich ist.“

Der wichtigste Vorteil für die Patienten ist aus seiner Sicht allerdings die enorme Detailschärfe der Aufnahmen: „Vor, während und direkt nach einem Eingriff entstehen exakte zwei- und dreidimensionale Bilder des Körpers und der Gefäße. Die Röntgenröhre steigert die Erkennbarkeit kleiner Gefäße um bis zu 70 Prozent gegenüber bisheriger Röntgentechnik.“

Zudem kann das System während des Eingriffs eine Bilddarstellung ähnlich der hochauflösenden Computertomographie bieten. Hierzu werden großvolumige Bilddaten generiert und dem aktuellen Röntgenbild überlagert, um so optimale Behandlungsergebnisse zu erzielen. Schon lange hat die Radiologie die Zeiten der alleinigen Diagnostik weit hinter sich gelassen.

„Bildgestützte minimal-invasive Eingriffe, z.B. bei gutartigen Tumoren der Gebärmutter (Myome) oder bei Prostatakrebs, gewinnen immer mehr an Bedeutung. Gemeinsam mit den weiteren Fachkliniken am UKJ können wir hier nun weitere Behandlungsoptionen anbieten“, so Prof. Teichgräber.

Das neue Angiographiegerät ist übrigens nicht die einzige Neuerung in der UKJ-Radiologie: Neu im Team ist seit April Privat-Dozent Dr. René Aschenbach, der als neuer Leiter des Bereiches Angiographie federführend die Roboter-gestützten Eingriffe durchführen wird.

Universitätsklinikum Jena
Zentrum für Radiologie
Direktor: Prof. Dr. med. U. Teichgräber
Erlanger Allee 101, 07747 Jena
Tel.: 03641 9-324831
E-Mail: Radiologie@med.uni-jena.de

Weitere Information zur neuen Angiographieanlage am UKJ bietet auch die Homepage der UKJ-Radiologie unter:
http://www.idir.uniklinikum-jena.de/geraeteausstattung.html

Stefan Dreising | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Konsortium erhält 2 Millionen Euro Förderung für neue MR-kompatible elektrophysiologis
18.12.2017 | Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik

nachricht Vollautomatisierter Virusnachweis in der Blutspende
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Carmenes“ findet ersten Planeten

Deutsch-spanisches Forscherteam entwirft, baut und nutzt modernen Spektrografen

Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach...

Im Focus: Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

Heute verfügbare Ionenfallen-Technologien eignen sich als Basis für den Bau von großen Quantencomputern. Das zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Physical Review X veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler haben für Ionenfallen maßgeschneiderte Protokolle entwickelt, mit denen auftretende Fehler jederzeit entdeckt und korrigiert werden können.

Damit die heute existierenden Prototypen von Quantencomputern ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie erstens viel größer werden, d.h. über deutlich mehr...

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Konfenzreihe in Berlin: Landscape 2018 - Ernährungssicherheit, Klimawandel, Nachhaltigkeit

18.12.2017 | Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Konfenzreihe in Berlin: Landscape 2018 - Ernährungssicherheit, Klimawandel, Nachhaltigkeit

18.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten

„Carmenes“ findet ersten Planeten

18.12.2017 | Physik Astronomie

Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

18.12.2017 | Physik Astronomie