Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Drahtloses Interface für nervengesteuerte Prothesen

05.12.2007
Langfristig geringeres Infektionsrisiko als bei Direktverkabelung

Anzeige

Forscher der Technischen Universität Berlin und des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration haben ein drahtloses Interface für Prothesen entwickelt. Die Verwendung des drahtlosen Interfaces kann dabei im Vergleich zu direkter Verkabelung das langfristige Infektionsrisiko reduzieren. Entsprechende Prothesen sollen im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit in absehbarer Zeit Realität werden. Die Präsentation erster Modelle (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=071113029 ) beweist, dass die Prothesen der Zukunft nervengesteuert sein werden.


...mehr zu:
Gewebe Infektionsrisiko Prothese

"Ein offener Zugang in der Haut zu Nerven oder Gehirn bedeutet ein langfristiges, gravierendes Infektionsrisiko", erklärt Matthias Klein von der Abteilung Module and Board Integration Technologies des Fraunhofer-Institut IZM das Problem direkter Verkabelung gegenüber pressetext. Um das zu vermeiden, entwickeln die Berliner Forscher in Zusammenarbeit mit der University of Utah http://www.utah.edu eine drahtlose Schnittstelle. Neben der langfristigen Zuverlässigkeit ist bei der Entwicklung vor allem die Verträglichkeit ein wichtiger Faktor. "Es dürfen nur Materialien verwendet werden, die wirklich bio-kompatibel sind", so Klein. Andernfalls würde es durch den langfristigen Kontakt mit menschlichem Gewebe zu negativen Reaktionen kommen.

Technisch funktioniert die drahtlose Schnittstelle so, dass aus einer nur wenige Millimeter großen Platte hundert feine, spitze Nadeln ragen. Die Nadel-Seite wird ins Gewebe gedrückt, die Nadelspitzen können dann die winzigen Stromimpulse der Nervenzellen aufnehmen. Das erhaltene elektrische Signal wird durch einen Chip gefiltert und verstärkt, ehe es über eine winzige Antenne nach außen weitergegeben wird. Die Stromversorgung erfolgt mittels eines von außen angelegten elektrischen Feldes. Eine interne Energieversorgung würde gelegentliche Batteriewechsel erfordern, die wiederum ein erhöhtes Infektionsrisiko brächten.

Steckt das Interface im Gewebe, muss es lernen, die Nervensignale richtig zu deuten. Der Nutzer stellt sich zum Beispiel vor, er würde seine Faust ballen. Die Software des Systems lernt durch mehrmaliges "Faust ballen", wie das entsprechende Signal aussieht. Danach kann sie es in für eine Prothese verständliche Befehle übersetzen. Der entsprechende Lernprozess für alle Funktionen einer Gliedmaße ist zwar langwierig, mit der Zeit sollte die Prothese aber fast wie eine natürliche Gliedmaße funktionieren. Theoretisch sollte auch eine Umkehrung funktionieren, sodass Sensoren in einer Prothese Sinneseindrücke an den Körper liefern können.

Im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit beschäftigen sich andere Partner mit der Entwicklung geeigneter Prothesen, die Koordination aller relevanten Projekte erfolgt laut Klein in Utah. Bis entsprechende Systeme tatsächlich zum Einsatz kommen, soll es nach medizinisch-technischen Maßstäben nicht mehr all zu lange dauern. Klein gibt an: "Die grobe Zielrichtung ist das Erreichen der Marktreife in rund fünf Jahren."

Thomas Pichler | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.tu-berlin.de
www.izm.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Gewebe Infektionsrisiko Prothese

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Cutting-edge MRI techniques for studying communication within the brain
08.02.2012 | Mary Ann Liebert, Inc./Genetic Engineering News

nachricht Metabolic “Breathalyzer” Reveals Early Signs of Disease
08.02.2012 | University of Wisconsin-Madison

Alle Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert


Wissenschaftler beobachten, wie Oxytocin zentrale Schaltstellen im Gehirn erreicht und das Verhalten beeinflusst

Kuschelhormon, Treuehormon, Angstlöser – häufig gebrauchte Schlagwörter für das Neuropeptid Oxytocin, das sich in den letzten Jahren als ein Stoff erwiesen hat, der unser Verhalten in zentralen Regionen des Gehirns positiv beeinflussen kann. Was jedoch bisher völlig unklar war: Wie gelangt dieser Botenstoff aus dem Hypothalamus in die Hirnbereiche, die ...

Im Focus: Datenspeicher mit Lachs-DNA und Nano-Silber


Ein neuartiger Biopolymer-Film aus Lachs-DNA mit Silber-Nanopartikeln speichert Informationen kostengünstig und umweltverträglich.

Entstanden ist das organische System in fächer- und länderübergreifender Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des DFG-Centers for Functional Nanostructures (CFN) am KIT und des Institute of Photonics Technologies an der National Tsing Hua University in Taiwan. Der DNA-Datenspeicher eignet sich unter anderem für biotechnische Anwendungen, etwa als Bauteil in Biosensoren.

Das System ...

Im Focus: VLT liefert detailreichstes Infrarotbild des Carinanebels


Bildveröffentlichung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO haben das bislang detailreichste Infrarotbild der Sternkinderstube des Carinanebels aufgenommen. Es zeigt vor dem spektakulären Hintergrund einer himmlischen Landschaft auf Gas, Staub und jungen Sterne zahlreiche nie gesehene Details und zählt zu den atemberaubendsten VLT-Bildern überhaupt.

Im Herzen der südlichen Milchstraße, im Sternbild Carina (Der Schiffskiel, [1]), befindet sich in einer Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren die Sternkinderstube des Carinanebels. Diese ausgedehnte Wolke aus leuchtendem Gas und Staub ist von der Erde aus gesehen eine der nächstgelegenen Geburtsstätten massereicher Sterne.

Der Nebel beinhaltet einige der hellsten und ...

Im Focus: Automatisch Lücken im Funkspektrum erkennen


Auf der embedded world identifizieren Wissenschaftler der Fraunhofer ESK Lücken im Funkspektrum, um diese für zusätzliche Übertragungen zu nutzen.

Der in Halle 5, Stand 5-228, vorgestellte Prototyp zeigt das Funkspektrum in einem 3D-Spektrogramm, markiert die prognostizierten Lücken und prüft deren Eintreffen. Diese Methode, Cognitive Radio, verbessert die Übertragungsqualität in einem bereits vollen Funkspektrum ohne aufwändiges, statisches Koexistenzmanagement. Ziel ist eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Funk für die Automatisierung.
...

Im Focus: Bronze-Matrjoschka: hocheffiziente Katalysatoren und Nanoröhrchen mit ungewöhnlicher Symmetrie


Eine Puppe in der Puppe und noch eine drumherum – so erklärt Thomas Fässler seine Moleküle: Er packt ein Atom in einem Käfig in noch ein weiteres Atomgerüst.

Mit ihrer großen Oberfläche könnten solche Strukturen als hocheffiziente Katalysatoren dienen. Wie bei dem russischen Holzspielzeug sitzt ganz innen drin ein einzelnes kleines Zinnatom, eingepackt in eine Hülle aus zwölf Kupferatomen, und diese ist nochmals umgeben von weiteren 20 Zinnatomen.

In der Arbeitsgruppe von Professor Fässler am Institut für Anorganische ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Zwerggalaxie hat großen Hunger

08.02.2012 | Physik Astronomie

Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert

08.02.2012 | Biowissenschaften Chemie

Obstacles No Barrier to Higher Speeds for Worms

08.02.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

»Jede Sekunde zählt« Erster Internationaler Kongress zu Rettungsdienstsystemen in Neu Delhi

08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Bauwerke gebrauchstauglich halten

08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft im Dialog-Veranstaltungen im Wissenschaftsjahr 2012

08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp