Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Sicherheit und kürzere Operationszeiten durch innovative Medizintechnik

20.12.2005


Dank Trierer Forscher werden Therapien für Krankheiten wie Parkinson, Dystonie, Tremor oder Schmerzerkrankungen maßgeblich verbessert. Brüderkrankenhaus und Fachhochschule entwickeln gemeinsam hochmoderne Verfahren für die Operationsplanung und -navigation bei der Tiefenhirnstimulation. Erste Verfahrensentwicklungen bereits an weltweit führende Firma in Medizintechnik aus den USA verkauft.

Seit knapp zwei Jahren arbeiten Professor Dr. Peter Gemmar vom Institut für innovative Informatikanwendungen (i3A) der Fachhochschule Trier und Oberarzt Dr. Frank Hertel vom Bereich Stereotaxie und Neuromodulation am Brüderkrankenhaus Trier (BKT) in einem interdisziplinären Kooperationsprojekt zusammen, um gemeinsam innovative Informatikanwendungen für die Gehirnchirurgie zu untersuchen und zu entwickeln.

Das i3A ist spezialisiert auf die Entwicklung moderner Computeranwendungen - unter anderem in den Bereichen automatische Bild- und Signalanalyse. Im BKT werden schon seit einigen Jahren spezielle computergestützte Gehirnoperationen - in der Fachsprache Stereotaxien genannt - zur Behandlung von Bewegungsstörungen und Schmerzen durchgeführt. Hierbei werden Elektroden für so genannte Hirnschrittmacher sehr präzise in kleinste Zielstrukturen des Gehirns implantiert. Mittlerweile ist das BKT bundesweit eines der fünf größten Zentren bundesweit für diese Therapien geworden.

Bei den Operationsverfahren zur Tiefenstimulation müssen umfangreiche und anspruchsvolle Analysen von Magnetresonanz-Tomografiebildern (MRT) und Ableitungssignalen von Gehirnströmen vor und während der Operation durchgeführt werden. Die Arbeitsgruppe um Gemmar und Hertel befasst sich mit der Entwicklung computergestützter Verfahren zur Teilautomatisierung der zeitaufwändigen Untersuchungsaufgaben, um sie medizinisch nutzbar zu machen. Inzwischen wurden in mehr als zehn Diplom- und Bachelor-Abschlussarbeiten mehrere unterschiedliche Problemstellungen untersucht und Lösungsansätze erarbeitet.

Dabei konnten schon nach knapp einem Jahr zwei erfolgreiche Forschungsergebnisse für die computergestützte Auswertung von MRT-Bildern für die stereotaktische Tiefehirnstimulation vorgestellt werden, welche die Planung komplizierter stereotaktischer Hirnoperationen erheblich erleichtern. Die entwickelten Programme führen zu einer deutlichen Reduktion der Operationszeiten und erhöhen die Operationssicherheit. Beide Programme konnten nun - nach umfangreichen Tests - an eine der weltweit führenden Medizinelektronikfirmen aus den USA verkauft werden, wo sie in die nächste Generation von Planungsrechnern integriert werden sollen. Vergangene Woche haben die Wissenschaftler die neuen Verfahren in Colorado/USA präsentiert: "Die Gespräche verliefen sehr positiv und es besteht ein konkretes Interesse an der Verwertung weiterer Entwicklungen", freut sich Peter Gemmar. Einige weitere viel versprechende Ergebnisse neuester Entwicklungen hatte das Team bereits mit nach Colorado bringen können.

Die intensive und interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen BKT und i3A soll weiter ausgebaut werden. Die beiden Initiatoren planen, einen Schwerpunkt im Bereich Medizin-Informatik und Neuromodulation in Trier zu etablieren.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Peter Gemmar
Tel. +49 651 8103-375 oder -583
Fax +49 651 8103-480
E-Mail: i3a@fh-trier.de

Konstanze Kristina Jacob | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-trier.de

Weitere Berichte zu: BKT Medizintechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Auf die richtige Verbindung kommt es an: Tiefe Hirnstimulation bei Parkinsonpatienten individuell anpassen
22.06.2017 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

nachricht Forschungsprojekt BabyLux: Neues Messinstrument schützt Frühgeborene vor Gehirnschädigungen
12.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie