Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wichtiger Fortschritt im Kampf gegen Hodenkrebs

26.10.2012
Wissenschaftler der Universität Bremen und Hamburger Mediziner entdecken neuen Tumormarker. Über die Pilotstudie berichtet das British Journal of Cancer.

Hodenkrebs ist der häufigste bösartige Tumor bei jungen Männern in der Altersgruppe zwischen 20 und 40 Jahren. Ein wichtiges Hilfsmittel zur Beurteilung des Krankheitsverlaufes ist die Bestimmung der Konzentration sogenannter Biomarker im Blut der Patienten.

Für einen großen Teil der Patienten fehlten allerdings bisher geeignete Biomarker. Diese Lücke hilft ein neuer Marker zu schließen, über den Wissenschaftler des Zentrums für Humangenetik der Universität Bremen und Mediziner des Hamburger Albertinen Krankenhauses jetzt im renommierten British Journal of Cancer berichten.

Zu den ersten Schritten bei der Behandlung von Patienten mit Hodenkrebs gehört die chirurgische Entfernung des Tumors. Danach bedürfen die Betroffenen auch dann einer intensiven und langjährigen Nachsorge, wenn man vermuten kann, dass keine Tumorreste mehr im Körper vorhanden sind. Bei einem kleinen Prozentsatz der Männer kommt es nämlich zu einem sogenannten Rezidiv, also einem Wiederauftreten des Tumors, in der Regel ausgehend von Tochtergeschwülsten in anderen Organen.

Die möglichst frühe Erkennung eines solchen Rezidivs hilft Leben retten, weil rechtzeitig eine ergänzende Behandlung eingeleitet werden kann. Wichtiges Werkzeug zur Überwachung der Patienten sind sogenannte Tumormarker. Diese Tumormarker sind Moleküle im Blut der Patienten, die Auskunft über möglicherweise erneut vorhandene Tumoren geben können. Die üblicherweise bei Hodenkrebs bestimmten Biomarker sind bei einem großen Teil der Patienten aber nicht aussagekräftig, so dass dringend nach weiteren Tumormarkern gesucht wird.

Einen äußerst vielversprechenden Biomarker hat eine Gruppe von Wissenschaftlern unter Federführung des Bremer Humangenetikers Dr. Gazanfer Belge jetzt gefunden. „Unsere Daten lassen hoffen, dass dieser Marker die Nachsorge für Patienten mit Hodenkrebs zukünftig deutlich verbessern wird“, fasst Professor Jörn Bullerdiek, Leiter des Bremer Zentrums für Humangenetik, die bisherigen Ergebnisse mit dem neuen Marker zusammen. Außer dem Bremer Team sind Urologen und Pathologen des Hamburger Albertinen Krankenhauses an der Entdeckung und Erforschung des Markers mit dem Namen miR-371-3p beteiligt. Unter ihnen ist Professor Klaus-Peter Dieckmann: „Aus der Sicht des Praktikers kann ich sagen: Mit dem neuen Tumormarker wird eine Lücke bei der Nachsorge von Hodenkrebspatienten geschlossen.“

Die Pilotstudie, über deren Ergebnisse jetzt im British Journal of Cancer berichtet wird, wurde zusätzlich von der Bremer Krebsgesellschaft gefördert.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Zentrum für Humangenetik
Dr. Gazanfer Belge
Tel. 0421 218 61570
E-Mail: belge@uni-bremen.de
Prof. Dr. Jörn Bullerdiek
Tel. 0421 218 61501
E-Mail: bullerd@uni-bremen.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie