Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Welche Informationen über Nahrungsergänzungsmittel benötigen Verbraucher?

16.10.2008
Mit einem Forschungsprojekt am BfR werden Kommunikationskonzepte für verschiedene Zielgruppen entwickelt

Kräutermischungen gegen Übergewicht, Eiweißpulver zum Muskelaufbau, Vitamin C zur Stärkung des Immunsystems - das Angebot an Pillen, Pulvern und Kapseln ist groß. Verbraucher verordnen sich Vitamine, Mineralstoffe und Pflanzenextrakte in der Regel selbst, ohne Rücksprache mit einem Arzt.

Ob es sich bei den Präparaten um Nahrungsergänzungsmittel, also Lebensmittel, handelt oder um frei verkäufliche Arzneimittel, spielt bei der Kaufentscheidung häufig keine Rolle. Experten vermuten, dass der überwiegende Teil der Käufer die Mittel aus medizinischer Sicht gar nicht benötigt. In manchen Fällen besteht sogar das Risiko einer Überdosierung mit bestimmten Stoffen. "Wir wissen weder, was Verbraucher dazu veranlasst, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, noch wie sie sich über die Inhaltsstoffe informieren", sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Im Rahmen eines Forschungsprojekts am BfR soll nun ermittelt werden, welche Verbrauchergruppen Nahrungsergänzungsmittel und ähnliche Produkte konsumieren. Auf dieser Grundlage werden dann spezifische Kommunikationskonzepte zu gesundheitlichem Nutzen und Risiken durch die Präparate für die jeweilige Gruppe entwickelt.

Die Studie unter dem Titel "Zielgruppengerechte Risikokommunikation zum Thema Nahrungsergänzungsmittel" läuft bis Februar 2010 und gliedert sich in vier Phasen. Zunächst soll eine Sachstandsanalyse unter Rückgriff auf verschiedene Datenquellen klären, welche Verbraucher die Präparate nutzen, aus welchen Gründen und in welchem Umfang sie sie einnehmen. Darüber hinaus wird erhoben, in welchem Umfang und auf welche Weise Verbraucher sich über die Produkte informieren. Berücksichtigt werden nicht nur Nahrungsergänzungsmittel, sondern auch frei verkäufliche Arzneimittel und bestimmte diätetische Lebensmittel, die im Handel, im Direktvertrieb und über das Internet erhältlich sind.

Aus der Sachstandsanalyse ergeben sich definierte Gruppen von Konsumenten dieser Mittel. Vertreter dieser Gruppen diskutieren in der zweiten Projektphase in vier Fokusgruppen über ihren Konsum und ihr Informationsverhalten. Die Ergebnisse aus den Fokusgruppen werden in der dritten Phase des Projektes mit einer Bevölkerungsbefragung auf einer repräsentativen Ebene überprüft und erweitert.

In einem anschließenden Workshop werden mit insgesamt 80 Vertretern aus Sportverbänden, Behörden, Einrichtungen der Überwachung, anderen öffentlichen Institutionen, Verbraucherschutzorganisationen, Herstellerverbänden, Wissenschaft, Medien und Apothekerkammern spezifische Kommunikationskonzepte zu Nutzen und Risiken durch Nahrungsergänzungsmittel für drei Zielgruppen erarbeitet. Daraus resultieren Vorschläge für konkrete Maßnahmen der Risikokommunikation.

Projektpartner des BfR sind das Katalyse Institut für angewandte Umweltforschung Köln, die GfK Health Care Nürnberg, die Deutsche Sporthochschule Köln und das Süddeutsche Institut für empirische Sozialforschung (sine) e.V. München.

Begleitet wird das Projekt von einem wissenschaftlichen Beirat, der sich aus Vertretern des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, des Max Rubner-Instituts, des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, des Robert Koch-Instituts, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und des aid Infodienst Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e.V. zusammensetzt und sich zum Auftakt des Projekts in Berlin konstituiert hat.

Jürgen Thier-Kundke | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfr.bund.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie