Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Venenerkrankungen der Beine

14.05.2009
GBE-Heft "Venenerkrankungen der Beine" erschienen

Neun von zehn Erwachsenen haben zumindest leichte Veränderungen der Beinvenen, meist so genannte Besenreiser. Mit steigendem Alter nehmen Häufigkeit und Schweregrad der Venenleiden zu. Das neue Heft der Gesundheitsberichterstattung (GBE), "Venenerkrankungen der Beine", beschreibt Entstehungsursachen und Risikofaktoren, Prävention und Behandlung, Verbreitung und Versorgung sowie Kostenaspekte.

Die Venen müssen rund 7.000 Liter Blut pro Tag entgegen der Schwerkraft zum Herzen zurückbefördern, ohne dass ihnen dazu - wie für den Blutfluss in den Arterien- das Herz als Pumpe zur Verfügung steht. Diese Arbeit übernimmt die "Muskel-Venen-Pumpe" des Beines: Beim Anspannen der Muskeln, etwa beim Gehen, pressen sie die zwischen ihnen liegenden Venen zusammen und das Blut zum Herzen zurück.

Akute Störungen der Venenfunktion werden vor allem durch Thrombosen (Blutgerinnsel) hervorgerufen. Diese stellen ein Abflusshindernis dar, das zu Schwellung und Schmerzen im Bein führen kann, oft aber symptomlos bleibt. Lösen sie sich nicht wieder komplett auf, entwickeln sich Umgehungsgefäße (Varizen). Ohne adäquate Behandlung tritt in rund 50 % der Fälle nach einer Beinvenenthrombose ein postthrombotisches Syndrom mit Ödem (Flüssigkeitsansammlung im Gewebe) und Hautveränderungen auf, zum Beispiel entzündlich schuppende Veränderungen. In der Folge kann Gewebe absterben und sich ein Unterschenkelgeschwür entwickeln. Gleichartige Symptome können auch Spätfolge eines zunächst nur kosmetisch störenden Krampfaderleidens sein und werden als "chronische venöse Insuffizienz" bezeichnet.

Alter, eine familiäre Veranlagung und starkes Übergewicht sind die wichtigsten allgemeinen Risikofaktoren sowohl für akute Venenerkrankungen (Thrombosen) als auch für chronische Venenleiden (Krampfadern). Menschen mit angeborenen oder erworbenen Störungen des Blutgerinnungssystems tragen ein höheres Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln. Dies gilt insbesondere, wenn weitere Risiken hinzutreten, wie zum Beispiel größere Operationen und schwerwiegende Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzversagen, vor allem wenn gleichzeitig eine "Immobilisation" in Form von Bettruhe oder Ruhigstellung der betroffenen Körperregion erfolgt.

Zur Prävention von Thrombosen bei Personen mit bekanntem erhöhtem Risiko stehen wirksame Verfahren (Kompressionstherapie, Frühmobilisation, medikamentöse Gerinnungshemmung) zur Verfügung. Dennoch starben laut Statistischem Bundesamt 2006 circa 7.600 Menschen aufgrund einer Lungenembolie, die meist auf eine Beinvenenthrombose zurückzuführen ist. Zur Vorbeugung und Beschwerdelinderung bei Krampfadern werden neben der Vermeidung starken Übergewichtes Bewegungen empfohlen, die zur Aktivierung der Muskelvenenpumpe führen, zum Beispiel Gehen, Schwimmen oder Radfahren. Langes Sitzen oder Stehen sollen vermieden werden.

Die gesundheitsökonomische Bedeutung von Venenerkrankungen ist hoch: Im Jahr 2006 wurden circa 2,2 Mrd. € zu ihrer Behandlung ausgegeben, Varizenoperationen zählen zu den häufigsten in Deutschland durchgeführten Eingriffen und etwa 7 % der Erwachsenen haben sich bereits einmal einer Operation der Krampfadern unterzogen.

Das (44.) GBE-Heft "Venenerkrankungen der Beine" kann schriftlich kostenlos bestellt werden (Robert Koch-Institut, GBE, General-Pape-Straße 62, 12101 Berlin, E-Mail: gbe@rki.de, Fax: 030-18754-3513) und ist abrufbar unter www.rki.de/gbe.

Herausgeber
Robert Koch-Institut
Nordufer 20
D-13353 Berlin
Das Robert Koch-Institut ist
ein Bundesinstitut im
Geschäftsbereich des
Bundesministeriums für Gesundheit
Pressestelle
Susanne Glasmacher
(Pressesprecherin)
Günther Dettweiler
(stellv. Pressesprecher)
Claudia Paape
Heidi Golisch
Kontakt
Tel.: 030.18754-2239, -2562 und -2286
Fax: 030.18754 2265
E-Mail: presse@rki.de

Susanne Glasmacher | idw
Weitere Informationen:
http://www.rki.de
http://www.rki.de/gbe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften