Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Universitäten Gießen und Lhasa gründen Höhenforschungslabor am Mount Everest

28.02.2012
Delegation aus Tibet besiegelt Kooperationsabkommen mit Gießener Lungenforscherinnen und -forschern – Pressegespräch am 29. Februar 2012

Nach Jahren der höhenmedizinischen Forschung in Kirgisien, Nepal, Indien und Chile haben die Lungenforscherinnen und -forscher der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) einen wichtigen wissenschaftspolitischen Erfolg erzielt.

In einem einmaligen Kooperationsabkommen zwischen der Universität Lhasa in Tibet und der JLU wurde die Basis für eine besondere Partnerschaft gelegt: die gemeinsame Gründung eines permanenten Höhenforschungslabors am Mount Everest in 6.000 Metern Höhe. Von den medizinischen Erkenntnissen sollen die Höhenbewohnerinnen und -bewohner, aber auch die Menschen in unseren Breitengraden profitieren.

Die Initiative für diese Kooperation ergriffen die Gießener Lungenforscher Prof. Dr. Dr. Friedrich Grimminger und Prof. Dr. Ardeschir Ghofrani im vergangenen Jahr während eines Aufenthaltes in Lhasa und Peking. In dieser Woche wird nun die Einrichtung einer Forschungsstation auf der tibetischen Seite des Mount Everest im Rahmen eines Gegenbesuchs von Vertreterinnen und Vertretern der Universität Lhasa besiegelt. Zur Vorstellung des Kooperationsabkommens sind Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich eingeladen zu einem Pressegespräch am Mittwoch, 29. Februar 2012, um 13.30 Uhr im Senatssaal im Universitätshauptgebäude. Als Gesprächspartner stehen JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Prof. Friedrich Grimminger, Prof. Ardeschir Ghofrani und die Delegierten aus Tibet zur Verfügung.

In 6.000 Metern Höhe erkrankt jeder Mensch tödlich: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Sauerstoffmangel die wichtigen Organe wie Herz, Lunge und Gehirn versagen lässt. Diese Situation gleicht der von chronisch Lungenkranken, aber auch der von intensivmedizinisch betreutenen Patientinnen und Patienten und ist deshalb für die Breitenmedizin von großer Bedeutung. Die Mechanismen, die zu diesem Organversagen führen, sind keinesfalls unabwendbar, wie das Gießener Everest-Experiment von 2003 zeigte. Die damals entwickelte Therapie kommt heute Millionen von Menschen weltweit zugute.

Bislang sind die Mechanismen der zellulären Anpassung an den Sauerstoffmangel jedoch unverstanden und werden therapeutisch nicht genutzt. Sie laufen aber während der Höhenanpassung in jeder Bergsteigerin und jedem Bergsteiger ab – und sind somit das ideale Objekt für medizinische Forschung, die sich mit Erkrankungen beschäftigt, die durch Sauerstoffmangel ausgelöst werden.

Das neue Höhenforschungslabor wird durch die Regierung der autonomen Region Tibet und die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziell unterstützt. Auch Forscherinnen und Forscher des kürzlich gegründeten und von Gießen aus koordinierten Deutschen Zentrums für Lungenforschung (gefördert aus Mitteln des Bundesforschungsministeriums) sowie Arbeitsgruppen des UGMLC (Universities Giessen and Marburg Lung Center), das mit Mitteln aus dem Hessischen Exzellenzprogramm LOEWE finanziert wird, werden an dem Projekt beteiligt sein.

Termin:
Mittwoch, 29. Februar 2012, 13.30 Uhr
Ort: Senatssaal im Universitätshauptgebäude, Ludwigstraße 23, 35390 Gießen
Kontakt:
Prof. Dr. Dr. Friedrich Grimminger
Direktor der Medizinischen Kliniken IV/V
Justus-Liebig-Universität Gießen
Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH
Telefon: 0641 99-42371

Caroline Link | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie