Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Uni-Klinikum Rostock unterstützt Kamerun mit einem Speziallabor im Kampf gegen Aids

06.07.2010
Die 2008 zwischen der Medizinischen Fakultät der Universität Rostock und einem Regionalkrankenhaus im Südwesten Kameruns (Afrika) begonnene Zusammenarbeit zur Versorgung von HIV-Patienten, wird fortgesetzt.

Darüber informierte Prof. Dr. Emil Reisinger, Chef der Abteilung Tropenmedizin und Infektionskrankheiten am Uni-Klinikum Rostock. Zwei Spitzenmediziner des Regionalkrankenhauses Limbe in Kamerun haben sich jetzt während eines einwöchigen Besuches mit der neuesten Forschung in Rostock vertraut gemacht.

Der ärztliche Direktor, Dr. Thompson Kinge, und der Leiter der HIV-Ambulanz des Regionalkrankenhauses, Dr. Wilfred Akam, äußerten sich in der Hansestadt dankbar für die Unterstützung. „Besonders die Hilfe in der Aus- und Weiterbildung, die wir aus Rostock erfahren, ist für uns sehr wichtig“, sagte Akam. „In Rostock haben wir uns vor allem mit neuen Methoden der Laboruntersuchungen vertraut gemacht“, so Akam. In Kamerun sind nach seriösen Schätzungen 5,5 Prozent der Bevölkerung mit HIV infiziert und in der Südwestregion des Landes liegt die Infektionsrate sogar bei etwa acht Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland sind etwa 0,8 Promille der Bevölkerung mit HIV infiziert.

Im Regionalkrankenhaus Limbe wurde jetzt mit Rostocker Hilfe ein Speziallabor zum Nachweis von sogenannten Erregern der Lungenentzündung, die ein Frühzeichen von HIV ist, eingerichtet. Laborpersonal des Regionalhospitals Limbe wurde in den Techniken zum Nachweis von Krankheitserregern unterwiesen. Sogenannte Pneumozystis jirovecii sind ein häufiger Erreger schwerer Lungenentzündungen bei HIV-Patienten, und eine Pneumozystis-Lungenentzündung bedeutet, dass Aids vorliegt. Durch die Kooperation mit Rostock konnte bereits gezeigt werden, dass Pneumocystis auch in Kamerun bei HIV-Infizierten häufig nachweisbar ist. Die Bedeutung dieses Erregers für Afrika werde bisher wahrscheinlich unterschätzt, meinte Dr. Hämmer, Oberarzt am Uni-Klinikum Rostock. Deshalb seien weitere Forschungsprojekte mit Kamerun in Planung. Jährlich findet ein Weiterbildungs-Symposion zum Thema HIV und Aids in Limbe mit Vortragenden aus Kamerun und Deutschland statt. Das nächste Symposion ist für April 2011 geplant.

Afrikakenner Dr. Hämmer erklärte: HIV und Aids seien in Kamerun ein „Heterosexuellenproblem“, während die Krankheit sich in Mecklenburg-Vorpommern vorwiegend auf Drogenabhängige und Homosexuelle konzentriere. Rostock unterstütze das afrikanische Land bei der Verbesserung der Therapiemodelle und der Aufklärung über das Krankheitsbild. „Wir müssen die Qualität der Betreuung von Infizierten dringend verbessern“, ist Dr. Kinge dankbar für die Hilfe. Deshalb würden die Laborkapazitäten ausgebaut und medizinisches Personal auch von Rostocker Ärzten geschult. Im Rahmen des Partnerschaftsprogramms leistet die Abteilung für Tropenmedizin und Infektionskrankheiten der Universität Rostock sowohl technische als auch personelle Hilfe, so wie Laborexpertin Dr. Diana Riebold, die den Gästen aus Kamerun erneut wertvolle praktische Hilfe gab. Dr. Akam bilanzierte für sein Regionalkrankenhaus, dass „jeden Monat bis zu 80 Menschen kommen, die sich mit HIV infiziert haben“. Wie viele sterben würden, darüber gebe es keine Statistik. Ein Erfolg: In Kamerun werden Medikamente für HIV-Infizierte kostenfrei zur Verfügung gestellt. Außer Frankreich und Deutschland nehmen acht weitere europäische Länder sowie 17 Partnerländer der Dritten Welt an der Aids-Initiative für Afrika teil.

„Auch in Zukunft werden regelmäßig Ärzte und anderes Fachpersonal aus Limbe zu Weiterbildungsaufenthalten in Rostock sowie Ärzte und Wissenschaftler aus Rostock in Limbe zu Gast sein“, betonte Prof. Reisinger. Auch die gemeinsame Forschung werde immer wichtiger.

Kontakt:
Universität Rostock
Presse+Kommunikation
Dr. Ulrich Vetter
Telefon: ++49 (0)381 498 1013
E-Mail: ulrich.vetter@uni-rostock.de

Ingrid Rieck | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie