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Ultraschall für genaue Schlaganfalldiagnose-Sonografie verbildlicht Hirndurchblutung

11.01.2012
In Deutschland ereignen sich jährlich etwa 200.000 erstmalige und mehr als 60.000 erneute Schlaganfälle.

Sie sind hierzulande die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache bleibender Behinderungen. Je nachdem, ob die Ursache ein Gefäßverschluss oder eine Hirnblutung ist, müssen sich die Ärzte innerhalb kürzester Zeit für die passende Therapie entscheiden.

Medizinischer Ultraschall verbessert diese Diagnostik: Die farbkodierte Duplex-Sonografie ist nach Auskunft der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) ein unverzichtbarer Bestandteil auf jeder Stroke Unit. Die korrekte Diagnose entscheidet maßgeblich über den weiteren Verlauf und die mitunter lebenslangen Folgen eines Schlaganfalls.

Trifft ein Patient mit typischen Anzeichen für einen Schlaganfall, etwa einer halbseitigen Lähmung oder Sprachstörungen, in der Klinik ein, klären Ärzte zunächst mittels Computer- oder Kernspintomografie, ob er einen Gefäßverschluss oder eine Hirnblutung erlitten hat. Nur bei einem Gefäßverschluss, dem ischämischen Schlaganfall, ist eine sogenannte Rekanalisierung möglich: Dabei versuchen Ärzte, mit einem Medikament oder mit Hilfe eines Katheters das Gefäß zu öffnen. „Die Lage und die Länge des Verschlusses geben uns wichtige Informationen über die Aussichten der Therapie“, sagt DEGUM-Vorstandsmitglied Professor Dr. med. Michael Görtler. Er leitet eine Spezialstation für Schlaganfälle, eine sogenannte Stroke Unit, an der Universitätsklinik für Neurologie in Magdeburg.

Für die genaue Diagnose gibt es mehrere diagnostische Verfahren, erläutert Professor Görtler: „Sie können über eine Vene ein Kontrastmittel in den Körper spritzen und dann in einer erneuten Computer- oder Kernspintomografie den Verlauf der Blutgefäße im Gehirn verfolgen.“ Auch die digitale Subtraktionsangiografie (DSA), eine Variante der konventionellen Röntgenuntersuchung, kann die Arterien im Gehirn darstellen. „Trotzdem gelingt es uns nicht immer, die Länge des Verschlussprozesses richtig abzuschätzen und zu erkennen, ob die dahinter liegenden Gefäße (und damit Hirnareale) tatsächlich nicht mehr ausreichend durchblutet sind“, sagt Professor Görtler.

Eine farbkodierte Duplex-Sonografie kann hier den entscheidenden Hinweis liefern, wie eine Untersuchung belegt. Bei einer 21-jährigen Frau kam es nach einem Autounfall zu einem Schlaganfall. Es lag eine Verletzungen an der Halsschlagader und als deren Folge eine kritische Minderdurchblutung der wichtigsten Hirnarterie vor. Letzteres wurde in der DSA verkannt. Professor Görtler: „Mittels der farbkodierten Duplex-Sonografie jedoch konnten wir die verminderte Strömungsgeschwindigkeit und die verminderte Pulsatilität in der zweiten Arterie entdecken.“ Durch zwei gezielte Rekanalisierungen konnten die Ärzte die Durchblutung wieder normalisieren.

„Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute“, betont DEGUM-Experte Professor Görtler. Der Erfolg der Behandlung hänge auch davon ab, ob die Ärzte von Anfang an die richtige Diagnostik wählen. „Eine Ultraschalluntersuchung ist ohne großen Zeitverlust bei fast jedem Patienten möglich“, so Görtler: „Durch die farbige Darstellung der Richtung und der Geschwindigkeit des Blutflusses in der farbkodierten Duplex-Sonografie erhalten wir oft entscheidende Informationen über die Durchblutung des Gehirns.“

Quelle:
Schreiber, S.; Schreiber, F.; Glaser, M.; Skalej, M.; Heinze, H.-J.; Goertler, M.
Detecting Artery Occlusion and Critical Flow Diminution in the Case of an Acute Ischemic Stroke - Methodological Pitfalls of Common Vascular Diagnostic Methods

Ultraschall in der Medizin 2011; 32: 274-280

Sektion Neurologie der DEGUM
http://www.degum.de/Neurologie.258.0.html
Kontakt für Journalisten:
Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)
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Anna Julia Voormann | idw
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