Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Überlebensvorteil für Defi-Träger nach dem Herzinfarkt - Sofortige Implantation bringt keinen Nutzen

09.04.2010
76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie vom 8.-10. April 2010 in Mannheim

Herzinfarkt-Patienten, die elf Monate oder später nach dem Infarkt einen implantierbaren Defibrillator eingesetzt bekommen, haben einen deutlichen Überlebensvorteil gegenüber ihren Leidensgenossen ohne Defi. Das gilt nicht für eine Implantation zwischen ein und drei Monaten nach dem Infarkt.

Das berichtete heute Prof. Dr. Michael Block (Klinikum Augustinum, München) auf der 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung (DGK). Von Donnerstag bis Samstag diskutieren 7.000 Experten aus 25 Ländern in Mannheim aktuelle Trends aus allen Bereichen der Kardiologie.

80.000 Todesfälle gehen auf gefährliches Herzrasen zurück

Rund 23.000 Patienten werden jährlich in Deutschland mit einem implantierbaren Cardioverter Defibrillator (ICD) versorgt, der ähnlich wie ein Schrittmacher subkutan unterhalb des linken Schlüsselbeins implantiert wird. Das Gerät erkennt automatisch lebensbedrohliches Herzrasen und reagiert darauf mit rettenden Stromstößen. Fast 80.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich an lebensbedrohlichem Herzrasen, besonders gefährdet sind Patienten im akuten Herzinfarkt und solche, die den Infarkt überleben, aber deren Herzmuskel deutlich geschädigt bleibt.

Datenanalyse in Rehabkliniken

Im Rahmen des PreSCD-II-Registers analysierten Experten jetzt die Daten von mehr als 10.000 Patienten in 19 kardiovaskulären Rehabilitationskliniken hinsichtlich der Therapie und ihres Überlebens nach Herzinfarkt. "Während die medikamentöse Versorgung in weit über 90 Prozent entsprechend den Leitlinien erfolgte, erhielten nur 22 Prozent der Patienten mit hochgradig eingeschränkter Pumpfunktion innerhalb von vier Monaten einen ICD, und weitere zehn Prozent im weiteren Verlauf", referiert Prof. Block wichtige Ergebnisse. "Dies resultiert wohl auch aus dem Problem, dass der optimale Zeitpunkt für die ICD-Implantation nach dem Herzinfarkt nicht geklärt war." Jetzt liefert die Analyse der Registerdaten den wichtigen Anhaltspunkt, dass eine frühe ICD-Implantation nicht günstig ist, eine spätere aber deutlichen Überlebens-Nutzen bringt. Prof. Block: "Somit sollte die Entscheidung zur Implantation eines ICD nach Herzinfarkt in der Regel deutlich später als vier Wochen nach Herzinfarkt erfolgen, aber spätestens nach drei und zwölf Monaten sollte neuerlich evaluiert werden, ob im individuellen Fall eine Defi-Implantation erforderlich ist."

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
Prof. Dr. Eckart Fleck, Pressesprecher
Christiane Limberg, Pressestelle
Tel.: 0211 / 600 692 - 61; E-Mail: limberg@dgk.org
Bettschart&Kofler Medien- und Kommunikationsberatung
Pressezentrum am Kongress: 0621 / 4106 - 5005; mobil 0043-676-6356775
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa.

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Tempo-Daten für das „Navi“ im Kopf
06.12.2016 | Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie