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Tinnitus-Behandlung mit maßgeschneiderter Musik: Auf die Frequenz kommt es an

27.09.2011
Eine in Münster entwickelte Kurzzeit-Therapie mit maßgeschneiderter Musik hilft Tinnitus-Patienten – allerdings nur denjenigen, deren Ohrgeräusche eine Frequenz bis zu acht Kilohertz haben.

Das hat ein Team um Dr. Henning Teismann vom Institut für Biomagnetismus und Biosignalanalyse der Universität Münster herausgefunden und damit die eigenen Forschungsergebnisse ergänzt. Die neuen Erkenntnisse sind nun in der Online-Fachzeitschrift PLoS One veröffentlicht worden.

An der Studie nahmen 20 Personen teil, die unter chronischem tonalem Tinnitus (das ist ein Tinnitus, der wie ein Pfeif- oder Piepton klingt) leiden. Bei der einen Hälfte der Teilnehmer liegt die Tinnitus-Frequenz bei höchstens acht Kilohertz, bei der anderen Hälfte darüber. Alle Teilnehmer wurden kurz und intensiv – an fünf aufeinanderfolgenden Tagen über jeweils sechs Stunden – mit maßgeschneiderter Musik behandelt. Jeder Teilnehmer durfte Musik auswählen, deren Frequenzspektrum anschließend individuell verändert wurde. Das Ziel der Therapie: Die Tinnitus-„Lautheit“ - und damit die „Lästigkeit“ - soll reduziert werden.

Von der Kurzzeit-Behandlung profitierten nur Teilnehmer mit Tinnitus-Frequenzen unter acht Kilohertz, bei den Teilnehmern mit extrem hohen Frequenzen hingegen gab es keine signifikanten Effekte. In der Studie zeigte sich außerdem, dass die mit der Kurzzeit-Therapie erreichten Veränderungen nicht dauerhaft sind – das legt nahe, die neue Therapie über längere Zeiträume anzuwenden, um so eine nachhaltigere Wirkung zu erzielen.

Derzeit sucht das Institut 300 Probanden für die weitere Erforschung der neuen Tinnitus-Therapie (Ansprechpartner: Dr. Henning Teismann, h.teismann@uni-muenster.de).

Redaktion: Dr. Thomas Bauer (Telefon: 0251 83-58937, E-Mail: thbauer@uni-muenster.de)

Literatur: Teismann H, Okamoto H, Pantev C (2011): Short and Intense Tailor-Made Notched Music Training against Tinnitus: The Tinnitus Frequency Matters. PLoS ONE 6(9): e24685. doi:10.1371/journal.pone.0024685

Dr. Christina Heimken | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/
http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0024685

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