Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Südsee-Pflanze Kava wirkt gegen Angstzustände

15.05.2009
Australische Studie widerlegt Zweifel an Gefährlichkeit des Sedativums

Wissenschaftler der University of Queensland haben festgestellt, dass Medikamente mit dem Pflanzenextrakt Kava gute Wirksamkeit bei der Behandlung von Angstzuständen zeigen.

Im Fachmagazin Psychopharmacology berichten die Forscher davon, dass das natürliche Sedativum besser abschnitt, als andere chemisch-pharmazeutische Produkte. Die getrocknete zerstoßene Wurzel der Kava-Pflanze (Piper methysticum) wird in Melanesien und Teilen Polynesiens seit Jahrhunderten mit Wasser verdünnt getrunken. In Europa und den USA wurde der Extrakt als Sedativum in Pillenform verkauft und 2002 aufgrund angeblicher Lebertoxizität verboten.

Die Plazebo-kontrollierte Studie hat Kava als effektives und sicheres Behandlungsmittel bei chronischen Angstzuständen und Depressionen ausgewiesen, erklärt Studienleiter Jerome Sarris von der School of Medicine. "Wir konnten auch nachweisen, dass Kava eine natürliche Alternative bei der Behandlung solcher Angstzustände ist. Anders als zahlreiche Anti-Depressiva verursacht der Pflanzenextrakt weniger Abhängigkeit und weist deutlich weniger Nebenwirkungen auf", so der Forscher. In den dreiwöchigen Untersuchungen konnten die Wissenschaftler keine Hinweise auf eine Unsicherheit des Pflanzenextrakts finden. Allerdings räumen die Forscher auch ein, dass dazu größere Studien notwendig wären.

"Wir haben auch entdeckt, dass Kava zur Verminderung der Depressionslevels führte. Das wurde bisher nicht festgestellt", erklärt Sarris. Wenn das Extrakt sachgemäß angewendet werde, stelle es ein sehr geringes Risiko für Leberprobleme dar. "Wir hoffen, dass dies auch die Regierungen der Länder, die Kava verboten haben, überzeugen wird", schreint der Wissenschaftler. Die von den europäischen Zulassungsbehörden argumentierten Risiken einer Lebertoxizität hatten vor wenigen Jahren immer wieder zu Protesten seitens der Forscher geführt. Rolf Teschke, Gastroenterologe am Klinikum Hanau hatte die Entscheidung des Deutschen Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) http://www.BfArM.de kritisiert. "Ich habe alle 26 Fälle, in denen eine Leberschädigung aufgrund der Einnahme von Kava vermutet wurde, nochmals genau aufgerollt", so Teschke im pressetext-Interview. In nur acht oder neun Fällen habe eine Kausalität zu Kava bestanden. "Wir sind zum Schluss gekommen, dass das BfArM schlecht recherchiert hat", so der Mediziner.

Teschke hat in seinen Arbeiten immer wieder gefordert, dass es eine Qualitätskontrolle bei Kava geben muss. "Es ist nicht genau definiert, welche Sorte von Kava hohe und welche schlechtere Qualität hat", kritisiert der Wissenschaftler. Das müsse allerdings höchste Priorität haben. Seit dem Verbot der Anwendungen der Kava-Produkte in vielen Staaten Europas (pte berichtete http://pressetext.at/news/020827015/ ) ist der Export der Kava-Wurzel-Extrakte aus den Inseln des Pazifiks quasi zum Erliegen gekommen.

Wissenschaftler der University of Aberdeen http://www.abdn.ac.uk und dem Laboratoire de Biologie Moleculaire du Cancer in Luxemburg http://www.lbmcc.lu haben 2006 festgestellt, dass Kava auch gegen Leukämie und Eierstockkrebs wirkt (pressetext berichtete http://pressetext.at/news/060215027/ ).

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uq.edu.au

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Ein neuer Ansatz bei Hyperinsulinismus
18.09.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie