Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

So funktioniert Gentherapie bei Herzschwäche

05.03.2012
Mikro-RNA steuert Kalzium-Regulation / Veröffentlichung im European Heart Journal
Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben aufgeklärt, wie eine neue erfolgversprechende Gentherapie zur Behandlung der Herzschwäche wirkt. Das Team um Professor Dr. Dr. med. Thomas Thum, Leiter des Instituts für Molekulare und Translationale Therapiestrategien (IMTTS) der MHH, veröffentlichte seine Ergebnisse im European Heart Journal. Erstautor ist Dr. Regalla Kumarswamy. Es handelt sich um eine Fasttrack-Publikation, die Herausgeber schreiben dem Projekt also eine besondere Wichtigkeit zu.

„Unsere Erkenntnisse verbessern die Chance, dass eine spezielle Gentherapie, die sich derzeit noch in der Entwicklung befindet, in den kommenden fünf Jahren bei Patienten mit Herzschwäche eine breitere Einsatzmöglichkeit findet“, sagt Professor Thum. Dazu kooperierten die MHH-Forscher mit Wissenschaftlern des Imperial College, London, UK, und der Mount Sinai School of Medicine, New York, USA, die diese neue Therapie entwickelt haben und derzeit an Patienten innerhalb einer klinischen Studie prüfen.

Bei der Therapie wird den Patienten das Gen SERCA2a gespritzt. Dieses gelangt in die Herzzellen und normalisiert dort den Kalziumspiegel, der bei Herzschwäche gestört ist. Die MHH-Forscher haben mit Hilfe isolierter Ratten-Herzzellen im Labor herausgefunden, dass bestimmte kurze Ribonukleinsäureketten den Mechanismus der Kalzium-Regulation steuern: so genannte mikroRNA.

Rund 50 Millionen Menschen in Europa leiden unter der so genannten Herzschwäche, bei der das Herz nur noch vermindert pumpt oder sich nicht ausreichend füllt. Die häufigsten Ursachen sind vorangegangene Herzinfarkte oder hoher Blutdruck, der über einen langen Zeitraum besteht. „Die Therapie hilft wahrscheinlich in beiden Fällen“, erläutert Professor Thum. Sein Team wird den Mechanismus, wie die SERCA2a-Gentherapie bei Herzschwäche hilft, nun noch weiter erforschen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Dr. Thomas Thum, MHH, (0511) 532-5272, thum.thomas@mh-hannover, www.mh-hannover.de/imtts.html

Die Publikation finden Sie im Internet unter
http://eurheartj.oxfordjournals.org/content/early/2012/02/22/eurheartj.
ehs043.short?rss=1r

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Berichte zu: Gentherapie Herzschwäche Kalzium-Regulation MHH MHH-Forscher

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie