Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sensitiverer Test für Asbest-Krebs entwickelt

24.08.2009
Forscher nehmen Protein Mesothelin unter die Lupe

Wissenschaftler der University of Oxford haben laut eigenen Angaben einen sensitiveren Test für Asbestmesotheliome entwickelt. Diese Krebsform entsteht lange nach einer Asbest-Belastung. Die Lebenserwartung der Patienten ist normalerweise kurz.

Der neue Test analysiert die Werte eines Proteins, das in engem Zusammenhang mit dem Krebs in den Flüssigkeiten rund um die Lunge steht. Details der Studie wurden im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine veröffentlicht.

Mesotheliome sind tödliche Tumore an der Oberfläche der Lunge. Obwohl relativ selten, sind sie aufgrund ihrer Position und ihrer eingeschränkten Reaktion auf eine Chemotherapie nur schwer zu behandeln. Die Krankheit tritt auch bei Menschen auf, die nie mit Asbest in Kontakt gekommen sind. Das Einatmen des Asbest-Staubes scheint jedoch ein entscheidender Risiko-Faktor zu sein. Vor allem waren immer wieder Handwerker wie Tischler, Installateure und Elektriker betroffen. Da es Jahrzehnte dauern kann bis eine Erkrankung ausbricht, erwarten Experten laut BBC, dass die Anzahl der Erkrankungen in Großbritannien mit rund 2.200 im Jahr 2013 einen Höchststand erreichen wird. Gesetze verbieten in den Industriestaaten den berufsbedingten Kontakt mit Asbest. In den Entwicklungsländern gibt es jedoch keine derartigen Einschränkungen.

Die Wissenschaftler konzentrierten sich auf Möglichkeiten, Mesotheliome als Ursache für Pleuraergüsse festzustellen. Dabei handelt es sich um die Ansammlung von Flüssigkeit in der Pleurahöhle zwischen Rippenfell und Lungenfell. Es gibt viele mögliche Ursachen für diese Symptome. Viele sind auch gutartig oder stehen mit anderen Krebsarten in Zusammenhang. Mehr als 90 Prozent der Patienten mit Mesotheliomen leiden jedoch genau an diesem Symptom. Derzeit wird eine Zytologie der Pleuraflüssigkeit durchgeführt, ein Labortest der nach kanzerösen Zellen sucht.

Das Team der University of Oxford hält diesen Test jedoch für nicht sehr sensitiv. Mitglieder des Teams arbeiteten mit Proben der Pleuraflüssigkeit von mehr als 200 Patienten, die in eine Spezialklinik überwiesen worden waren. Sie untersuchten die Werte des Proteins Mesothelin, das bei den meisten Patienten mit Mesotheliomen in großen Mengen in der Pleuraflüssigkeit freigesetzt wird. Es zeigte sich, dass die Proteinwerte bei Krebspatienten fast sechs Mal so hoch waren wie bei sekundärem Lungenkrebs und zehn Mals so hoch wie bei jenen mit beginnenden Erkrankungen. Die Wissenschaftlerin Helen Davies betonte, dass damit eine Möglichkeit aufgezeigt worden sei, wie Mesotheliomen von Anfang an leichter erkannt werden können. Da die meisten Patienten nur noch rund zwölf Monate zu leben hätten, sei jeder Tag kostbar.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ox.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise