Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schwere Depressionen: Wie kann man am besten helfen?

07.10.2008
DGPPN-Kongress 2008: Größte wissenschaftliche Tagung zu psychischen Erkrankungen in Europa

Depressionen zählen in Deutschland zu den häufigsten psychischen Erkrankungen: Rund fünf Prozent der Bevölkerung, also etwa vier Millionen Menschen, leiden aktuell an, viele davon an einer schweren Depression. Kann man gerade diesen Menschen wirksam helfen?

Mit dieser Frage beschäftigte sich eine Forschergruppe um Diplom-Psychologin PD Dr. Elisabeth Schramm vom Universitätsklinikum Freiburg. Die Wissenschaftler untersuchten bei schwer depressiven Patienten die Wirksamkeit der Interpersonellen Psychotherapie (IPT) in Kombination mit Antidepressiva im Vergleich zu anderen gängigen psychiatrischen Behandlungsmethoden in Verbindung mit Antidepressiva. Die Ergebnisse zeigten, dass die IPT plus Antidepressiva bei schwer depressiven, aber auch bei chronisch depressiven Patienten Vorteile gegenüber einer psychiatrischen Standardtherapie hat.

Denn nach fünf Wochen wies die IPT-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe eine weitaus größere Verminderung der depressiven Symptome auf. Die Ansprechraten waren ebenfalls höher als bei den Patienten, die nach dem klinischen Routineprozedere behandelt wurden. Bei der IPT-Gruppe waren zudem die Remissionsraten tendenziell besser als bei der Kontrollgruppe. Auch bei der ersten Nachuntersuchung nach der Klinikentlassung zeigten Patienten mit IPT einen weitaus größeren Behandlungserfolg.

Das Thema Psychotherapie von psychischen Störungen und Erkrankungen wird ein Schwerpunkt der diesjährigen Jahrestagung der Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) sein, die von Mittwoch, den 26. November, bis Samstag, den 29. November 2008, im Internationalen Congress Centrum (ICC) in Berlin stattfindet. Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Veranstaltungen stehen u.a. die Fragen nach innovativen Therapieansätzen bei psychischen Erkrankungen und zur Neurobiologie psychotherapeutischer Verfahren. Wie im vergangenen Jahr erwartet die DGPPN wieder mehr als 7.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu diesem Kongress, der inzwischen in Europa zur größten wissenschaftlichen Tagung auf dem Gebiet der psychischen Störungen geworden ist. Neben dem wissenschaftlichen Programm sowie dem Programm der Fort- und Weiterbildungsakademie hat die DGPPN eine Reihe von Angeboten vorgesehen, die sich an interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Schülerinnen und Schüler der Berliner Schulen richten.

Literatur: Schramm E, van Calker D, Dykierek P, Lieb K, Kech S, Zobel I, Leonhart R, Berger M.: An intensive treatment program of interpersonal psychotherapy plus pharmacotherapy for depressed inpatients: acute and long-term results. Am J Psychiatry. 164 (5),768-77 (2007); Schramm E, Schneider D, Zobel I, van Calker D, Dykierek P, Kech S, Härter M, Berger M.: Efficacy of Interpersonal Psychotherapy plus pharmacotherapy in chronically depressed inpatients. J Affect Disord. 109 (1-2), 65-73 (2008).

Information und Anmeldung zum Kongress: dgppn08@cpo-hanser.de sowie im Internet: www.dgppn-kongress.de

Dr. Thomas Nesseler | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgppn-kongress.de
http://www.dgppn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Starkes Übergewicht: Magenbypass und Schlauchmagen vergleichbar
17.01.2018 | Universität Basel

nachricht Therapieansatz: Kombination von Neuroroboter und Hirnstimulation aktiviert ungenutzte Nervenbahnen
16.01.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Projekt "HorseVetMed": Forscher entwickeln innovatives Sensorsystem zur Tierdiagnostik

17.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Seltsames Verhalten eines Sterns offenbart Schwarzes Loch, das sich in riesigem Sternhaufen verbirgt

17.01.2018 | Physik Astronomie

Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

17.01.2018 | Physik Astronomie