Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schwangerschaft gut planen - Neue Therapieempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V.

16.12.2008
Fortschritte in der Therapie rheumatischer Erkrankungen haben dazu geführt, dass sich viele Frauen mit Rheuma ihren Kinderwunsch erfüllen können.

14 Prozent der betroffenen Frauen heute sind im gebärfähigen Alter. Noch bis vor zehn Jahren haben Ärzte von einer Schwangerschaft abgeraten - es gab kaum Erfahrungswerte. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) hat die Erkenntnisse über die Anwendung von Rheuma-Medikamenten in der Schwangerschaft nun in einer Therapieempfehlung zusammengefasst.

"Dieser Leitfaden hilft allen Beteiligten, ihre Patientinnen in Hinblick auf eine geplante Schwangerschaft besser zu beraten", sagt Prof. Klaus Krüger, Sprecher der Kommission Pharmakotherapie.

Bisher existierten zu vielen Medikamenten nur unzureichende Daten über ihre Anwendung in der Schwangerschaft - insbesondere für neuere Therapieformen. Aus diesem Grund rieten die Ärzte ihren Rheuma-Patientinnen früher von einer Schwangerschaft ab. Viele Frauen verabschiedeten sich vom Gedanken, eine Familie zu gründen. Die Fragen fokussieren insbesondere auf die Auswirkungen der Medikamente auf die Fruchtbarkeit der Frauen und die Gesundheit des Kindes. Wichtig ist auch, ob und wie sich die Krankheitsaktivität während der Schwangerschaft verändert und ob medikamentös eingegriffen werden kann. Diese Fragen greifen die Therapieempfehlungen der DGRh auf. Sie listen die gängigen Rheuma-Medikamente und deren Anwendbarkeit vor und während einer Schwangerschaft. Grundlage des Leitfadens sind tierexperimentelle Studien, Fallberichte sowie Expertenmeinungen.

Das wichtigste Kriterium für eine möglichst problemfreie Schwangerschaft und Geburt ist eine langfristige Vorbereitung. Patientinnen sollten ihren Kinderwunsch schon vor der medikamentösen Einstellung ihrem Arzt mitteilen. Denn einige Wirkstoffe können den Eisprung verhindern. Andere Substanzen müssen einige Monate vor der geplanten Konzeption abgesetzt werden, um Langzeitwirkungen auf das Kind auszuschließen. Da eine Schwangerschaft zudem in eine ruhige Krankheitsphase fallen sollte, können Ärzte mit dem Wissen um den Kinderwunsch ihrer Patientin die Behandlungsstrategie auf eine rasche und stabile Remission ausrichten. Für die Einnahme von Medikamenten während der Schwangerschaft gilt grundsätzlich "so wenig wie möglich, so viel wie nötig". Doch dabei gibt es wesentliche Unterschiede.

Die Schwangerschaft der rheumakranken Patientin ist trotz der verbesserten Behandlungsoptionen stets eine Risikoschwangerschaft. "Es erfordert eine engmaschige Kontrolle des Therapieverlaufs und eine gute Zusammenarbeit von Rheumatologen und Geburtshelfern", sagt Professor Krüger, selbst niedergelassener Rheumatologe in München. Um die behandelnden Ärzte und Betreuer enger zu vernetzen, sind spezielle Schwangerschaftssprechstunden eine Option. In der Schweiz gibt es bereits einige dieser Zentren, in der Frauen und Männer mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen bei Kinderwunsch beraten und Frauen in einer Schwangerschaft betreut werden. In Deutschland gibt es diese Sprechstunde bislang in Düsseldorf und Erlangen. Doch auch jeder Rheumatologe kann mit den neuen Therapieempfehlungen und seinem Fachwissen grundsätzlich diese Art der Beratung anbieten.

**** Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. ist eine gemeinnützige, medizinische Fachgesellschaft, deren Arbeit sich mit dem gesamten Bereich der Rheumatologie in Deutschland und deren Entwicklung befasst. Die Ziele der DGRh sind der fachliche Austausch über Forschung, Klinik und Praxis sowie die Schulung von Ärzten und Patienten. Mit ihrer Arbeit trägt die DGRh dazu bei, die Behandlungsmöglichkeiten der betroffenen Menschen mit Rheuma zu verbessern.***

Pressekontakt:
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.
Sandra Wittig
Luisenstraße 41
10117 Berlin
Tel: 030/240484-80 (Zentrale: - 70)
Fax: 030/240484-79
E-Mail: sandra.wittig@dgrh.de

Dr. Cornelia Rufenach | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgrh.de
http://www.dgrh.de/pharmakoschwanger.html
http://www.dgrh.de/themadesmonats.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Immunsystem: Wer lockt die Polizisten auf Streife?
17.02.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Erstmals Herzpflaster aus Stammzellen für die Anwendung an Patienten mit Herzmuskelschwäche
17.02.2017 | Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung