Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RUB-Wissenschaftler erforschen wie man Informationen erlernt

22.09.2008
Kontext-Netzwerk im Gehirn unterstützt Gedächtnisbildung
Veröffentlichung in renommierter Fachzeitschrift Hippocampus

Viele Menschen denken bei einem Foto von Brad Pitt auch automatisch an seine Partnerin Angelina Jolie und deren Kinder. Was passiert im Gehirn, wenn bei einem neuen Eindruck sofort vielfältige Assoziationen geweckt werden, d.h. wenn das Neue automatisch an Vorhandenes angeknüpft wird?

Die Präsentation eines Fotos von Brad Pitt aktiviert automatisch das so genannte Kontext-Netzwerk im Gehirn, das aus unterschiedlichen Regionen besteht, die für diese Verknüpfung zuständig sind. Dass dieser Teil des Gehirns auch für die Verarbeitung von neuen Informationen und Assoziationen zuständig ist, haben Neurowissenschaftler der Ruhr-Universität zusammen mit Radiologen der Universität Duisburg-Essen nun herausgefunden. Ihre Ergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Hippocampus veröffentlicht.

An nichts denken aktiviert dieselbe Hirnregion

Bochumer Neurowissenschaftler der Abteilung Neuropsychologie des Instituts für Kognitive Neurowissenschaft (Leitung Prof. Dr. Irene Daum) konnten in Zusammenarbeit mit dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Universität Duisburg-Essen (Leitung Prof. Dr. Michael Forsting) neue Erkenntnisse über das Gehirn sammeln. In einer Studie wiesen sie nach, dass das so genannte Kontext-Netzwerk im Gehirn auch bei der Bildung neuer persönlicher Assoziationen aktiv wird und die Gedächtnisbildung unterstützt. Bei der Untersuchung sollten Personen sich Gegenstände merken, indem sie sich entweder eine Geschichte dazu ausdachten oder sich auf besonders herausstechende Merkmale des Gegenstandes konzentrierten. Dieser von Dr. Boris Suchan entwickelte Gedächtnistest orientiert sich am alltäglichen Vorgehen beim Erlernen neuer Informationen. Die mit Hilfe der funktionellen Kernspintomographie ermittelten Hirnaktivierungen umfassen die Regionen um den so genannten Precuneus, den medialen präfrontalen und lateralen parietalen Cortex sowie den Hippocampus. Interessanterweise haben die Forscher auch herausgefunden, dass genau diese Areale auch aktiv sind, wenn Personen aufgefordert werden, ihren Gedanken einfach freien Lauf zu lassen ohne an etwas Bestimmtes zu denken.

Titelaufnahme

Peters J, Daum I, Gizewski E, Forsting M, Suchan B. Associations evoked during memory encoding recruit the context-network. In: Hippocampus 5.Sep.2008. doi: 10.1002/hipo.20490

Weitere Informationen

PD Dr. Boris Suchan, Institut für Kognitive Neurowissenschaft, Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-27575 E-Mail: boris.suchan@rub.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten