Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das richtige Maß entscheidet: Der 17. Juni ist der Tag des Cholesterins

16.06.2011
Empfehlungen anlässlich des Tages des Cholesterins: regelmäßig Cholesterinwerte prüfen, besondere Wachsamkeit bei Herz- und Diabetespatienten

H.E.L.P.-Verfahren für Menschen mit krankhaft gestörten Fettstoffwechsel

Für viele ist es ein böses Schreckgespenst: Wenn in den Medien über Cholesterin berichtet wird, steht meist die Bedrohung der Gesundheit bei zu hohen Werten im Mittelpunkt. Dabei ist Cholesterin nicht per se schlecht, sondern vielmehr lebensnotwendig. In der richtigen Form und Menge im Blut erfüllt es sehr wichtige Funktionen im menschlichen Körper.

„Prinzipiell unterscheidet man zwei Arten von Cholesterin“, erklärt Prof. Diethelm Tschöpe, ärztlicher Direktor des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen und Vorsitzender der Stiftung „Der herzkranke Diabetiker“ (DHD) in der Deutschen Diabetes-Stiftung (DDS). „Das LDL-Cholesterin sorgt dafür, dass Cholesterin in den Körper hinein transportiert wird und sich an den Wänden der Blutgefäße ablagert. Dadurch steigt die Gefahr, an Arteriosklerose zu erkranken, einer Verengung bzw. Verkalkung der Blutgefäße. Das HDL-Cholesterin dagegen transportiert Cholesterin aus dem Körper hinaus, löst es aus den Wänden der Blutgefäße und schützt sie so.“

Für Diabetespatienten gilt: Besondere Wachsamkeit im Hinblick auf LDL-Cholesterin

Insbesondere Menschen, die ein hohes Arterioskleroserisiko haben, sollten unbedingt auf einen niedrigen LDL-Wert im Blut achten. Zu diesen Risikogruppen gehören neben stark Übergewichtigen, Rauchern und Menschen mit erhöhtem Blutdruck auch Diabetiker.

„Diabetespatienten haben ohnehin ein vielfach erhöhtes Risiko an einer Arterienverkalkung zu erkranken und in Folge einen Herzinfarkt zu erleiden“, erklärt Prof. Tschöpe. Grund für dieses hohe Risiko bei Diabetikern ist deren gestörter Stoffwechsel, der Ablagerungen (Plaques) an den Wänden der Gefäße begünstigt. Zudem führt ein hoher Blutzuckerspiegel dazu, dass das Blut „dicker“ wird. Das heißt: Die Gefahr eines Blutgerinnsels, das in den Arterien, die zum Herzen oder Gehirn führen, einen lebensbedrohlichen Infarkt auslöst, ist deutlich erhöht.

Kommt zu dieser Konstellation noch ein erhöhter LDL-Cholesterinwert, steigt das Risiko des Herzinfarkts. „Durch einen gesunden Lebensstil, der mit einem normalen Körpergewicht und einer ausgewogenen Ernährung einhergeht, haben Diabetiker jedoch gute Chancen, ihren Anteil an LDL-Cholesterin im Blut in einem gesunden Maße zu halten - und so die Gesundheit ihrer Gefäße zu erhalten“, erklärt Prof. Tschöpe. Allerdings lässt sich eine genetische Veranlagung auch nicht durch den gesündesten Lebensstil kompensieren.

H.E.L.P.-Verfahren hilft bei krankhaft gestörtem Fettstoffwechsel

Besondere Maßnahmen sind für diejenigen Patienten erforderlich, deren Cholesterinanteil im Blut nicht mehr über die Ernährung oder über die Einnahme von Medikamenten steuerbar ist. Grund hierfür ist ein krankhaft gestörter Fettstoffwechsel. Leiden diese Patienten zusätzlich noch an einer fortgeschrittenen Herzerkrankung, kommt eine so genannte H.E.L.P.- Therapie in Betracht: Hierbei handelt es sich um ein spezielles Verfahren zur Blutreinigung, das unter Medizinern unter dem Fachbegriff „Lipidapherese“ bekannt ist.

„In Bad Oeynhausen führen wir dieses komplexe Verfahren zur Senkung des schädlichen Cholesterins im Blut seit 1992 mit großem Erfolg zur Behandlung von Patienten mit angeborener Fettstoffwechselstörung sowie mit fortgeschrittener Herzerkrankung durch“, erläutert Prof. Dieter Horstkotte, Leiter der Klinik für Kardiologie am Herz- und Diabeteszentrum NRW.

„ Während der ambulant durchgeführten Blutwäsche werden insgesamt etwa drei Liter Blut gereinigt. Die Konzentration des schädlichen LDL-Cholesterin wird dabei um mindestens 60 Prozent gesenkt“, so Prof. Horstkotte. „Durch die Therapie werden schon nach kurzer Zeit Beschwerden wie bspw. Angina Pectoris-Attacken gemindert, die Leistungsfähigkeit verbessert und Ablagerungen von Cholesterin gehen zurück. Dabei ist das H.E.L.P.-Verfahren sehr kreislaufschonend und nebenwirkungsarm."

Anna Reiss | idw
Weitere Informationen:
http://www.hdz-nrw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise