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"SEE-KID" simuliert komplexe Schieloperationen

01.12.2009
System unterstützt Diagnose und Therapie von Augenmotilitätsstörungen

Die oberösterreichische Forschungsinitiative "SEE-KID" hat ein System entwickelt, mit dem komplexe Schieloperationen an den Augenmuskeln mit einem Computerprogramm simuliert werden können.

Das System wurde bereits erfolgreich in die Praxis und Ausbildung von Ophthalmologen und OrthoptistInnen integriert und bietet Augenchirurgen die Möglichkeit, eine am Patienten gemessene Augenfehlstellung im Computer nachzustellen und chirurgische Eingriffe an den Augenmuskeln interaktiv zu simulieren.

"SEE-KID" (Software Engineering Environment for Knowledge-based Interactive Eye Motility Diagnostics) wird seit mehr als 14 Jahren von einer Hagenberger Forschergruppe in der RISC Software GmbH der Universität Linz entwickelt und durch Förderungen des Landes Oberösterreichs, des Bundesministeriums für Gesundheit und des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Linz unterstützt.

Neben dem Einsatz in der Operationsplanung bietet sich das Programm auch zur Archivierung von Patientendaten an. Strabologen können es als wissenschaftliches Werkzeug zur Untersuchung der Mechanik von Augenbewegungen nutzen. In der Ausbildung bietet "SEE-KID" die Möglichkeit, grundsätzliche Abläufe von Augenbewegungen anschaulich zu erlernen. Seit 2008 wird das System nun in einigen Kliniken und Ausbildungsinstitutionen in Linz, Salzburg, Wien, Graz, Klagenfurt, Wiener Neustadt u.a. erfolgreich eingesetzt.

Nach diesem wichtigen Schritt in die Praxis konzentrieren sich die weiteren Forschungsaktivitäten auf die Verbesserung von Augenbewegungsmessung, Dokumentation und automatischer Operationsplanung. An oberster Stelle der Arbeiten steht die Umsetzung der Forschungsergebnisse in die praktische Anwendung, um eine Verbesserung für die Patienten zu erreichen.

Neben dem Einsatz in der Medizin findet das "SEE-KID" System - auf Grund der anschaulichen Darstellung der Funktionsweise von Augenbewegungen - auch noch in ganz anderen Anwendungsgebieten Verwendung. So wurde dieses Jahr in der neuen Ausstellung des Ars Electronica Centers (AEC) in der Main Gallery "Neue Bilder vom Menschen" eine eigenen Installation mit dem "SEE-KID" Projekt realisiert. Das Ars Electronica Center, welches im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2009 in Linz stark erweitert und neu eröffnet wurde, rückt dabei jene Bereiche ins Rampenlicht, die heute im Begriff sind, den größten und zugleich umstrittensten Innovationsschub zu entfalten: die sogenannten Lifesciences - die Wissenschaften vom Leben.

Die "SEE-KID" Installation im AEC stellt den Besucher in den Mittelpunkt und analysiert mit Hilfe eines Eye Trackers dessen Augenbewegungen. Verschiedene optische Reize werden über einen Monitor dargestellt und lösen bei der Testperson verschiedene Augenbewegungsmuster aus. Auf einem zweiten, größeren Monitor sehen die anderen Besucher ebenfalls die dargebotenen visuellen Reize, sowie die Blickbewegungen der Testperson durch eine rote Linie eingezeichnet. Dadurch können die verschiedenen Arten von Augenbewegungen des Menschen (Fixationen, Sakkaden, Folgebewegungen und Nystagmus) direkt beobachtet werden. Eine Großprojektion des im Rahmen des "SEE-KID" Projekts entwickelten biomechanischen Augenmodells simuliert die gemessenen Augenbewegungen in Echtzeit und ermöglicht damit den Besuchern einen Blick ins Innere unseres komplexen Augenbewegungssystems.

Die aktuelle Ausstellung im AEC läuft bis Ende 2009 und stellt einen wesentlichen Bestandteil im Programm des europäischen Kulturhauptstadtjahres von Linz (Linz09) dar. Die SEE-KID Installation wird voraussichtlich auch 2010 weiter im AEC verbleiben und so den Besuchern auch im nächsten Jahr einen Einblick in die verschiedenen Arten von Augenbewegungen geben. Weitere Informationen können unter http://www.see-kid.at abgerufen werden.

Sigrid Gillmayr | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.see-kid.at

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