Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Prinzip Hoffnung: Fast jeder zweite Gehirntumorpatient sucht alternative Therapien

17.12.2010
Rund 10 000 Menschen in Deutschland erkranken jährlich an einem Gehirntumor.

Trotz vielfältiger neuer Behandlungsmethoden gibt es vor allem in weit fortgeschrittenen Stadien und bei bestimmten Tumorarten kaum Hoffnung auf eine Heilung. Zusätzliche Hilfe suchen viele Betroffene in alternativen Therapien.

Das ergab eine Multicenter-Studie des Deutschen Gliomnetzwerks unter Leitung von Dr. Oliver Heese, Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).

Die Ergebnisse der Untersuchung sind jetzt in dem renommierten Wissenschaftsmagazin Neurology erschienen.

Fast jeder zweite Patient mit unheilbarem Hirntumor setzt zusätzlich zur traditionellen Behandlung auf alternative Heilungsmethoden. Aufgabe der Ärzte sei es deshalb, sagt Dr. Oliver Heese, Patienten über alternative Heilverfahren in Ergänzung zur Schulmedizin aufzuklären, sie bei der Wahl zwischen Sinnvollem und Überflüssigem zu unterstützen und vor kostspieligen, aber wirkungslosen Therapieangeboten zu schützen.

„Patienten müssen mit ihrem Arzt offen sprechen können, wenn sie Fragen zu alternativen Heilmethoden haben“, meint Dr. Oliver Heese. Dieser Gesprächsbedarf ist offensichtlich vorhanden: Etwa 40 Prozent der im Rahmen der Studie befragten Tumorpatienten nutzten neben konventionellen auch alternative Therapiemöglichkeiten. Für Heese und sein Team ein wichtiges Signal an die Neuroonkologie, im Arzt-Patienten-Gespräch künftig stärker auf dieses Thema einzugehen.

Insgesamt 621 Menschen aus ganz Deutschland mit unheilbaren Grad II bis IV-Glioblastoma-Tumoren nahmen an der Befragung teil und machten Angaben zu ihrem Umgang mit alternativen Behandlungsmethoden. Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei 41 Jahren. Ein Großteil gab als Motivation an, die traditionelle medizinische Behandlung durch alternative Heilverfahren unterstützen und natürliche Abwehrkräfte des Körpers stärken zu wollen. 39 Prozent der Umfrageteilnehmer nutzten homöopathische Mittel, 31 Prozent Vitamintherapien und 29 Prozent verschiedene psychologische Ansätze.

Am häufigsten kamen alternative Therapien bei Menschen mit höherer Schulbildung, Frauen und jungen Menschen zum Einsatz. Die Wenigsten stellten dabei schulmedizinische Heilverfahren in Frage sondern nutzten die alternativen Therapien als Ergänzung. An der Multicenter-Studie nahmen neben der Neurochirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf fünf weitere Universitäsklinika mit einem Hirntumorschwerpunkt (organisiert im Deutschen Gliomnetzwerk der Deutschen Krebshilfe) teil.

Christine Jähn | idw
Weitere Informationen:
http://www.uke.uni-hamburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie