Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Persönlichkeitsstörungen bedürfen vielfach einer psychotherapeutischen Behandlung

12.11.2008
DGPPN-Kongress 2008: Europas größte wissenschaftliche Tagung zu psychischen Erkrankungen

Wahrnehmungs- und Verhaltensmuster, die dauerhaft persönliches Leid oder nachteiligen Einfluss auf die soziale Umwelt nach sich ziehen, können Ausdruck einer Persönlichkeitsstörung sein. Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung zeigen oftmals ein inneres Erleben und Verhalten, das von den gesellschaftlich und zwischenmenschlich akzeptierten Vorgaben abweicht und das Leben für den Betroffenen erschwert.

Zu den Störungsmerkmalen gehören etwa emotionale Kälte, übermäßiges Misstrauen oder Abhängigkeit von anderen Menschen, erläutert die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) im Vorfeld ihrer diesjährigen Jahrestagung, die die von Mittwoch, den 26. November, bis Samstag, den 29. November 2008, im ICC Berlin stattfindet.

Diese ausgeprägten, meist unflexiblen Persönlichkeitszüge lassen sich grob in drei Gruppen unterteilen: sonderbar und exzentrisch, emotional und launisch sowie selbstunsicher und zwanghaft. Beispielsweise neigen Personen mit einer paranoiden Persönlichkeitsstörung dazu, neutrale oder freundliche Handlungen anderer als feindlich oder kränkend miss zu deuten. Aus Angst vor Benachteilung kommt es häufig zu unberechtigten Verdächtigungen, wie etwa hinsichtlich der sexuellen Treue des Partners oder ungerechter Behandlung im Beruf. Eine zwanghafte Persönlichkeitsstörung hingegen ist gekennzeichnet durch Perfektionismus und übertriebene Gewissenhaftigkeit unter Vernachlässigung von Vergnügen und zwischenmenschlichen Beziehungen.

Da die Grenze zur Normalität fließend ist, sind nicht alle Persönlichkeitsstörungen behandlungsbedürftig. "Wenn die ausgeprägten Persönlichkeitszüge jedoch zu einem Leiden des Betroffenen oder zu Beeinträchtigung in sozialen oder beruflichen Funktionsbereichen führen, sollte die Persönlichkeitsstörung unbedingt psychotherapeutisch behandelt werden", rät die DGPPN. Man schätzt, dass in Deutschland etwa elf Prozent der Bevölkerung an einer behandlungsbedürftigen Persönlichkeitsstörung leiden.

Die Behandlung von Persönlichkeitsstörungen ist nur eines von zahlreichen Themen auf dem diesjährigen DGPPN-Kongresses, zu dem die Veranstalter, darunter die Fachgesellschaften aus der Schweiz und Österreich, über 7.000 Teilnehmer erwarten. Das Tagungsprogramm beinhaltet über 500 Einzelveranstaltungen. Damit ist der Kongress in Europa die größte wissenschaftliche Tagung auf dem Gebiet der Diagnostik und Therapie psychischer Erkrankungen. Neben dem wissenschaftlichen Programm bietet die DGPPN ebenfalls eine Vielzahl von Informationsveranstaltungen für interessierte Bürgerinnen und Bürger an. Das ausführliche Programm zum DGPPN-Kongress 2008 im Internet unter: www.dgppn-kongress.de

Presseanfragen zum DGPPN-Kongress: DGPPN-Hauptgeschäftsstelle,
Tel. 030/28096602, Email: sekretariat@dgppn.de

Dr. Thomas Nesseler | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgppn.de
http://www.dgppn-kongress.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise