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Organschäden behandeln, um Transplantationen zu vermeiden

22.01.2013
Erkrankungen wie Diabetes, Hepatitis oder Autoimmunerkrankungen führen häufig zu irreparablen Organschäden.

Den Betroffenen hilft häufig nur noch eine Transplantation. Doch passende Organe sind nicht immer rechtzeitig verfügbar. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der RWTH Aachen und der Universität Bonn suchen im SFB/TRR 57 nach alternativen Behandlungswegen.

Sie erforschen die Ursachen der so genannten Organfibrose - der Vernarbung von Organen in Folge einer Leber- oder Nierenerkrankung. Die gewonnen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, innovative Therapieformen zu entwickeln, um Organtransplantationen zu vermeiden.

Grundlagenforscher, Immunologen, Hepatologen und Nephrologen haben sich hierfür in 17 Teilprojekten in Aachen und Bonn eng zusammengeschlossen. Sie forschen im transregionalen Sonderforschungsbereich „Organfibrose – von den Mechanismen der Schädigung zur Beeinflussung der Krankheit“ daran, die Krankheitsmechanismen der Organfibrose zu verstehen. Das Forschungsvorhaben wird seit dem 1. Januar 2009 als Transregio-SFB durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert und geht aktuell in die zweite Förderperiode.

„Erkrankungen wie Diabetes, Hepatitis oder Autoimmunerkrankungen zerstören gesundes Zellgewebe“, berichtet SFB-Sprecher Univ.-Prof. Dr. med. Christian Trautwein. „Dadurch entstehen im Körperinnern wie bei einer offenen Wunde Vernarbungen, so genannte Organfibrosen. Dieses veränderte Zellgewebe kann langfristig seine organspezifischen Funktionen nicht mehr ausführen, es kommt zum Organversagen“, so der Direktor der Medizinischen Klinik III am Universitätsklinikum Aachen. Die fibroproliferativen Veränderungen treten bei einer Vielzahl gastroenterologischer, nephrologischer, pulmonaler oder kardiovaskulärer Krankheiten auf. In der aktuellen Roadmap des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wurden sie daher als vordringliches gesundheitliches Problem bezeichnet.
SFB-Forscher entwickelten ein europaweit einmaliges Verfahren, um die Fibroblasten und ihre Vorläuferzellen zu isolieren

Bisherige Forschungsarbeiten belegen, dass Organveränderungen bei einer Fibrose über längere Zeit prinzipiell reversibel sind. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des SFB/TRR 57 arbeiten daher daran, die molekularen und zellulären Mechanismen der Organfibrose besser zu verstehen und daraus neue Therapieansätze zu entwickeln. Dabei werden sowohl die Leber- als auch die Nierenfibrose untersucht, um sowohl organübergreifende als auch organspezifische Mechanismen identifizieren zu können.
„Am Entstehungsprozess einer Fibrose sind verschiedene Zellsysteme im Körper beteiligt. Allerdings produzieren bestimmte Zellen – so genannte Fibroblasten - in dem chronisch entzündeten Organ das schädliche Bindegewebe, das zur Vernarbung und damit zum Organschaden führt“, erläutert Christian Trautwein. Diese Fibroblasten und ihre Vorläuferzellen stehen daher im Aachen-Bonner Transregio-SFB im wissenschaftlichen Fokus vieler Teilprojekte. Um diese Zellen isolieren und charakterisieren zu können, entwickelten die Forscher mit einem europaweit einmaligen Gerät ein spezielles Verfahren, mit dem die Vorläuferzellen der Fibroblasten aus der Leber oder der Niere isoliert und anschließend in Kultur gehalten werden können. Dies erlaubt allen Forschern des SFB-Verbunds an beiden Standorten, diese Zellen jederzeit für Forschungszwecke zu nutzen.

Weitere Informationen bei
Univ.-Prof. Dr. Christian Trautwein
Medizinische Klinik III
Universitätsklinikum Aachen
Telefon: 0241/80 80866
Mail: ctrautwein@ukaachen.de

Thomas von Salzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.ukaachen.de

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