Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Speiseröhren-Therapie aus Japan nach Würzburg importiert

22.03.2013
Funktionsstörungen der Speiseröhre können jetzt am Universitätsklinikum Würzburg mit einem rein endoskopischen Verfahren behoben werden. Für die Einarbeitung in die neue Therapieoption konnten die Würzburger Chirurgen das Know-how eines japanischen Kollegen nutzen.

Achalasie ist eine Beweglichkeitsstörung der Muskulatur, die den Mageneingang öffnet und verschließt. Die Betroffenen leiden unter Brustschmerzen, Schluckstörungen sowie dem Zurückdringen des Mageninhalts in die Speise- oder sogar in die Luftröhre.


Bei der peroralen endoskopischen Myotomie wird auf dem Wege der Spiegelung (Endoskopie) zunächst die Schleimhaut eröffnet und ein Tunnel gebildet (1), dann der Muskel gespalten (2) und schließlich der Clipverschluss der Schleimhaut (3) durchgeführt.

Bild: Universitätsklinikum Würzburg,
Quelle: Prof. Hiroharu Inoue

Abhilfe kann eine Muskelspaltung von Speiseröhre und Magen bringen. Bislang wurde dieser Eingriff minimal-invasiv, also in einer Schlüsselloch-Operation, durchgeführt. Als Alternative dazu gibt es seit dem Jahr 2008 die peroralen endoskopischen Myotomie, abgekürzt POEM. Sie ist ein rein endoskopisches Therapieverfahren, bei dem die fraglichen Muskeln im Rahmen einer Speiseröhren- und Magenspiegelung gespalten werden.

Pionier der POEM: Prof. Hiroharu Inoue
Die erste POEM-Prozedur wurde vor gut viereinhalb Jahren von Prof Hiroharu Inoue im japanischen Yokohama durchgeführt. Mittlerweile hat der Experte den Eingriff bei insgesamt 450 Patientinnen und Patienten in Yokohama und weltweit wiederholt.

Wertvolle Erweiterung des Behandlungsspektrums

„Die POEM ist eine wertvolle Erweiterung des Behandlungsspektrums“, sagt Prof. Christoph-Thomas Germer, der Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie des Universitätsklinikum Würzburg. „Sie vermeidet eine Operation im Bauchraum sowie die dadurch hervorgerufenen Narben. Außerdem ist bei der Poem die Länge der Muskelspaltung frei wählbar, genauso, wie ihre genaue Lokalisierung – ob nun in Vorderwand, Hinterwand oder den Seitenbereichen der Speiseröhre.“

Überzeugende Ergebnisse
Auch in ihren Ergebnissen sei die POEM sehr überzeugend. „Bei praktisch allen behandelten Patienten wurde die Schluckfunktion wiederhergestellt. Auch hinsichtlich der Aufhebung des Symptoms Brustschmerzen hat sich die neue Methode der bisherigen operativen Therapie als überlegen gezeigt – und das bei vergleichbar geringer Komplikationsrate“, berichtet Prof. Germer.

Schulung in Japan und Würzburg
Um künftig auch den Achalasie-Betroffenen im Einzugsgebiet des Würzburger Uniklinikums die vielversprechende Therapie anbieten zu können, hat die Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie Prof. Inoue Mitte März dieses Jahres für Schulungszwecke ins Zentrum für operative Medizin (ZOM) in Würzburg eingeladen. Im Beisein des japanischen Experten wurden innerhalb von zwei Tagen fünf Achalasie-Patienten behandelt die ersten Würzburger POEM-Anwendungsfälle. Zuvor hatte ein Chirurg des UKW die Methode bereits im Rahmen eines Gastaufenthalts in Yokohama erlernt.

Jetzt auch am Uniklinikum Würzburg im Therapieangebot

Laut Prof. Germer geht es den fünf Patienten der „Würzburger Premiere“ sehr gut. Der Kostaufbau wurde gut vertragen und schon wenige Tage nach dem Eingriff berichten alle über eine sehr gute Schluckfunktion. Die neue Methode steht damit auch in Würzburg zur Verfügung.

Susanne Just | idw
Weitere Informationen:
http://www.uk-wuerzburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neues Hydrogel verbessert die Wundheilung
25.04.2017 | Universität Leipzig

nachricht Konfetti im Gehirn: Steuerung wichtiger Immunzellen bei Hirnkrankheiten geklärt
24.04.2017 | Universitätsklinikum Freiburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen