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Neue Ballonkatheter mit Medikamentenbeschichtung verhindern Wiederverengung von Herz- und Beingefäßen

09.04.2010
76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie vom 8.-10. April 2010 in Mannheim

Die in Deutschland entwickelte neuartige Behandlungsmethode der Medikamenten-beschichteten Ballonkatheter ("Drug Eluting Balloon" - DEB) verhindert wirkungsvoll die Wiederverengung von gedehnten Gefäßen. Das berichtete heute einer der Entwickler des neuen Therapiekonzepts, Prof. Dr. Bruno Scheller, auf der 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung (DGK) in Mannheim, an der von Donnerstag bis Samstag 7000 Experten aus 25 Ländern teilnehmen.

Weniger Wiederverengungen - weniger neuerliche Eingriffe

Verengte Herzkranzgefäße, wie sie die Koronare Herzkrankheit (KHK) charakterisieren, werden mit Ballonkathetern erweitert, dann werden flexible Metallröhrchen (Stens) eingesetzt. Diese können mit Medikamenten beschichtet sein, um einen Wiederverschluss zu verhindern. Durch die kontinuierliche Wirkstoff-Freisetzung verzögert sich allerdings auch die Heilung der Gefäße. "Die Entwicklung des DEB beruht auf der überraschenden Entdeckung, dass keine lang anhaltende Arzneimittelfreisetzung nötig ist, um eine Wiederverengung eines Gefäßes langfristig zu verhindern", so Prof. Scheller.

Wirksam auch an den Beinarterien

Die Wirksamkeit des neuartigen beschichteten Ballonkatheters habe sich in mehreren Studien gezeigt: "DEB haben einen Vorteil bei der Behandlung von wiederverengten Stents am Herzen im Vergleich zu konventionellen Ballonkathetern und zu beschichteten Stents. Aber auch für Patienten mit Gefäßverengungen am Bein zeigte sich im Vergleich zur konventionellen Ballondilatation eine deutliche Verminderung der Wiederverengungshäufigkeit und erneuter Eingriffe." Bei Verengungen der Beingefäße haben sich Medikamenten-beschichtete Stents ("Drug Eluting Stents", DES) bislang als nicht wirksam erwiesen.

DEB verhindert zusätzliche Stents, noch kein Ersatz für Medikamenten-Stents

"Einer der Vorteile des DEB-Konzepts liegt darin, dass für die Medikamentenabgabe im Gefäß kein Stent erforderlich ist. So konnte in den bisherigen Studien durch den Einsatz des DEB die Implantation eines zusätzlichen Stens auch meist verhindert werden", so Prof. Scheller. Jetzt hat die europaweit durchgeführte PEPCAD-III-Studie erstmals ein DEB-System, kombiniert mit einem unbeschichteten Stent, direkt mit einem Medikamenten-beschichteten Stent untersucht.

Dabei erreichte das System aus unbeschichtetem Stent und DEB "nicht die hervorragenden Ergebnisse des Sirolismus-beschichteten DES", wie Prof. Scheller berichtet. "Allerdings liegen die Ergebnisse dieser ersten DEB-Stentkombination in der Größenordnung von Paclitaxel und Zotarolimus beschichteten Stents." Der Ansatz sei nach wie vor vielversprechend, aber es bestehen noch Verbesserungsmöglichkeiten. Prof. Scheller: "Bis dahin liegt der Schwerpunkt der klinischen Anwendung des DEB weiter in der Vermeidung von Stents, sie stellen aber derzeit keinen direkten Ersatz für DES dar."

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
Prof. Dr. Eckart Fleck, Pressesprecher
Christiane Limberg, Pressestelle
Tel.: 0211 / 600 692 - 61; E-Mail: limberg@dgk.org
Bettschart&Kofler Medien- und Kommunikationsberatung
Pressezentrum am Kongress: 0621 / 4106 - 5005; mobil 0043-676-6356775
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa.

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

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