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Nasenspray für besseres Gedächtnis

05.10.2009
Molekül des Immunsystems beeinflusst Schlaf und Erinnerung

Wird ein bestimmtes Molekül des körperlichen Immunsystem per Nasenspray verabreicht, kann das Gehirn emotionale Gedächtnisinhalte während des REM- reichen Schlafes der zweiten Nachthälfte besser speichern.

Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität Lübeck im Journal FASEB, der Zeitschrift der amerikanischen Gesellschaften für experimentelle Biologie. Sie nahmen das Molekül Interleukin-6 unter die Lupe, wobei es sich um einen Regulator von Entzündungsreaktionen handelt, das Lymphozyten stimuliert. "Wir konnten zeigen, dass Interleukin-6 sowohl Schlaf als auch bestimmte Typen des Gedächtnisses beeinflussen kann", erklärt Studien-Mitautorin Lisa Marshall vom Institut für Neuroendokrinologie im pressetext-Interview.

Die Forscher baten 17 junge Männer, zwei Nächte im Labor zu verbringen.
Vor dem Einschlafen ließ man sie stets Kurzgeschichten mit verschiedenem Inhalt lesen. "Teils waren das emotionale Texte, die von Menschen berichten, die auf schlimme Weise verletzt werden. Andere waren neutral verfasst und handelten zum Beispiel über neue Modetrends", berichtet die Wissenschaftlerin. Zusätzlich erhielten die Männer entweder Interleukin-6 oder eine Placebo-Flüssigkeit in die Nase gesprayt. Am Morgen nach dem Aufwachen lautete die Aufgabe, so viele Wörter wie möglich von den abends gelesenen Texten wieder aufzuschreiben. Die Probanden, die Interleukin-6 erhalten hatten, konnten sich an mehr Wörter erinnern als ihre Kollegen. "Dieser Effekt trat allerdings nur bei den emotionalen Inhalten ein", so Marshall.

Auf den Hinweis kamen die Forscher durch frühere Studien, die den Zusammenhang von Interleukin-6 mit dem Schlaf zeigen konnten, der wiederum für die Gedächtniskonsolidierung Bedeutung hat. Auf welche Weise genau das Interleukin auf das emotionale Gedächtnis Einfluss nimmt, ist den Forschern bisher noch nicht klar. "Sicher erhöhte Interleukin-6 jedenfalls im Tiefschlaf der zweiten Nachthälfte die Leistung der elektrischen Hirnaktivität im niedrigen Frequenzbereich unter vier Hertz. Weiters scheint es zu einem verstärkten Zusammenspiel zwischen Hippocampus und der sogenannten Mandelkern-Region im Gehirn zu kommen, welche an der Verarbeitung von Emotionen wesentlich beteiligt ist", so Marshall. Die Verabreichung über die Nase schien aufgrund der direkten Einwirkung ins Gehirn geeignet, wobei auch hier der genaue Kanal der Übertragung noch nicht ausreichend geklärt ist.

Abstract der Studie unter http://www.fasebj.org/cgi/content/abstract/23/10/3629

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.uni-luebeck.de
http://www.fasebj.org/cgi/content/abstract/23/10/3629

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