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Morbus Basedow: OP versetzt Augen zurück

26.01.2012
Bessere Ergebnisse dank Ultraschallsägen und Drei-Wand-Versetzung

Zu den heikelsten Gebieten der Chirurgie gehören Operationen, die hinter dem Auge durchgeführt werden. Etwa bei der endokrinen Krankheit Morbus Basedow, die ähnlich wie bestimmte Tumorarten den Augapfel nach vorne treten lässt, ist öfters eine Versetzung der Innenwände der Augenhöhle nötig.

Welche Neuerungen es auf diesem medizinischen Fachgebiet gibt, berichtet im pressetext-Interview Gert Santler, Präsident des demnächst anlaufenden Jahreskongresses der österreichischen Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen http://mkg-kongress.at in Bad Hofgastein.

Neun Millimeter in vier Stunden

Morbus Basedow ist eine häufige Nebenwirkung einer Schilddrüsen-Fehlfunktion - rund zwei bis drei Prozent der Frauen sind betroffen, bei Männern zehnmal weniger. Entzündungen der Augenhöhle lassen die Augenmuskeln verdicken und vermehren die Fettpolster, was den Augapfel aus der Augenhöhle quillen lässt. "In starken Fällen schließen sich die Lider nicht mehr ganz und das Auge vertrocknet, oder der Sehnerv wird eingeklemmt, was beides zur Erblindung führen kann. Zudem können die nachlassenden Augenmuskeln Doppelbilder auslösen", sagt Santler.

Der Einsatz von Immunsuppressiva oder von Radioiod reicht meist, um die Entzündung stillzulegen, oder man entfernt zur Antikörper-Reduktion die Schilddrüse. "In schweren Fällen wird die Augenhöhle chirurgisch erweitert. Drei Wände zugleich können nun verschoben werden: Die Innenwände nach außen und vorne, der Boden nach unten und die Nasenseiten-Wand zur Gesichtsmitte", beschreibt der Experte. Neu ist auch der Einsatz von Ultraschall-Mikrosägen. Das Ergebnis der Vier-Stunden-OP unter Vollnarkose: Weniger Doppelbilder, geringeres Verletzungsrisiko und ein Zurücktreten der Augen um neun Millimeter.

Kleinere Narben dank 3D-Technik
Neuigkeiten der Gesichts- und Kieferchirurgie gibt es auch bei der Computertechnik, durch die man nun etwa die Spitze einer Pinzette am Bildschirm-Röntgenbild in 3D und Echtzeit mitverfolgen kann. "Dies lässt Brüche oder Tumorränder genauer bestimmen und bereits Entferntes erkennen. OP-Narben werden durch die Präzision immer kleiner", berichtet Santler. Neue Gefäßtechniken der Tumorchirurgie erlauben, Hautmuskelknochen an andere Stellen zu verpflanzen und somit etwa die Augenhöhle wieder aufzubauen, und 3D-Berechnungen rekonstruieren durch Unfälle zerstörte Augenhöhlen besser spiegelgleich.

Insgesamt nehmen dank der verbesserten Möglichkeiten die ästhetischen Behandlungen der Augenhöhlen und auch die Lidkorrekturen zu, stellt der Experte fest. Abgesehen davon gibt es einen deutlichen Trend zur Fehlbisskorrektur. "Oft reicht die Zahnregulierung nicht aus, um eine falsche Kieferstellung zu korrigieren und einen schönen Biss zu bekommen. Hilfreich ist dafür die Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten wie etwa den Zahnärzten."

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://mkg-kongress.at

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