Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MHH-Forscher testen neues Medikament bei schwangerschaftsbedingtem Herzversagen

30.04.2010
Bundesforschungsministerium fördert multizentrische Studie mit mehr als 600.000 Euro

Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) unter der Leitung von Professorin Dr. Denise Hilfiker-Kleiner und Oberarzt Dr. Dieter Fischer starten Anfang Mai die erste multizentrische Studie, in der Bromocriptin, ein zugelassenes Medikament zum Abstillen, zur Behandlung von schwangerschafts assoziertem peripartalem Herzversagen (PPCM, von: Prolactin Mediates Postpartum Cardiomyopathy) getestet wird. Die schwangerschaftsbedingte Herzschwäche bei gesunden Frauen ist wenig bekannt. Binnen weniger Wochen kann sie durch Herzversagen zum Tod der jungen Mutter führen. Zwölf Universitätskliniken beteiligen sich bundesweit an der Studie. So soll die Häufigkeit der Erkrankung ermittelt und mögliche frühe Zeichen der Krankheit identifizieren werden. Die Studie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 615.829 Euro über vier Jahre gefördert.

In der Studie soll an 60 Probandinnen mit akuter PPCM die Effektivität von Bromocriptin untersucht werden, um den praktizierenden Ärzten eine gut geprüfte Behandlung für ihre Patientinnen an die Hand geben zu können. Zudem sollen mögliche frühe Anzeichen für die Krankheit identifiziert werden, um die Diagnostik zu erleichtern. Denn die Symptome wie Atemnot, dicke Beine, starker Husten und schlechter Schlaf werden bei jungen, bis dahin herzgesunden Frauen häufig nicht als PPCM diagnostiziert. „Aufgrund der unspezifischen Symptomatik und der Ähnlichkeit mit anderen physiologischen oder pathologischen Schwangerschaftszuständen wird eine PPCM häufig nicht rechtzeitig erkannt“, betont Professorin Dr. Denise Hilfiker-Kleiner, Koordinatorin der Studie und Leiterin der Molekularen Kardiologie an der MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie.

Die Studie wendet sich an Gynäkologen und Hausärzte, die Patientinnen mit Verdacht auf eine PPCM betreuen sowie an Frauen mit einer diagnostizierten akuten PPCM. Die Beteiligung an der Studie garantiert allen Teilnehmerinnen eine optimale Betreuung basierend auf den derzeit geltenden Therapiemethoden und ist kostenlos. Eine Reiseentschädigung kann bezahlt werden. Bei Interesse müssen sich Betroffene an Professorin Denise Hilfiker-Kleiner wenden, hilfiker.denise@mh-hannover.de, Telefon (0511) 532-2531.

Initiiert wurde die Studie von dem kürzlich verstorbenen MHH-Klinikleiter für Kardiologie und Angiologie, Professor Dr. Drexler, zusammen mit Professorin Hilfiker-Kleiner. Die beiden Forscher entdeckten 2007, dass ein Spaltprodukt des Stillhormons Prolaktin die mögliche Ursache für die Erkrankung ist. Das Abstill-Medikament Bromocriptin verhindert die Bildung dieses Spaltprodukts. In Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik in Johannesburg (Südafrika) verzeichneten die Forscher bei einer kleinen Patientengruppe mit PPCM erste Erfolge. „Die PPMC kann nun spezifisch medikamentös behandelt werden“, erklärt Professorin Hilfiker-Kleiner, wobei vor allem eine Früherkennung der Krankheit wichtig sei.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Berichte zu: Angiologie Bromocriptin Herzversagen Kardiologie MHH-Forscher PPCM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise