Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Messung von Schlafapnoe im eigenen Bett

09.09.2009
Aufnahme von Schnarchgeräuschen macht Schlaflabor überflüssig

Für die Diagnose der Schlafapnoe genügt es, zu Hause die nächtlichen Schnarchgeräusche aufzunehmen. Das berichten australische Forscher der Universitäten Queensland und japanische Kollegen der Universität Tokushima.

Sie entwickelten eine nicht-invasive Methode, die den Besuch des Schlaflabors bei Verdacht auf obstruktive Schlafapnoe überflüssig macht. Zunutze machen sie sich dabei das häufigste und früheste Symptom der Krankheit, das Schnarchen.

"Wir haben mehrere Techniken entwickelt, die eine obstruktive Schlafapnoe allein durch die Schnarchgeräusche feststellen können. Diese werden nachts per Aufnahmegerät festgehalten und anschließend analysiert. In Tests konnten wir dadurch Schlafapnoe mit 90-prozentiger Genauigkeit feststellen", berichtet Forschungsleiter Udantha Abeyratne.

Als "obstruktive Schlafapnoe" bezeichnet man ein Syndrom, das etwa drei Prozent der Bevölkerung betrifft. Der Zungengrund von Betroffenen verlegt während des Schlafs immer wieder die oberen Atemwege. Wird dabei der Luftstrom blockiert, wechselt der Schlafende auf Zwerchfell- oder Brustatmung, bis der Strömungswiderstand überwunden wird, was mit einer Weckreaktion verbunden ist. Die wichtigsten Symptome der Apnoe sind Schnarchen, plötzliches Aufwachen in der Nacht und damit verbundene Tagesschläfrigkeit. Werden diese Signale nicht rechtzeitig behandelt, kann dies zu Herzinfarkt, Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090216029/).

Die Feststellung der Schlafapnoe erfolgte bisher stets im Schlaflabor mittels der Polysomnografie. Diese Technik überwacht einen Patienten im Laufe einer gesamten Nacht durchgehend nach bestimmten Körperfunktionen und erstellt dabei ein Schlafprofil, das auch Störungen aufzeigt. "Die bisherige Methode ist unbequem, teuer und eignet sich kaum für eine breit angelegte Schlafapnoe-Untersuchung großer Bevölkerungsgruppen, besonders bei Kindern. Es gibt schon jetzt zu wenig Schlaflabore und dementsprechend lange Wartelisten, weshalb ein Gerät für den Gebrauch in den eigenen vier Wänden die beste Lösung wäre", betont Craig Hukins, Direktor des Schlaflabors am Princess Alexandra Hospital, das an der Forschung beteiligt war.

Die mehrjährige Analyse von Schnarchgeräuschen brachte die Forscher nun zur Entwicklung eines Konzepts für ein mobiles Messgerät, das für den Einsatz zu Hause geeignet ist. Innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre soll das Messgerät für zu Hause verfügbar sein. "Das Ergebnis hat das Potenzial, die Diagnose und Behandlung von Schlafapnoe zu revolutionieren", so Abeyratne.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uq.edu.au

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie