Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Messen von Nervenschmerzen ist zertifizierbar: QST nach standardisiertem Protokoll des DFNS

05.11.2008
Die Quantitativ Sensorische Testung (QST) erlaubt eine genaue Analyse der neuropathischen Schmerzsymptomatik.

Die sachgemäße Durchführung der QST können Kliniken, Institute und Praxen ab sofort durch ein Zertifizierungsverfahren der Gesellschaft für Qualifizierte Schmerztherapie CERTKOM e.V. prüfen und nachweisen lassen. Grundlage der Zertifizierung ist das standardisierte QST-Protokoll des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Deutschen Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz (DFNS).

Die Diagnose und Behandlung neuropathischer Schmerzen stellt nach wie vor eine große Herausforderung dar, da das Beschwerdebild individuell große Unterschiede aufweist. Die QST ermöglicht mit einfachen Mitteln wie Pinsel und Stimmgabel eine umfassende Analyse der neuropathischen Schmerzsymptomatik und in der Folge eine gezielte Therapie.

Ab sofort können Kliniken, Abteilungen und Praxen am Zertifizierungsverfahren "Quantitative Sensorische Testung nach Profilen des Deutschen Forschungsverbundes Neuropathischer Schmerz" teilnehmen. Die Zertifizierungsgesellschaft CERTKOM e.V. begutachtet mittels Fragebögen strukturelle Voraussetzungen und Prozessqualitätskriterien der Einrichtungen. Die Ergebnisqualität wird durch die Prüfung einer bestimmten Anzahl von Befunden ermittelt. Mit der Zertifizierung wird bestätigt, dass die für eine qualifizierte QST notwendigen Strukturen und Prozesse vorhanden und erfüllt sind. Die CERTKOM steht unter wissenschaftlicher Leitung der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS), der Deutschen Gesellschaft für Interdisziplinäre Medizin e.V. (Medica), dem Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK) und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP).

Standardisierte QST nach Kriterien des DFNS

Dem DFNS ist es gelungen, das Verfahren der QST zu optimieren. "Unser erster Erfolg war die Entwicklung eines standardisierten QST-Protokolls. Der Zweite, dass wir die praktische Anwendung ebenfalls standardisieren konnten", so Prof. Rolf-Detlef Treede, Universität Heidelberg, dessen Mainzer Forscherteam die standardisierten Schulungen der DFNS-Mitarbeiter verantwortete. Die QST-Testbatterie des DFNS geht den neuropathischen Schmerzen mit 7 Tests, bei denen insgesamt 13 Parameter erfasst werden, auf den Grund. Geprüft werden verschiedene Eigenschaften des Temperaturempfindens, der Wahrnehmung und Sensitivität von Berührung und Schmerz sowie diverse Schmerzschwellen.

Dank einer Datenbank, die umfangreiche Angaben zu etwa 1200 Patienten sowie etwa 180 gesunden Probanden enthält, konnte der DFNS für jeden QST-Test standardisierte Normwerte ermitteln. Dazu Prof. Christoph Maier, Bochum, dessen Arbeitsgruppe die Datenbank verwaltet:" Die Datenbank ermöglichte uns, die Patientendaten mit denen der gesunden Probanden direkt zu vergleichen. So konnten wir einstufen, welche QST-Werte normal bzw. krankhaft sind." Die QST nach dem Protokoll des DFNS erlaubt damit Aussagen darüber, ob neuropathischer Schmerz und welche Schmerzformen genau vorliegen.

Literatur: Rolke R, Baron R, Maier C, Tölle TR, Treede RD et al. (2006) Quantitative Sensory Testing in the German Research Network on Neuropathic Pain (DFNS): Standardized Protocol and Reference Values. Pain 123(3):231-243. Erratum in: Pain (2006) 125(1-2):197

Über den Deutschen Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz (DFNS)

Ziel des DFNS, der seit 2002 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, ist, die medizinische Versorgung von Patienten mit Nervenschmerzen grundlegend zu verbessern. Der DFNS erforscht dazu die Pathophysiologie, Prävention und Therapie neuropathischer Schmerzen. Alle Projekte des DFNS sind darauf ausgerichtet, den klinisch-wissenschaftlichen Leitgedanken, dass jeder einzelne Schmerzmechanismus eine spezifische Therapie erfordert, kurz die mechanismen-orientierte Therapie, in konkrete und zeitnah klinisch anwendbare Ergebnisse umzusetzen. Die beiden Sprecher des DFNS sind Prof. Ralf Baron, Kiel, und Prof. Thomas R. Tölle, München.

http://www.neuropathischer-schmerz.de

Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Rolf-Detlef Treede
Lehrstuhl für Neurophysiologie
Medizinische Fakultät Mannheim
Universität Heidelberg
Ludolf-Krehl-Str. 13-17
68167 Mannheim
Tel.: +49-621-383-9926
E-Mail: rolf-detlef.treede@medma.uni-heidelberg.de
Prof. Dr. med. Christoph Maier
Klinik für Anaesthesiologie, Intensiv-,
Palliativ - und Schmerzmedizin
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum
Bergmannsheil GmbH
Ruhr-Universität Bochum
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel.: 0234-302-6366
E-Mail: christoph.maier@rub.de
Pressekontakt DFNS:
Vedrana Romanovic
Geschäftsstelle des DFNS
Neurologische Klinik und Poliklinik
Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München
Ismaninger Str. 22
81675 München
Tel.: 089 - 4140 - 4628
E-Mail: romanovic@lrz.tum.de

Tanja Schmidhofer | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.tu-muenchen.de
http://www.neuro.med.tu-muenchen.de/dfns/presse/bilder_PI_QST_112008.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neues Hydrogel verbessert die Wundheilung
25.04.2017 | Universität Leipzig

nachricht Konfetti im Gehirn: Steuerung wichtiger Immunzellen bei Hirnkrankheiten geklärt
24.04.2017 | Universitätsklinikum Freiburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neuer Blue e+ Chiller von Rittal - Exakt regeln und effizient kühlen

25.04.2017 | HANNOVER MESSE

RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Kräftiger Anstieg setzt sich fort

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen

Pharmacoscopy: Mikroskopie der nächsten Generation

25.04.2017 | Medizintechnik