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MEG ortet Tinnitus-Entstehung im Gehirn

05.10.2009
Bis zu vier Prozent der Betroffenen können Geräusche nicht ignorieren

Der Ursprung für Tinnitus liegt möglicherweise im Gehirn. Bisher wurde davon ausgegangen, dass der Tinnitus durch Ohrenprobleme hervorgerufen wird. Nun ist es gelungen, jenen Bereich des Gehirns genau zu orten, der bei einem Tinnitus aktiviert wird. Bei dieser Erkrankung hört der Patient Geräusche in einem oder beiden Ohren, die keinen äußerlichen Ursprung haben.

Wissenschaftler des Henry Ford Hospital haben einen speziellen Scanner eingesetzt, um die entscheidenden Gehirnregionen sichtbar zu machen. Das Team um Michael Seidman hofft, dass jetzt die Entwicklung gezielterer Behandlungsansätze möglich wird. Details der Studie werden auf der Jahreshauptversammlung der American Academy of Otolaryngology der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die so genannte Magnetenzephalografie (MEG) misst die sehr kleinen magnetischen Felder, die durch elektrischen Strom zwischen den Neuronen des Gehirns entstehen. Das Team um Seidler hat bereits bei zwei Patienten versucht, mittels eines Chips direkt im Gehirn elektrischen Lärm hervorzurufen. Für die aktuelle Studie wurden MEG-Ergebnisse von 17 Tinnitus-Patienten und zehn gesunden Patienten gesammelt. Den Patienten wurden so lange Geräusche vorgespielt, bis sie den von ihnen gehörten entsprachen. Die Gehirne wurden während des Abspielens der Geräusche gescannt.

Patienten mit Tinnitus in einem Ohr verfügten im auditiven Kortex auf der gegenüberliegenden Seite über die größte Aktivität. Bei Patienten mit Tinnitus in beiden Ohren zeigte die MEG Aktivitäten in beiden Hälften des Gehirns. Die größte Aktivität fand sich dabei auf der der stärksten Tinnitus-Wahrnehmung gegenüberliegenden Seite des Gehirns. Laut Seidman litten zwei bis vier Prozent der Betroffenen unter einem Tinnitus, den sie nicht ignorieren konnten. Mittels MEG könne man jetzt konkret sehen, welche Bereiche des Gehirns verantwortlich sind und die Behandlung konkret auf sie abstimmen.

Bei den Scans wird auch eine Aktivierung des limbischen Systems sichtbar, das steuern soll, wie wir reagieren. Damit könnte erklärt sein, warum manche Patienten ihren Tinnitus ziemlich erfolgreich ignorieren können und andere darauf geradezu fixiert sind. Seidman vergleicht die Genauigkeit von MEG und herkömmlichen Systemen mit der Sichtbarkeit der Lichter in Detroit und der Sichtbarkeit der Lichter im ganzen Bundesstaat Michigan.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.henryford.com
http://www.aao-hns.org/annual_meeting

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