Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von der Krebsdiagnostik bis zur Schlaganfalltherapie

21.09.2010
Neuroradiologen stellen auf der Neurowoche Innovationen ihres Faches vor

Im Jahr 2020 wird ein Drittel der Deutschen älter als 60 Jahre sein. Neurodegenerative Erkrankungen und Schlaganfälle nehmen kontinuierlich zu. Die Neuroradiologie wird deshalb weiter an Bedeutung gewinnen.

Denn mittels bildgebender Verfahren können Neuroradiologen viele Erkrankungen des Gehirns nicht nur schneller und präziser diagnostizieren. Bei einigen Krankheiten, wie dem Schlaganfall, werden sie mittlerweile auch therapeutisch tätig. Am 22. September 2010 informiert die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie in einem Pressegespräch über die Rolle der Neuroradiologie in einer alternden Gesellschaft. Experten geben zudem Einblick in neue Entwicklungen der Krebs- und Pränataldiagnostik.

Jährlich erleiden in Deutschland etwa 200 000 Menschen einen Schlaganfall. Gemeinsam mit Neurologen und Neurochirurgen sorgen Neuroradiologen für eine schnelle Diagnosestellung und eine effektive Akutbehandlung dieser Patienten. Denn nur so lassen sich Langzeitschäden verhindern. „Bei einem Schlaganfallverdacht ist es die Aufgabe der Neuroradiologen, die genaue Ursache zu finden und die Behandelbarkeit des Patienten einzuschätzen“, erklärt Professor Dr. med. Rüdiger von Kummer, Präsident der DGNR und Direktor des Dresdner Universitäts-SchlaganfallCentrums (DUSC). „Davon hängt in der Folge ab, ob der Patient lediglich medikamentös therapiert werden muss oder ob es weiterer Behandlungsmaßnahmen bedarf.“ Dies können zum Beispiel minimal-invasive Techniken sein, bei denen Neuroradiologen mithilfe eines Katheters verschlossene Gehirnarterien wieder öffnen. „Hier können auch andere Fachdisziplinen vom Wissen und den Erfahrungen der Neuroradiologen profitieren. Das beste Beispiel für eine solch enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit sind die Stroke Units, die Schlaganfall-Spezialstationen, in den Krankenhäusern“, so von Kummer.

Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung radiologischer Verfahren und große Fortschritte in der Gerätetechnik wurden besonders in den vergangenen 30 Jahren neue Qualitätsstandards gesetzt. Detaildarstellungen und funktionelle Untersuchungen am lebenden Gehirn und Rückenmark ermöglichen eine schnelle und präzise Diagnose und damit auch eine frühzeitige Therapie. So wird beispielsweise in die in jüngster Zeit entwickelte Natrium-Bildgebung die Erwartung gesetzt, neue Erkenntnisse über die Vitalität des geschädigten Hirngewebes nach einem Schlaganfall zu gewinnen. Dies stellte bisher eine der schwierigsten Fragestellungen in der Schlaganfalltherapie dar. Künftig wird auch der Einsatz serologischer Biomarker erheblich ansteigen, die eine Unterscheidung zwischen einem Hirninfarkt und einer Hirnblutung ermöglichen. So lassen sich falsche oder nicht hilfreiche Medikamententherapien vermeiden.

„Auch in der Krebsforschung steht die neuroradiologische Früherkennung vor einem Durchbruch“, erklärt Professor Dr. med. Christoph Groden, Kongresspräsident der DGNR auf der Neurowoche 2010 und Leiter der Abteilung Neuroradiologie am Universitätsklinikum Mannheim. „So sind neue zelltypspezifische Kontrastmittel in der Entwicklung und präklinischen Testphase, mit denen wir Hirnmetastasen in der bildgebenden Diagnostik bereits dem entsprechenden Primärtumor zuordnen können.“ Die Bedeutung neuroradiologischer Untersuchungen bei der pränatalen Diagnostik von Erkrankungen des Nervensystems hat ebenfalls zugenommen. Die Magnetresonanztomographie (MRT) und die MRT-Spektroskopie ergänzen zunehmend den Ultraschall bei der Untersuchung der Hirnentwicklung des Ungeborenen. „Die Neuroradiologie hat sich somit zu einem wichtigen Partner für die verschiedensten medizinischen Fachdisziplinen entwickelt – sei es in der Früherkennung oder Behandlung vieler schwerwiegender Erkrankungen. Damit trägt sie auch entscheidend zu einer verminderten Sterblichkeit der Patienten bei“, fasst Groden zusammen.

Terminhinweis:

Pressegespräch der DGNR anlässlich der Neurowoche 2010 in Mannheim
- mit Professor Dr. Peter Frankenberg, Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg -
Termin: 22. September 2010, 15.30 bis 16.00 Uhr
Ort: Dorint Kongresshotel, Raum „Maurice Ravel“, Friedrichsring 6, 68161 Mannheim

Programmübersicht

Grußwort – Gesellschaftliche Relevanz der Neuroradiologie
Professor Dr. Peter Frankenberg, Minister für Wissenschaft, Bildung und Kunst des Landes Baden-Württemberg
Wandel und Fortschritt in der Neuroradiologie: Von der Bildgebung bis zur minimal-invasiven Therapie

Professor Dr. med. Rüdiger von Kummer, Präsident der DGNR, Leiter der Abteilung Neuroradiologie der Technischen Universität Dresden, Direktor des Dresdner Universitäts-SchlaganfallCentrums (DUSC)

Neurowoche 2010: Innovationen und aktuelle Entwicklungen in der Neuroradiologie
Professor Dr. med. Christoph Groden, DGNR-Kongresspräsident, Leiter der Abteilung Neuroradiologie, Universitätsmedizin Mannheim, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg

Ihr Kontakt für Rückfragen:

Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR)
Silke Stark / Christina Seddig
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-572/-442
Telefax: 0711 8931-167
stark@medizinkommunikation.org
seddig@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://awmf.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster
29.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome
28.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten