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Krebs-Diagnosemittel aus Garching

27.06.2011
Das Bundesministerium für Gesundheit fördert Forschung und Entwicklung zur effizienten Herstellung eines wichtigen Krebs-Diagnosemittels an der Forschungs-Neutronenquelle FRM II mit einer Million Euro.

In einer Machbarkeitsstudie hatte die Technische Universität München (TUM) im Jahr 2009 dargelegt, dass sie aufgrund des hohen Neutronenflusses am FRM II rund die Hälfte des europäischen Bedarfs des Radioisotops Molybdän-99 herstellen kann.


Das Bild zeigt die Stelle, an der das Fingerhutrohr eingebaut wurde. Foto: Andrea Voit / TUM

Jedes Jahr werden allein in Deutschland etwa drei Millionen Untersuchungen mit Technetium-99m zur Diagnose von Tumoren durchgeführt. Das dafür nötige Mutterisotop Molybdän-99 wird aber weltweit vor allem in fünf Neutronenquellen erzeugt. Fällt eine dieser Quellen aus, müssen die unter Umständen lebenswichtigen Untersuchungen verschoben werden. Die Nuklearmediziner fordern daher seit langem, die Garchinger Forschungs-Neutronenquelle für eine Produktion von Molybdän-99 aufzurüsten.

Nun hat das Bundesgesundheitsministerium zugesagt, die Entwicklung eines effizienten Bestrahlungsverfahrens an der Forschungs-Neutronenquelle zu unterstützen. Die Förderung über eine Million Euro wird auf die Jahre 2011 und 2012 aufgeteilt. Auch das Land Bayern fördert den Bau mit 1,2 Millionen Euro für Personal- und Sachmittel.

Im Zuge der gegenwärtig laufenden Wartungs- und Umrüstungsarbeiten am FRM II wurde bereits ein Fingerhutrohr eingebaut, in dem das Molybdän-99 künftig hergestellt werden soll. Ziel der weiteren Forschungsarbeiten ist es, im Vergleich zu bestehenden Produktionsmöglichkeiten eine deutlich höhere spezifische Aktivität zu erzeugen. Hierzu gehören die sichere Kühlung des Bestrahlungsguts in einer Position höchsten Neutronenflusses, aber auch effizientere Verpackungsverfahren, um das kurzlebige Isotop zügig von der Neutronenquelle zur weiteren radiopharmazeutischen Verarbeitung ausliefern zu können.

Der Wissenschaftliche Direktor des FRM II, Prof. Dr. Winfried Petry, betont: „Mit der Förderung entwickeln wir effizientere Verfahren zur Herstellung des Isotops. Deutschland liefert damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgung Europas mit Radioisotopen für die Nuklearmedizin.“

Bereits in der klinischen Anwendung befindet sich ein anderes Isotop, das an der Garchinger Neutronenquelle hergestellt wird, das Lutetium-177. Es wird vor allem zur Behandlung endokriner Tumore eingesetzt, wie etwa Magen-Darm-Tumore. Mit dem an der Forschungs-Neutronenquelle in Kooperation mit der Firma Isotope Technologies Garching GmbH (ITG) hergestellten Lutetium-177 werden pro Woche etwa 50 Patienten behandelt.

Dr. Ulrich Marsch | idw
Weitere Informationen:
http://portal.mytum.de/welcome
http://www.bdn-online.de/versorgungsengp%C3%A4sse-in-der-nuklearmedizin

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