Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kompetenz und Zeit entscheiden über das Schicksal von Schwerverletzten

24.07.2012
Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) gibt die zweite Auflage des Weißbuches Schwerverletztenversorgung heraus. Die Empfehlungen des 2006 erstmals erschienenen Weißbuches zur Versorgung Schwerverletzter wurden aktualisiert.
Neben den Maßnahmen zur Verbesserung der Überlebenschancen beinhaltet das Weißbuch nun auch Vorgaben zur Optimierung der langfristigen und besseren Lebensqualität für Menschen nach einem Unfall.

Seit Einführung des Weißbuches und der bundesweiten Umsetzung dieser Empfehlungen im Projekt TraumaNetzwerk DGU zeichnet sich in Deutschland eine deutliche Verbeserung der klinischen Infrastruktur und der Prozessqualität bei der Versorgung von schwerverletzten Patienten ab, teilt Professor Hartmut Siebert, Generalsekretär der DGU, mit.

Das Weißbuch zur Versorgung Schwerverletzter beschreibt Standards zur Förderung von Qualität, Sicherheit und Zufriedenheit in der Schwerverletztenversorgung in Deutschland. Neu im Fokus der zweiten Auflage des Weißbuches ist die Sicherung einer frühzeitig einsetzenden ganzheitlichen Rehabilitationstherapie. Ziel der im Weißbuch empfohlenen Maßnahmen ist es, nicht nur die Überlebenschancen, sondern die noch deutlich vorhandenen Defizite in der funktionellen und psychischen Wiederherstellung der Verunfallten zu verbessern.
"Als Unfallchirurgen übernehmen wir die Verantwortung für den gesamten Behandlungsprozess – von der Unfallstelle bis zur Wiedereingliederung der Patienten in Beruf, Familie und Freizeit. Das ist nur mit einem schmerzfreien und zufriedenen Patienten möglich, so dass wir zukünftig auch geeignete Rehazentren in die vernetzten Versorgungsstrukturen der TraumaNetzwerke regelhaft einbinden", sagt Unfallchirurg Siebert. Eine weitere Neuerung ist die verpflichtende Kooperation eines jeden TraumaNetzwerkes mit einem Traumazentrum mit besonderer kindertraumatologischer Kompetenz, um auch die jährlich 1500 schwerverletzten Kinder flächendeckend mit hoher Kompetenz und Qualität zu behandeln.

Nachdem 2006 Engpässe sowie Qualitätsunterschiede in der Schwerverletztenversorgung bekannt wurden, startete die DGU mit dem Weißbuch Schwerverletztenversorgung und dem Projekt TraumaNetzwerk DGU eine bisher weltweit einzigartige Qualitätsinitiative, der sich mit über 800 Kliniken nahezu alle in die Schwerverletztenversorgung eingebundenen Kliniken angeschlossen haben.

Innerhalb von nur sechs Jahren konnte die Versorgungsqualität in Deutschland auf ein vergleichbares bzw. höheres Niveau gebracht werden, indem die Kliniken ihre Ausstattung an Geräten wie Röntgen- und CT-Apparate sowie mit der Einrichtung eines speziell ausgestatteten Schockraumes oder eines Hubschrauberlandeplatzes in unmittelbarer Nähe um 35 Prozent verbesserten.*

Vor allem aber verbesserten sie um 55 Prozent die Versorgungsabläufe, so dass der Schwerverletzte, oder wie bei einer Massenkarambolage mehrere Schwerverletzte, innerhalb von 30 Minuten nach möglichst kurzer Rettungszeit in eine geeignete Klinik gebracht und sofort weiterbehandelt werden können. Dabei wurde insbesondere der Verfügbarkeit aller Fachdisziplinen wie z. B. Intensivmedizin, Neuro-, Viszeral- und Gefäßchirurgie zur Versorgung der komplexen und nicht regelhaften Verletzungsmuster rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr Rechnung getragen.

Jedes Jahr erleiden über 35.000 Menschen in Deutschland schwere, oft lebensbedrohliche Verletzungen. Die Überlebenschance sinkt mit jeder Viertelstunde. Das Behandlungsergebnis hängt maßgeblich ab von der Verletzungsart und -schwere, der zeitnahen präklinischen und klinischen Erstversorgung in einer kompetenten Traumaklinik zusammen mit geschulten Rettungsdiensten sowie der Verfügbarkeit aller für die Versorgung von Schwerverletzten notwendigen medizinischen Disziplinen. Um jedem Schwerverletzten an jedem Ort in Deutschland zu jeder Zeit die gleichen Überlebenschancen zu bieten, hat die DGU das Projekt TraumaNetzwerk DGU ins Leben gerufen. Derzeit gibt es in Deutschland 53 TraumaNetztwerke mit 864 beteiligten Kliniken, wovon bereits 31 TraumaNetzwerke mit 413 beteiligten Kliniken entsprechend den Vorgaben des Weißbuches zertifiziert sind.
* Daten, die bei der Umsetzung des Projektes erhoben werden.
Weitere Informationen:

Die 2. Auflage des Weißbuches Schwerverletztenversorgung und ein Pressefoto von Professor H. Siebert stehen zum Download zur Verfügung unter:
www.dgu-online.de

Eine aktuelle Karte der Traumazentren und TraumaNetzwerke Deutschlands steht zur Verfügung unter:
www.dgu-traumanetzwerk.de

Kontakt für Journalisten:
Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V.
Susanne Herda, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Luisenstraße 58/59, 10117 Berlin
Telefon +49 30 2021-5490
Telefax +49 30 2021-5491
Mail: office@dgu-online.de

Susanne Herda | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgu-traumanetzwerk.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie